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Nachrichten

Donnerstag, 9. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ROM: Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands haben am zweiten Tag des G8-Gipfels im italienischen L'Aquila ihre Beratungen wieder aufgenommen. Auf der Tagesordnung steht zunächst eine gemeinsame Sitzung mit den wichtigsten Schwellenländern der G5. Dazu gehören China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Hauptthema ist der Klimaschutz. Die G8-Staaten hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, die Erderwärmung nur um zwei Grad ansteigen zu lassen. Dazu sollen die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 50 Prozent verringert werden. Die G5-Staaten haben hier Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ein weiterer Tagesordnungspunkt dürfte die Weltwirtschaftskrise sein.

PEKING: Die Lage in der Uiguren-Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas bleibt angespannt. Zwar öffneten nach Korrespondentenberichten in der Hauptstadt Urumqi wieder mehr Geschäfte. Auch Straßen und Märkte seien belebter als an den Vortagen. Zugleich rückten jedoch immer mehr chinesische Sicherheitskräfte in die Stadt ein. Bei Zusammenstößen zwischen Uiguren und Han-Chinesen sind in der Krisenprovinz seit Sonntag nach offiziellen Angaben mehr als 150 Menschen getötet und über 800 weitere verletzt worden. Der uigurische Weltkongress sprach sogar von bis zu 800 Toten. Die chinesische Führung kündigte eine harte Bestrafung der Anführer an.

BAGDAD: Bei Anschlägen im Irak sind zahlreiche Menschen getötet worden. In der nordirakischen Stadt Tal Afar sprengten sich nach Behördenangaben zwei Selbstmordattentäter in die Luft und rissen mindestens 34 Menschen mit in den Tod. 70 weitere seien verletzt worden, teilten die Krankenhäuser der Stadt mit. Es war der blutigste Anschlag seit dem Rückzug der amerikanischen Truppen aus den Städten des Iraks. Auf einem Markt in Sadr City, einem überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel der Hauptstadt Bagdad, wurden bei der Explosion zweier Bomben mindestens sieben Menschen getötet und 25 verletzt. -- Erst am Mittwoch waren in der nordirakischen Stadt Mossul bei zwei Attentaten 14 Menschen getötet worden.

KABUL: Bei einem schweren Autobombenanschlag in der Provinz Logar sind in Afghanistan mindestens 25 Menschen getötet worden. 21 der Toten seien Zivilisten, darunter auch Schulkinder, sagte der Polizeichef der zentralafghanischen Provinz. Bei den anderen Getöteten handele es sich um Polizisten. Die Opfer hätten versucht, ein offenbar absichtlich umgekipptes Fahrzeug von einer Straße zu ziehen, als die Sprengladung ferngezündet worden sei. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

KUNDUS/ BERLIN: Deutsche Soldaten sind in Afghanistan erneut Ziel eines Angriffs geworden. Wie die Bundeswehr in Berlin mitteilte, wurde ein Konvoi aus dem Hinterhalt mit Panzerabwehr- und Handfeuerwaffen beschossen. Keiner der Soldaten sei dabei verletzt worden. Sie erwiderten das Feuer und konnten später ihre Patrouillenfahrt fortsetzen. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Mittwochabend in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus in der Provinz Baghlan. - Im Süden des Landes wurden bei einer Bombenexplosion zwei NATO-Soldaten getötet, wie das Militärbündnis mitteilte. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Vor allem Soldaten aus den USA, Großbritannien und Kanada sind in Süd-Afghanistan eingesetzt.

BERLIN: Der Energiekonzern Vattenfall hat nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel eine komplette Prüfung aller Betriebsabläufe zugesagt. Der Europa-Chef des Unternehmens, Tuomo Hatakka, räumte in Berlin bei seinem Zwischenbericht Fehler ein, durch die Vattenfall erneut Vertrauen eingebüßt habe. So sei versäumt worden, die Atomaufsicht nach dem jüngsten Störfall direkt zu informieren, sagte Hatakka. Über die Ursache gebe es noch keine abschließenden Ergebnisse. Der Reaktor Krümmel war nach einem Transformator-Kurzschluss am vergangenen Samstag erneut abgeschaltet worden. - Auch die schwedische Regierung hat Vattenfall wegen Sicherheitsmängeln im Kernkraftwerk Ringhals heftig kritisiert und einen Sonderbericht zur Reaktorsicherheit eingefordert. Der Konzern gehört zu 100 Prozent dem schwedischen Staat.

BERLIN: Die Wirtschaftskrise treibt die Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte in Rekordhöhe. Wie aus einer neuen Erhebung des Finanzplanungsrats hervorgeht, steuert Deutschland bis zum Jahr 2013 auf einen Schuldenberg von mehr als 2.000 Milliarden Euro zu. Das macht mehr als vier Fünftel der gesamten deutschen Wirtschaftskraft aus. Wegen der vielen frischen Kredite wird Deutschland voraussichtlich mindestens vier Jahre lang gegen den EU-Stabilitätspakt verstoßen. - Erst 2013 soll die Neuverschuldung des Gesamtstaates wieder unter die Maastricht-Defizitgrenze von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken.

REYKJAVIK: In Island berät das Parlament an diesem Donnerstag über ein Beitrittsgesuch an die Europäische Union. Eine Mehrheit dafür gilt als weitgehend sicher. Die Entscheidung über das von Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir vorgeschlagene Gesuch soll spätestens am Freitag fallen. Laut der schwedischen Ratspräsidentschaft könnte Island frühestens 2012 in die EU aufgenommen werden. Die Inselrepublik im Atlantik hat rund 320.000 Einwohner und leidet nach dem Zusammenbruch der größten Banken des Landes massiv an der Finanzkrise.

WASHINGTON: US-Ermittler haben schwere Sicherheitsmängel in besonders geschützten Regierungsgebäuden aufgedeckt. In mindestens zehn Fällen sei es im vergangenen Jahr gelungen, Material zum Bombenbau in Regierungsstellen einzuschleusen, heißt es in einem Bericht des Rechnungshofes des US-Kongress. Dort hätten die Testpersonen die Bomben zusammenbauen und mit ihnen in ihren Taschen herumlaufen können, ohne entdeckt zu werden. Auch die Qualifikation der Wachleute sei häufig mangelhaft gewesen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Schauer und Gewitter, die vor allem im Westen und Nordwesten länger andauern. Sonst im Tageslauf vermehrt auch freundliche Abschnitte. Es bleibt kühl mit Höchstwerten zwischen 14 und 21 Grad.

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