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Nachrichten

Donnerstag, 8. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat im Bundestag für die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Anti-Terrorkampf geworben. Der Terror müsse mit entwicklungspolitischen, polizeilichen, aber auch mit militärischen Maßnahmen bekämpft werden, sagte Jung bei der ersten Debatte über die weitere Beteiligung an der US-geführten Operation 'Enduring Freedom'. Dagegen lehnten Abgeordnete von Grünen und Linken den Einsatz erneut ab. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch die Verlängerung beschlossen. Danach soll sich die deutsche Marine mit rund 300 Soldaten für ein weiteres Jahr am Horn von Afrika und im Mittelmeer an der Überwachung der Seewege beteiligen. Die Bundeswehr stellt zudem rund 100 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) für den Anti-Terrorkampf in Afghanistan zur Verfügung. Sie kamen aber seit 2005 nicht mehr zum Einsatz.

MÜNCHEN: Im Siemens-Schmiergeldskandal sind weit höhere Summen geflossen als bisher vom Konzern eingeräumt. Insgesamt seien für die Jahre 2000 bis 2006 rund 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen ausgemacht worden, teilte Siemens in München mit. Bislang hatte das Unternehmen von rund 449 Millionen Euro gesprochen. Mit den Geldern sind dem größten deutschen Technologiekonzern vermutlich im Ausland lukrative Aufträge gesichert worden. Nach den Worten des neuen Siemens-Chefs Peter Löscher konnte das Unternehmen trotz der Affäre sein Geschäft weltweit ausbauen. Im Geschäftsjahr 2006/07 sei der Gewinn um ein Fünftel auf mehr als vier Milliarden Euro gestiegen.

ISLAMABAD: Die pakistanischen Sicherheitskräfte haben Oppositionschefin Benazir Bhutto erneut davor gewarnt, am Freitag wie geplant in Rawalpindi eine Massenkundgebung gegen den Ausnahmezustand abzuhalten. Man habe Hinweise darauf, dass sich dort bis zu acht Selbstmordattentäter aufhielten und wolle keine Wiederholung des Anschlags von Karatschi im vergangenen Monat. Die Polizei werde das Versammlungsverbot durchsetzen. US-Präsident George W. Bush ermahnte derweil Pakistans Präsidenten Pervez Musharraf in einem Telefonat, den Ausnahmezustand schnell aufzuheben und seinen Posten als Armeechef aufzugeben. Vize-Außenminister John Negroponte bezeichnete gleichzeitig Musharraf als unverzichtbaren Verbündeten im Kampf gegen den Terror.

RANGUN: Der UN-Gesandte Ibrahim Gambari ist in der früheren birmanischen Hauptstadt Rangun mit Oppositionschefin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen. Sie war mit einem Regierungsfahrzeug aus ihrem Haus, in dem sie seit Jahren unter Arrest steht, in die Staatsresidenz gebracht worden. Gambari bemüht sich seit Samstag in Gesprächen mit der Militärführung und Politikern von Suu Kyis Partei darum, eine Versöhnung in Birma herbeizuführen. Ein Treffen mit Junta-Chef Than Shwe fand jedoch nicht statt. Anlass der neuen Reise Gambaris war die gewaltsame Niederschlagung der zunächst von Mönchen initiierten Anti-Regierungs-Proteste im September.

WASHINGTON: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und US-Präsident George W. Bush haben politische Geschlossenheit in wichtigen internationalen Fragen demonstriert. Zum Abschluss von Sarkozys Besuch stellten beide auf einer Pressekonferenz fest, der Iran dürfe keine Atomwaffen entwickeln und besitzen. Sarkozy bekräftigte, er unterstütze in diesem Zusammenhang schärfere Sanktionen. Pakistans Präsident Pervez Musharraf wurde aufgefordert, schnellstmöglich wählen zu lassen. Das zwischen den USA und Frankreich strittige Thema des Klimaschutzes und der Festlegung von Grenzwerten für den Ausstoß von Treibhausgasen wurde nur gestreift. Bush lehnt feste Grenzwerte ab.

WASHINGTON: Israels Vize-Regierungschef Schaul Mofas hat gefordert, den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed el Baradei, abzulösen. Dem israelischen Rundfunk sagte er, el Baradei verschließe die Augen vor dem Atomprogramm Teherans und bringe die Welt dadurch in Gefahr. Der Iran hatte am Mittwoch angekündigt, er habe die für den Atombombenbau entscheidende Schwelle bei der Zahl der Zentrifugen erreicht. Mitte November will el Baradei einen Bericht über die Kooperationsbereitschaft des Iran im Atomstreit mit dem Westen vorlegen. Mofas hält sich derzeit zu Gesprächen über den Iran in den USA auf.

TIFLIS: In der georgischen Hauptstadt herrscht nach der Verhängung des Notstandes gespannte Ruhe. Polizisten wurden im Zentrum postiert, um mögliche neue Proteste zu verhindern. Schulen und Universitäten bleiben bis zum Wochenende geschlossen. Präsident Michail Saakaschwili hatte nach der Eskalation der Proteste gegen seine Amtsführung am Mittwoch den Notstand verhängt. Er begründete seine Entscheidung mit Geheimdienst-Informationen über einen möglichen von Russland gestützten Staatsstreich. Russland, das unter anderem gegen den von Saakaschwili betriebenen Nato-Beitritt Georgiens ist, sprach von einer -so wörtlich- anti-russischen Hysterie des Präsidenten.

HELSINKI: Der finnische Regierungschef Matti Vanhanen will nach dem Amoklauf an einer Schule das Waffengesetz des Landes überprüfen lassen. Auf einer Pressekonferenz sagte er, die Tat werde mit Sicherheit die Meinung über Handfeuerwaffen beeinflussen. Bisher hatte Vanhanen selbst ein schärferes Waffengesetz mit Hinweis auf die niedrige Kriminalitätsrate im Land abgelehnt. Ein 18-jähriger Schüler hatte am Mittwoch in einer Schule im Süden des Landes acht Menschen erschossen. Die Tat hatte er zuvor im Internet angekündigt. Die Schule in Tuusula bleibt bis kommende Woche geschlossen. An allen öffentlichen Gebäuden im Land wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit etwas Regen. Im Nordosten kann zeitweise die Sonne durchkommen. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen sieben und zwölf Grad.

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