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Nachrichten

Donnerstag, 9. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

WASHINGTON: Bei den US-Kongresswahlen dürften die Republikaner von Präsident George W. Bush auch im Senat ihre Mehrheit verloren haben. Nach übereinstimmenden Fernsehberichten setzte sich im Bundesstaat Virginia der Kandidat der oppositionellen Demokraten durch. Wenige tausend Stimmen hätten den Ausschlag gegeben, heißt es. Deswegen könnten die Republikaner noch auf eine Neuauszählung drängen. Sollte der knappe Wahlsieg der Demokraten in Virginia allerdings bestätigt werden, hätten diese erstmals seit 1994 wieder die Kontrolle über beide Parlamentskammern. Im US-Repräsentantenhaus stellen die Demokraten künftig mindestens 229 der 435 Abgeordneten.

WASHINGTON: Nach der Wahlschlappe für die US-Republikaner hat Präsident George W. Bush Fehler in der Irak-Politik seiner Regierung eingeräumt. Zugleich teilte er mit, dass Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als Konsequenz aus der Niederlage seinen Rücktritt erklärt habe. Nachfolger Rumsfelds soll der frühere Direktor des Geheimdienstes CIA, Robert Gates, werden. Bush betonte, die Irak-Politik brauche nun eine neue Perspektive. Der Wahlausgang bedeute aber nicht, dass die US-Truppen aus dem Irak abgezogen würden.

GAZA-STADT: Nach neuen Terrordrohungen herrscht in Israel erhöhte Alarmbereitschaft. Israelische Medien berichten, dem Geheimdienst lägen zahlreiche Warnungen vor geplanten Anschlägen vor. Landesweit wurden die Sicherheitskontrollen verschärft. Militante Palästinenser hatten zuvor Vergeltung für den Tod von 18 Zivilisten angekündigt. Sie waren am Mittwoch bei einem Angriff der israelischen Armee im Norden des Gazastreifens getötet worden. Zu den Trauerfeiern für die Opfer werden an diesem Donnerstag zehntausende Menschen erwartet. Der Weltsicherheitsrat wird sich auf einer Dringlichkeitssitzung mit dem israelischen Angriff befassen.

BISCHKEK: Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hat die neue Verfassung des Landes unterzeichnet, die seine Macht deutlich beschneiden wird. So ist unter anderem vorgesehen, dass künftig das Parlament und nicht mehr der Präsident eine Regierung ernennt. Zuvor hatte das Parlament die Verfassung mit großer Mehrheit gebilligt und war damit Forderungen aus der Opposition nachgekommen. Vorausgegangen waren tagelange Proteste der Opposition gegen Bakijew, der die geplante Verfassungsänderung zunächst abgelehnt hatte.

BERLIN: Nach der Vorlage des Berichts der Europäischen Kommission zum

Stand der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die dortige Regierung zu größeren Reformanstrengungen aufgerufen. Merkel sagte in einer Rede zur bevorstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Berlin, die Türkei müsse sich an die von ihr eingegangenen Verpflichtungen halten. Die Kommission will dem EU-Gipfel Mitte Dezember Konsequenzen vorschlagen, falls die Türkei die bestehende Zollunion mit der EU nicht auf Zypern ausweitet. Vor allem geht es dabei um die Öffnung der türkischen Häfen für das EU-Mitglied Zypern.

BERLIN: Der für den Aufbau-Ost zuständige Bundesminister Wolfgang Tiefensee hat zum Jahrestag des Mauerfalls dazu aufgerufen, die Jugend über 40 Jahre DDR aufzuklären. Damit solle der Geschichtsklitterung entgegengewirkt werden, schrieb Tiefensee in einem Beitrag für die in Dresden erscheinende 'Sächsische Zeitung'. Er beklagte, dass den Gymnasiasten die grüne Revolution in Indien geläufiger sei, als die jüngste deutsche Geschichte. Zur Stunde debattiert auch der Bundestag über den Stand der Deutschen Einheit.

BERLIN: Der frühere Geheimdienstchef der DDR, Markus Wolf, ist tot. Wie Verwandte mitteilten, starb Wolf im Alter von 83 Jahren in Berlin. Als langjähriger Leiter der Stasi-Auslandsabteilung war er vor allem mit der Spionage von Bundesbürgern befasst.

MÜNCHEN: Vor der Eröffnung der neuen Münchner Hauptsynagoge an diesem Donnerstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, ihre Glückwünsche zur Einweihung übermittelt. Dieses Ereignis sei nicht nur für München, sondern auch für die jüdische Gemeinschaft in ganz Deutschland und darüber hinaus von großer Bedeutung, heißt es in einem Schreiben Merkels. Knobloch und Bundespräsident Horst Köhler werden am heutigen Jahrestag des NS-Novemberpogroms die neue Synagoge

einweihen. Die israelitische Kultusgemeinde Münchens kehrt damit 68 Jahre nach der Zerstörung der einstigen Hauptsynagoge durch die Nazis wieder in die Stadtmitte zurück.

NEW YORK: Trotz heftiger Proteste ist ein wichtiges Gemälde des deutschen Expressionismus versteigert worden. Das Bild von Ernst Ludwig Kirchner, "Berliner Straßenszenen", kam beim Auktionshaus Christie's in New York für umgerechnet 30 Millionen Euro unter den Hammer. Die Stadt Berlin hatte das wertvolle Gemälde im Juli an die Erben eines jüdischen Kunstsammlers zurückgegeben, weil dessen Familie es möglicherweise unter dem Druck der Nazis hatte verkaufen müssen. Die Entscheidung war bei Kunstfreunden und Museen in Berlin auf heftige Kritik gestoßen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Südosten zunächst Regen, später wie im übrigen Deutschland rascher Übergang zu wechselnder Bewölkung mit Schauern. Höchstwerte neun bis 14 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 8°, stark bewölkt;

Berlin: 10°, wolkig ;

Dresden: 9°, Regen;

Köln/Bonn: 10°, Schauer;

Frankfurt am Main: 11°, Schauer und

München: 13°, Regen.

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