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Nachrichten

Donnerstag, 8. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV: Israel gerät wegen seiner Militäroffensive im Gazastreifen nun auch aus dem Libanon unter Beschuss. Von dort feuerten Unbekannte mehrmals Raketen auf den Norden Israels ab. Bei einer Attacke waren in der Stadt Naharija drei Menschen verletzt worden. Die israelische Armee beschoss daraufhin libanesisches Territorium mit Granaten. Israelische Stellen gehen davon aus, dass militante Palästinenser die Raketen mit Einwilligung der pro-iranischen Hisbollah abfeuerten. Ein Sprecher der Miliz wies jedoch jede Beteiligung zurück. Die libanesische Regierung sicherte eine Untersuchung zu und bekannte sich zugleich zu dem 2006 mit Israel vereinbarten Waffenstillstand.

KAIRO: In der ägyptischen Hauptstadt werden Vertreter Israels, der palästinensischen Autonomiebehörde und der im Gazastreifen herrschenden Hamas zu Gesprächen über eine Waffenruhe erwartet. Israel macht diese von einem Ende des Beschusses aus dem Gazstreifen sowie einem Stopp des Waffenschmuggels über die ägyptische Grenze nach Gaza abhängig. In New York arbeitet der Weltsicherheitsrat weiter an einer neuen Resolution. Die arabischen Staaten dringen auf eine verbindliche Entschließung, die das sofortige Ende der Offensive verlangt. Die westlichen Staaten indes wollen eine nicht-bindende Erklärung, die die Dringlichkeit einer Waffenruhe betont.

MOSKAU: Kurz vor Krisengesprächen mit EU-Vertretern haben sich die Spitzen der Energiekonzerne Russlands und der Ukraine zu Geprächen über den Gasstreit getroffen. Wie in Moskau bekannt wurde, wollten Gazprom-Chef Alexij Miller und sein Naftogas-Kollege Oleg Dubina nach Wegen zur Eindämmung des Konflikts suchen. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Miller und Dubina werden an diesem Donnerstag in Brüssel mit EU-Energiekommissar Andris Piebalgs und dem amtierenden EU-Ratsvorsitzenden, dem tschechischen Energieminister Martin Riman, zusammenkommen. Dabei soll es auch um ein mögliches Mandat für internationale Kontrollen gehen. Die Regierungen in Moskau und Kiew sind grundsätzlich damit einverstanden, dass unabhängige Beobachter an den Grenzübergängen der Ukraine die Menge transportierten russischen Gases prüfen.

BERLIN: Nach dem Rettungspaket für Banken arbeitet die Regierung jetzt an einem Rettungsfonds für Unternehmen, die wegen der Finanzkrise nur schwer Kredite bekommen. Im Gespräch sind Bürgschaften des Staates bis zu einer Gesamthöhe von 100 Milliarden Euro. In der Regierung hieß es, das Instrument könnte Teil des zwischen Union und SPD verabredeten neuen Konjunkturpaketes werden. Für Banken gibt es bereits einen Rettungsfonds. Er beinhaltet Bürgschaften für Geschäfte der Banken untereinander.

ISLAMABAD: Pakistans Regierung hat erstmals offiziell die Verwicklung pakistanischer Terroristen in den Anschlag in Bombay eingeräumt. Das Außenministerium erklärte, dass der einzig überlebende und in Indien inhaftierte Angreifer, Ajmal Amir Kasab, pakistanischer Staatsbürger sei. Bislang war dies in Islamabad bestritten worden. Zugleich wurde der Nationale Sicherheitsberater, Mehmud Ali Durrani, entlassen. Dieser habe sich in wichtigen Sicherheitsfragen nicht mit der Regierung abgestimmt, hieß es zur Begründung. Durrani hatte noch vor der offiziellen Bekanntgabe in Interviews angedeutet, dass Kasab Pakistaner sein könnte. - Bei dem Anschlag Ende November in Bombay waren mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch neun Attentäter.

PEKING: Der chinesische Bürgerrechtler Wang Rongqing ist von einem Gericht in der ostchinesischen Stadt Hangzhou zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach Angaben von Menschenrechtlern wird ihm vorgeworfen, eine oppositionelle Partei in der Volksrepublik aufbauen zu wollen. Der 65-Jährige ist bereits seit den 70er Jahren als Bürgerrechtler engagiert. Wegen seiner friedlichen Aktivitäten für mehr Demokratie in China war er in den vergangenen Jahren wiederholt verfolgt und in Haft genommen worden.

COLOMBO: In Sri Lanka ist erneut ein Anschlag auf einen regierungskritischen Journalisten verübt worden. Der Mann wurde auf dem Weg in seine Redaktion angeschossen und schwer verletzt. Er arbeitet für die 'Sunday Leader', die für ihre oppositionelle Haltung bekannt ist. In den vergangenen Wochen war es in Sri Lanka wiederholt zu Übergriffen auf Journalisten gekommen, denen unpatriotische Berichterstattung vorgeworfen wird.

PEKING: Der chinesische Computer-Konzern Lenovo will wegen der Wirtschaftskrise rund 2.500 Stellen streichen. Das entspricht elf Prozent der Mitarbeiterschaft, wie der viertgrößte Computerhersteller der Welt in Peking mitteilte. Zudem würden die Prämien für Spitzenmanager um bis zu 50 Prozent gekürzt. Zur Begründung verwies Lenovo auf sinkende Verkaufszahlen, vor allem in China selbst. Mit den Umstrukturierungen sollen bis zum kommenden Jahr rund 300 Millionen US-Dollar eingespart werden. - Lenovo hatte 2004 die Computersparte von IBM übernommen.

ULM: Die Unternehmen der finanziell schwer angeschlagenen Merckle-Gruppe sind gerettet. Das Firmengeflecht wird aber zerschlagen und der Einfluss der Familie stark begrenzt. Der Pharmahersteller "Ratiopharm" muss auf Druck der Gläubigerbanken mittelfristig verkauft werden. – Unternehmenschef Adolf Merckle hatte sich am Montag das Leben genommen, nachdem er die Einigung mit den Banken noch selbst unterschrieben hatte. Nach Angaben seiner Familie hatte es Merckle nicht verkraftet, die Kontrolle über seine Firmengruppe zu verlieren. Er hatte bei Aktien-Fehlspekulationen Millionenverluste erlitten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden bewölkt oder neblig-trüb. Örtlich etwas Regen oder Schnee. Sonst längere Zeit sonnig und trocken. Höchstwerte zwischen minus ein und minus sieben Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema