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Nachrichten

Donnerstag, 9. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag.

NEW YORK: Der Streit um das iranische Atomprogramm wird den Weltsicherheitsrat voraussichtlich schon Anfang kommender Woche beschäftigen. Dann sollen die 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums eine gemeinsame Erklärung abgeben. Über deren Inhalt konnten sich Diplomaten der fünf Vetomächte des Sicherheitsrates bei ersten Beratungen am Mittwoch allerdings noch nicht verständigen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte, sein Land lehne Sanktionen und mögliche Militäraktionen gegen den Iran ab. - Der Sicherheitsrat war von der Internationalen Atomenergie-Behörde beauftragt worden, sich mit dem Atomstreit zu befassen. Der Iran wird verdächtigt, insgeheim an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu arbeiten.

WASHINGTON: Die USA haben schwere Menschenrechtsverletzungen insbesondere in China und im Iran angeprangert. Dort würden Grundrechte systematisch missachtet, heißt es im neuen Menschenrechtsbericht des US-Außenministeriums. Auch in Nordkorea, Birma, Simbabwe, Kuba und im Irak gebe es gravierende Verstöße. Kritisch wird in dem Bericht zudem die Situation in Russland und Weißrussland beurteilt. - Die chinesische Führung wies die Vorwürfe zurück und legte ihrerseits einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in den USA vor.

LONDON: Wegen des Verdachts der Misshandlung irakischer Zivilisten ist in Großbritannien ein weiterer Soldat festgenommen worden. Damit befänden sich nun vier Verdächtige in Gewahrsam, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit einem im Februar veröffentlichten Video. Es soll britische Soldaten zeigen, die 2004 auf Teilnehmer einer Demonstration im Süden des Irak einschlagen.

GAZA-STADT: Die Extremisten-Organisation Islamischer Dschihad hat mit Anschlägen auf Mitglieder der israelischen Regierung gedroht. In einer im Internet verbreiteten Erklärung kündigt die militante Gruppe an, Vergeltung für einen israelischen Raketenangriff im Gazastreifen zu üben. Dabei waren am Montag fünf Palästinenser getötet worden, unter ihnen zwei Aktivisten des Islamischen Dschihads.

STUTTGART: Die Streiks im Öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg sind fortgesetzt worden. Zuvor waren neue Sondierungsgespräche zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Arbeitgebern abgebrochen worden. Verdi-Sprecher Ralf Berchtold sagte, man wolle einen Abschluss wie den in Hamburg mit deutlich unter 39 Stunden Wochenarbeitszeit. Die kommunalen Arbeitgeber Baden-Württembergs sollen bei den Sondierungsgesprächen aber laut Verdi ein Kompromissangebot von 39,5 Stunden vorgelegt haben. Aus Solidarität mit dem Streik in den anderen Bundesländern legten auch in Hessen erstmals kommunale Beschäftigte zeitweise ihre Arbeit nieder. Dort gibt es noch gültige Tarifverträge.

BERLIN: Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat an den Bundesrat appelliert, die so genannte Bonus-Malus-Regelung im geplanten Arzneimittelgesetz zu stoppen. Er bezeichnete die Regelung -so wörtlich- als bürokratisches Monstrum, mit dem Ärzte und Patienten gegeneinander aufgebracht werden sollten. Nach dem Gesetz, das vom Bundestag bereits verabschiedet wurde, müssen Ärzte ab 1. April einen Honorar-Abschlag hinnehmen, wenn sie zu teure Medikamente verordnen. Wenn sie dagegen Kosten sparen, erhalten sie einen Bonus. Der Bundesrat will am Freitag über das Gesetz beraten.

TORONTO: Der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber hat beim Obersten Gericht Kanadas Einspruch gegen seine Auslieferung nach Deutschland eingelegt. Wie sein Anwalt erst jetzt mitteilte, erfolgte der Einspruch bereits am dritten März, zwei Tage, nachdem ein Berufungsgericht seine Auslieferung angeordnet hatte. Schreiber kämpft bereits seit sechs Jahren dagegen, nach Deutschland überstellt zu werden. Dort werden ihm Steuerhinterziehung und Untreue zur Last gelegt. Schreiber gilt als Schlüsselfigur in der CDU-Spendenaffäre. Er soll bei Panzer- und Flugzeuggeschäften mit dem Ausland Millionen an Schmiergeldern erhalten und an deutsche Politiker und Manager weitergereicht haben.

HANNOVER: Die weltgrößte Computermesse CeBIT hat ihre Tore für das Publikum geöffnet. Als prominenter Gast verschaffte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel beim traditionellen Kanzler-Rundgang einen Überblick über Neuheiten. Merkel hatte am Mittwochabend zur offiziellen Eröffnung der Messe einen nationalen Gipfel zur Informationstechnologie angekündigt. Ziel sei, die Innovationskraft Deutschlands zu stärken. Bis kommenden Mittwoch präsentieren 6.260 Aussteller aus dem In- und Ausland ihre Neuigkeiten in der Unterhaltungselektronik, Computer-, Telefon- und Internet-Technologie.

BUENOS AIRES: Argentiniens Präsident Nestor Kirchner hat einen Stopp der Rindfleisch-Exporte angeordnet, um die Inflation in seinem Land einzudämmen. Die Exporte würden für 180 Tage eingestellt, teilte das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires mit. Ausgenommen seien bereits vertraglich vereinbarte Lieferungen. Seit Jahresbeginn waren die Fleischpreise in Argentinien um 27 Prozent gestiegen, weil die Nachfrage aus dem Ausland bei unveränderter Produktion stark angezogen hatte.

NEU DELHI: Eine bisher unbekannte Islamisten-Gruppe hat sich zu der Anschlagsserie in der nordindischen Pilgerstadt Benares bekannt. Zugleich drohte die Gruppe "Lashkar-e-Kahar", die für die Unabhängigkeit der Kaschmir-Region kämpft, mit weiteren Attentaten. Bei drei kurz aufeinanderfolgenden Bombenexplosionen waren in Benares am Dienstag mehr als 20 Menschen getötet worden. Fast 70 Personen wurden verletzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend bedeckt, gebietsweise Regen oder Schneeregen; im Norden und Osten etwas Schnee. Tageswerte zwischen null und elf Grad.