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Nachrichten

Donnerstag, 9. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten vom Donnerstag.

JAKARTA: Der iranische Vizepräsident Isfandiar Rahim Maschai hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, sein Land habe Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen geschürt. Dies sei eine Lüge, sagte Maschai bei einem Besuch in Indonesien. Er reagierte damit vor allem auf Äußerungen von US-Außenministerin Condoleezza Rice. Diese hatte am Mittwoch erklärt, sie zweifle nicht daran, dass sowohl der Iran als auch Syrien den Karikaturen-Streit zu eigenen Zwecken missbrauchten. Beide Staaten müssten zur Verantwortung gezogen werden.

ISLAMABAD: Bei einem Anschlag auf eine Prozession schiitischer Muslime in Pakistan sind mindestens zehn Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Der Sprengsatz explodierte in der nordwestlich gelegenen Stadt Hangu. Mit der Prozession begingen die Schiiten das Aschura-Fest zum Gedenken an den Tod des Imam Hussein, einen Enkel von Religionsgründer Mohammed, in der Schlacht von Kerbela. Örtliche Behördenvertreter machten sunnitische Extremisten für den Anschlag verantwortlich. Aus Wut über die Tat setzten Gläubige Geschäfte und Autos in Brand. In der irakischen Stadt Kerbela werden an diesem Donnerstag bis zu zwei Millionen Schiiten zu dem Fest erwartet.

DARMSTADT: Die erste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist ergebnislos beendet worden. Gewerkschaft und Arbeitgeber in den Bezirken Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vertagten sich auf den 10. März. An diesem Donnerstag werden in den Tarifbezirken Bayern, Nordrhein-Westfalen und Küste die Verhandlungen aufgenommen. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. IG-Metall-Chef Jürgen Peters appellierte an die Arbeitgeber, die Friedenspflicht bis zu möglichen Streiks nicht mit Ritualen verstreichen zu lassen.

STUTTGART: Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes in Baden-Württemberg sind die Streiks fortgesetzt worden. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi werden an diesem vierten Protesttag Räumdienste und Müllabfuhren bestreikt. Betroffen sind die Städte Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. Derweil laufen auch in anderen Bundesländern mit Ausnahme von Hessen und Berlin Urabstimmungen über Streiks. In Sachsen wurde am Mittwoch abgestimmt. Grund für die größte Streikwelle im öffentlichen Dienst seit 1992 ist die geplante Anhebung der Arbeitszeit auf 40 Stunden die Woche.

BERLIN: Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering will noch in diesem Jahr einen Vorschlag für gesetzlich geregelte Mindestlöhne vorlegen. Der 'Mitteldeutschen Zeitung' sagte Müntefering, der Gesetzentwurf sei für die zweite Jahreshälfte geplant. Die Leute dürften nicht, so Müntefering wörtlich, das Gefühl bekommen, dass oben der Deckel bei den Löhnen drauf und unten der freie Fall eröffnet sei. Stundenlöhne von zwei Euro fünfzig oder drei Euro seien nicht fair. Der Entwurf sei auch mit Blick auf Kombilohn-Modelle und das Entsendegesetz notwendig.

BERLIN: Die geplante 'Rente mit 67' wird an diesem Donnerstag auch den Bundestag beschäftigen. Auf Antrag der Linkspartei wurde im Parlament eine Aktuelle Stunde zu dem Thema angesetzt. An eine Stellungnahme von Minister Franz Müntefering schließt sich eine Debatte an. Das Kabinett hatte vor einer Woche dem Plan Münteferings zugestimmt, das Renteneintrittsalter ab 2012 schrittweise bis zum Jahr 2029 auf 67 Jahre anzuheben. SPD-Vizechef Kurt Beck bekräftigte im Fernsehen seine Forderung, bestimmte Berufsgruppen von der Regelung auszunehmen. Müntefering lehnte das ab, zeigte sich aber offen für eine Überprüfung individueller Lösungen.

DÜSSELDORF: Deutschland wird nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bereits im laufenden Jahr die EU-Defizitgrenze erstmals seit Jahren wieder einhalten. Nach der Prognose liege die gesamtstaatliche Neuverschuldung 2006 knapp unter drei Prozent, berichtet die 'Rheinische Post'. Im Jahr 2007 werde das so genannte Maastricht-Kriterium noch deutlicher eingehalten. Grunde seien die Konjunkturbelebung, der Sparkurs und die erhöhte Mehrwertsteuer.

HAMELN: In Coppenbrügge bei Hameln hat sich ein schwerer Schulbusunfall ereignet. Nach Polizeiangaben kamen dabei mindestens drei Menschen ums Leben, mehr als zehn wurden verletzt. Ein Lastwagen war am Morgen bei glatter Fahrbahn auf der Bundesstraße 1 ins Schleudern geraten und in den entgegenkommenden Schulbus gerast.

PORT-AU-PRINCE: Die Vereinten Nationen haben sich erleichtert über den Verlauf der Präsidentenwahl in Haiti gezeigt. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, die Wahl sei ein wichtiger Schritt. Er sei vor allem erfreut, dass die Wahl vergleichsweise gewaltfrei verlaufen sei. Annan rief alle Seiten auf, das ausstehende Wahlergebnis zu respektieren. EU-Beobachter kritisierten dagegen die schlechte Vorbereitung der Wahl. Erste, nicht repräsentative Ergebnisse deuten auf ein gutes Abschneiden des Favoriten René Preval hin, einem Vertrauten des gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide.

LOS ANGELES: Die irische Rockband U2 hat bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles die meisten Auszeichnungen erhalten. Sie bekam insgesamt fünf Grammys, unter anderem wurde ihr Titel 'Sometimes You Can't Make It on Your Own' zum Song des Jahres gekürt. Popdiva Mariah Carey sicherte sich drei Grammys. Sie setzte sich unter anderem als beste Rhythm-and-Blues-Interpretin durch. Als beste Popsänger wurden Stevie Wonder und Newcomerin Kelly Clarkson gekürt, als bester Rocksänger Bruce Springsteen, als bester Rapper Kanye West. Deutsche Gewinner gab es in der Kategorie Klassischer Gesang und in der Orchester-Sparte: Hier überzeugten Thomas Quasthoff sowie Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks mit Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nummer 13.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter trübe. Gebietsweise Schneeregen oder Schnee. Tageswerte zwischen null und fünf Grad.