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Nachrichten

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt sind nach Regierungsangaben mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Eine Bombe war nahe der indischen Botschaft im streng bewachten Regierungsviertel detoniert. Durch die Wucht der Explosion wurden mindestens 80 Menschen verletzt, mehrere Gebäude sind beschädigt. In der betroffenen Straße liegt auch das afghanische Innenministerium. Der Sprengsatz sei in einem Auto versteckt gewesen, berichtete die Polizei. - Im Juli 2008 waren bei einem verheerenden Selbstmordanschlag vor der indischen Botschaft mehr als 60 Menschen getötet worden. Die Straße vor der Botschaft ist seit diesem Anschlag gesperrt.

PORT VILA: Gut eine Woche nach dem verheerenden Tsunami in Samoa haben weitere schwere Seebeben den Südpazifik erschüttert. Innerhalb weniger Stunden zählten die Seismologen neun Beben bis zur Stärke 7,8 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag rund 350 Kilometer vor dem vor dem Südseestaat Vanuatu. Eine vorsorgliche Tsunami-Warnung an rund 25 Anrainerstaaten konnte nach wenigen Stunden wieder aufgehoben werden.

JERUSALEM: Der US-Gesandte George Mitchell hat eine neue Nahost-Gesprächsrunde begonnen. In Israel wurde er zunächst von Staatspräsident Schimon Peres empfangen, anschließend sind Treffen mit Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak geplant. Mitchell will im Auftrag von US-Präsident Barack Obama eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern erreichen. Dem steht bislang die israelische Siedlungspolitik entgegen. - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatten sich vergangenen Monat bei einem Dreiergipfel mit US-Präsident Obama in New York grundsätzlich auf eine Fortsetzung der seit einem Jahr unterbrochenen Friedensgespräche geeinigt. Die USA streben neue Verhandlungen noch in diesem Herbst an.

BERLIN: Union und FDP setzen am Mittag ihre Koalitionsverhandlungen fort. Dabei sollen Ergebnisse gesichtet werden, die in den am Montag eingesetzten Arbeitsgruppen bislang erzielt wurden. Man wolle insbesondere die Gespräche über Innere Sicherheit und Justiz bereits in der kommenden Woche abschließen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Was bis dahin nicht vereinbart sei, schaffe man später auch nicht mehr. --- Die Verhandlungen der neuen schwarz-gelben Koalition stehen unter dem Druck gewaltiger Finanzprobleme. Im Gesundheitssystem müssen CDU, CSU und FDP Milliardenlöcher stopfen. Zusätzlicher Spardruck entsteht durch das neue Defizit-Verfahren, mit dem die EU-Kommission einen Schuldenabbau in Deutschland erzwingen will.

MÜNCHEN: Mehrere gesetzliche Krankenkassen haben Zuschüsse aus Steuergeldern gefordert, um ihr drohendes Defizit von 7,4 Milliarden Euro auszugleichen. Die Regierung solle die geplante Finanzhilfe von 2,5 Milliarden Euro vorziehen, um die dringendsten Probleme der Kassen abzufedern, sagte der Vorstandschef des Ersatzkassenverbandes, Thomas Ballast, der "Süddeutschen Zeitung". Ein Sprecher der Barmer Ersatzkasse betonte, der Gesundheitsfonds sei von Anfang an unterfinanziert gewesen. Beim Ausgleich des Defizits handle es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Barmer werde zu Jahresbeginn keine Zusatzbeiträge von ihren Versicherten erheben. Ähnlich äußerten sich auch Sprecher anderer gesetzlicher Krankenkassen.

ROM: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich von der Aufhebung seiner Immunität unbeeindruckt gezeigt. Man müsse weiterregieren, mit oder ohne Immunitätsgesetz, sagte er nach dem Urteil des Verfassungsgerichts. Der rechtsgerichtete Regierungschef unterstellte den höchsten Richtern, parteiisch geurteilt zu haben. Den Vorwurf der Parteilichkeit richtete Berlusconi auch gegen Staatspräsident Giorgio Napolitano. Aus dem Präsidentenpalast kam umgehend eine scharfe Reaktion, auch die Opposition reagierte empört. - Das höchste Gericht hatte ein umstrittenes Gesetz für nicht verfassungskonform erklärt, das den Ministerpräsidenten vor einer Strafverfolgung schützen sollte. Nun droht Berlusconi die Wiederaufnahme gleich mehrerer Verfahren. - Der Medienunternehmer Berlusconi ist seit Jahren immer wieder in Prozesse verwickelt. Schon mehrfach nutzte er seine politische Macht, um sich vor Strafverfolgung zu schützen.

WASHINGTON: Das Staatsdefizit der USA ist im abgelaufenen Haushaltsjahr voraussichtlich auf den Rekord von 1,4 Billionen Dollar gestiegen. Nach einer Schätzung des Kongresses hat sich der Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und beläuft sich damit auf knapp zehn Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Als Gründe werden die teuren Rettungspakete für die ins Trudeln geratenen Banken, das Regierungsprogramm zur Krisenbewältigung und die eingebrochenen Steuereinnahmen angeführt. Das US-Finanzministerium will seine Zahlen zum abgelaufenen Haushaltsjahr Mitte Oktober veröffentlichen.

WASHINGTON: Ermittler in den USA und Ägypten haben in einer länderübergreifenden Razzia einen Ring mutmaßlicher Internet-Betrüger gesprengt, die sich mittels gefälschter Nutzer-Identitäten Zugang zu Bankkonten verschafft haben sollen. Die US-Bundespolizei FBI nahm nach eigenen Angaben 33 Verdächtige fest, in Ägypten wurden zeitgleich 47 Menschen festgenommen. Das FBI bezeichnete die zweijährigen Ermittlungen als bislang größten Einsatz gegen Internet-Kriminalität in der Geschichte der USA. - Den Angaben zufolge erschlichen sich Computer-Hacker in Ägypten durch so genannte "Phishing"-Methoden persönliche Zugangsdaten für die Bankkonten von tausenden US-Computer-Nutzern. Mithilfe von Komplizen in den USA veranlassten sie betrügerische Überweisungen auf die eigenen Konten. - Als "Phishing" bezeichnen Experten das Erschleichen vertraulicher Zugangsdaten von Internet-Nutzern.

NEW YORK: Der amerikanische Modefotograf Irving Penn ist im Alter von 92 Jahren in Manhattan gestorben. Neben Modefotos und Porträts berühmter Persönlichkeiten wie etwa Marlene Dietrich, Alfred Hitchcock oder Ingmar Bergman fotografierte Penn in den 50er Jahren auch die Menschen von der Straße. Bereits 1958 wurde er in die Liste der zehn größten Fotografen der Welt aufgenommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten her Auflockerungen und nur noch vereinzelte Schauer. Im Südosten teils noch kräftige Regengüsse mit Schwerpunkt südlich des Mains. Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad.

Am Morgen hatten gemeldet:

Hamburg: 9 Grad, leichter Regen
Berlin: 14 Grad, leichter Regen
Dresden: 20 Grad, wolkig
Köln/Bonn: 12 Grad, nach Regen
München: 19 Grad, stark bewölkt

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