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Nachrichten

Donnerstag, 8. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BAGDAD: Der Anführer des El Kaida-Terrornetzwerkes im Irak, Abu Musab el Sarkawi, ist tot. Er wurde nach Angaben des irakischen Regierungschefs Nuri al Maliki bei einem US-Luftangriff nahe Bakuba getötet. Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, nannte die Tötung Sarkawis einen großen Erfolg. Der aus Jordanien stammende Sarkawi war einer der meistgesuchten Terroristen des Landes. Nach seinem vor knapp einer Woche im Internet veröffentlichten letzten Video war die Suche nach ihm verstärkt worden. In dem Video hatte er die Sunniten zum Kampf gegen die schiitische Mehrheit aufgerufen.

WASHINGTON: Die fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrates und Deutschland wollen dem Iran im Atomstreit offenbar weit entgegenkommen. Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Javier Solana, sagte, vor der Rückkehr an den Verhandlungstisch müsse die Führung in Teheran jedoch ihr derzeitiges Atomprogramm stoppen. Nach Ende der Verhandlungen könne es dem Iran gestattet werden, die Anreicherung von Uran wieder aufzunehmen. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des US-Außenministeriums. Die Internationale Atomenergie-Behörde legt an diesem Donnerstag in Wien ihren neuen Bericht über das iranische Atomprogramm vor.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat seinen Stellvertreter Mark Malloch Brown gegen US-Kritik in Schutz genommen und Konsequenzen gegen ihn abgelehnt. Malloch Brown hatte der US-Regierung in einer Rede am Dienstag vorgeworfen, auf die Vereinten Nationen diplomatisch zu bauen, deren Arbeit in den USA selbst aber nicht zu verteidigen. Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton sprach anschließend von einem sehr schweren Fehler Malloch Browns und forderte eine Zurechtweisung durch den Generalsekretär. Malloch Brown selbst relativierte seine Aussage später. Er habe nur darauf hinweisen wollen, dass die USA beim Funktionieren der UN eine zentrale Rolle spielten.

BRÜSSEL: Verteidigungsminister Franz Josef Jung rechnet beim Treffen der NATO-Außenminister an diesem Donnerstag mit einer einvernehmlichen Ausweitung der militärischen und zivilen Hilfe auf ganz Afghanistan. Die von der NATO geführte Schutztruppe ISAF müsse den Wiederaufbau im ganzen Land vorantreiben, sagte Jung in Brüssel. Zugleich zeigte sich der Minister besorgt über die Sicherheitslage. Es habe in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits so viele Terroranschläge gegeben, wie im ganzen vergangenen Jahr. Wichtig sei deshalb eine vernetzte Sicherheitspolitik. An dem Treffen nehmen auch der afghanischen Verteidigungsminister Abdahl Rahim Wardak sowie Vertreter von Staaten außerhalb der NATO teil, die sich am ISAF-Einsatz beteiligen.

GAZA: Die rivalisierenden Palästinenser-Gruppen Fatah und Hamas haben ihre Anhänger zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Bei einem Treffen im Gazastreifen unter ägyptischer Vermittlung wurde zudem eine Waffenruhe vereinbart. Die Hamas erklärte sich bereit, ihre eigenen Sicherheitskräfte wieder aus Gebieten des Gazastreifens abzuziehen. Vor allem diese Truppe hatte zuletzt zu blutigen Auseinandersetzungen beider Gruppen geführt. Die Hamas und die radikale Organisation Islamischer Dschihad sprachen sich jedoch gegen das von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas angestrebte Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel aus.

TUNIS: Vier Jahre nach dem Selbstmordanschlag auf der tunesischen Insel Djerba ist der Onkel des Attentäters zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll bei dem Anschlag auf eine Synagoge Komplize seines Neffen gewesen sein, urteilte ein Gericht in Tunis. Der Attentäter hatte sich vor der historischen Synagoge mit einem Tanklastwagen in die Luft gesprengt und 21 Menschem mit in den Tod gerissen, darunter 14 deutsche Touristen.

DILI: In Ost-Timor drohen sich die Unruhen von der Hauptstadt Dili auf andere Städte auszuweiten. In der Stadt Gleno brannten rebellierende Ex-Soldaten ein Büro der Regierungspartei nieder. Derweil sprach sich UN-Generalsekretär Kofi Annan dafür aus, die Polizeitruppe der Vereinten Nationen auf Ost-Timor wieder zu verstärken. Sie war nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2002 auf wenige Mann reduziert worden. Das Welternährungsprogramm kündigte an, in den kommenden sechs Monaten bis zu 100.000 Menschen, die vor den Kämpfen zwischen den rebellierenden Ex-Soldaten und der Armee geflohen sind, mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

OSLO: In der norwegischen Hauptstadt kommen an diesem Donnerstag Vertreter der Regierung Sri Lankas und der Separatistenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam, LTTE, zu neuen Verhandlungen zusammen. Hauptthema ist die zukünftige Arbeit und die Sicherheit der Mitglieder der 60-köpfigen unbewaffneten Beobachtungsgruppe für Sri Lanka, SLMM. Die LTTE hatte den Rückzug der europäischen Mitglieder gefordert, nachdem die Europäische Union die LTTE Ende Mai auf ihre Liste der Terrororganisationen gesetzt hatte. Unterdessen warfen sich Regierung und Tamilentiger gegenseitig vor, die Gewalt weiter anzufachen.

PEKING: EU-Handelskommissar Peter Mandelson hat China aufgerufen, seine Märkte mehr zu öffnen und Urheberrechte stärker zu schützen. In einer Rede vor Studenten der Pekinger Volksuniversität sagte er, China müsse seiner wachsenden Bedeutung in der Weltwirtschaft gerecht werden. Die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation beeinhalte nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Der freie Marktzugang, der Schutz der Rechte fremder Firmen sowie die Abschaffung von Exportrabatten müssten umgesetzt werden, so Mandelson.

WASHINGTON: Die USA haben die Glaubwürdigkeit des Europarat-Berichts zu den angeblichen geheimen CIA-Gefangenenflügen in Frage gestellt. Außenamtssprecher Sean McCormack sagte, es scheine eine Menge Anschuldigungen zu geben, aber keine echten dahinter stehenden Fakten. Die deutsche Regierung hatte mit Hinweis darauf, den Bericht erst genau prüfen zu wollen, einen Kommentar zunächst abgelehnt. In dem Bericht des Sonderermittlers Dick Marty werden Deutschland und 13 andere europäische Staaten beschuldigt, illegale Gefangenentransporte des US-Geheimdienstes CIA geduldet zu haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonnenschein und nur vereinzelt Wolken bei Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad.

Am Vormittag meldeten bei nur gering bewölktem Himmel:

Hamburg: 12°; Berlin: 17°; Dresden, Köln/Bonn und München: 13°, sowie Frankfurt am Main: 14°.