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Nachrichten

Donnerstag, 7. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: Die Beteiligung Deutschlands an der Libanon-Mission der Vereinten Nationen nimmt Gestalt an. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird an diesem Donnerstag mit mehreren Grenzschutz- und Zollexperten nach Beirut fliegen. Die Beamten sollen dort bei der Sicherung des Flughafens helfen, wenn Israel wie angekündigt am Abend seine Luft- und Seeblockade des Libanon aufhebt. Durch die Kontrollen am Beiruter Flughafen soll Waffenschmuggel für die Hisbollah-Miliz unterbunden werden. - Die libanesische Regierung hat zudem bei den UN offiziell deutsche Marineeinheiten zur Absicherung der Küste angefordert. In Berlin hieß es, ein Termin für eine Entscheidung von Kabinett und Bundestag über die Entsendung der Soldaten stehe noch nicht fest.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat erstmals die Existenz spezieller Gefängnisse des Geheimdienstes CIA im Ausland zugegeben. 14 der dort festgehaltenen Terrorverdächtigen seien vor kurzem ins US-Gefangenenlager Guantanamo gebracht worden, sagte Bush in Washington. Zu den Häftlingen gehörten zwei mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed und Ramsi Binalshibh. Gegen die Terrorverdächtigen werde Anklage wegen Kriegsverbrechen erhoben, kündigte Bush an. Der US-Präsident verteidigte die Geheimgefängnisse als notwendig im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida. In welchen Ländern sich die Einrichtungen befinden, teilte er nicht mit. - Parallel zur Rede Bushs ordnete das US-Verteidigungsministerium an, dass gefangene Terrorverdächtige künftig nach der Genfer Konvention behandelt werden müssten.

BAGDAD: Bei vier Bombenanschlägen auf die Sicherheitskräfte in der irakischen Hauptstadt sind nach Korrespondentenberichten mindestens 14 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Allein zehn Todesopfer gab es bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeipatrouille im Zentrum Bagdads. - Die irakische Regierung gab die Hinrichtung von 27 verurteilten Terroristen bekannt. Die Männer seien aus verschiedenen Landesteilen zur Exekution nach Bagdad gebracht worden.

YAMOUSSOUKRO: Wegen des Giftmüllskandals ist in der Republik Elfenbeinküste die gesamte Übergangsregierung zurückgetreten. Präsident Laurent Gbagbo akzeptierte ein entprechendes Angebot des amtierenden Ministerpräsidenten Charles Konan Banny, beauftragte ihn aber, umgehend ein neues Kabinett zu bilden. Durch illegal abgelagerten Giftmüll aus dem Ausland waren seit Ende August in der Elfenbeinküste drei Kinder gestorben und fast 1.500 Menschen erkrankt. Verantwortlich für die Lagerung auf mindestens neun Deponien um die Hafenstadt Abidjan war eine ivorische Firma.

BERLIN: Mit einer Debatte über die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik hat der Bundestag die Beratungen über den Haushalt 2007 fortgesetzt. Arbeitsminister Franz Müntefering sagte, dank der konjunkturellen Entwicklung sei die Stabilisierung der Sozialsysteme ein gutes Stück vorangekommen. - Münteferings Etat ist mit 122 Milliarden Euro größter Einzeihaushalt. Knapp 80 Milliarden Euro sind für die Rente vorgesehen, rund 40 Milliarden für den Arbeitsmarkt.

BERLIN: Die Gesundheitsreform wird nach einem Beschluss der Spitzen der großen Koalition nun erst Anfang April in Kraft treten, drei Monate später als geplant. Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte nach einem Treffen im Kanzleramt, CDU/CSU und SPD bräuchten noch etwas mehr Zeit für Beratungen. Vize-Kanzler Franz Müntefering betonte, die Verschiebung sei eine reine Verfahrensfrage. Der Gesundheitskompromiss werde nicht neu aufgeschnürt.

BERLIN: Bundesverbraucherminister Horst Seehofer hat vor einem Treffen mit seinen Kollegen aus den Ländern mehr Transparenz bei Lebensmittelkontrollen gefordert. Er erwarte, dass die Länder zuließen, dass Schwachstellen der Lebensmittelüberwachung überprüft, und beseitigt würden, sagte der CSU-Politiker der 'Passauer Neuen Presse'. Die Verbraucherminister wollen an diesem Donnerstag über die neue Gammelfleisch-Affäre beraten. Diese zieht immer weitere Kreise. Die Münchner Polizei spricht inzwischen von einer regelrechten 'Döner-Mafia'.

WIEN: Die von einem Entführer acht Jahre lang gefangengehaltende Österreicherin Natascha Kampusch hat ihren Leidensweg erstmals öffentlich geschildert. In einem Fernsehinterview sagte die 18-jährige, sie habe trotz Todesangst, Hunger und Verzweiflung die Hoffnung auf Flucht nie aufgegeben. Ihre Gefangenschaft in einem Verließ im Haus des Entführers sei grauenvoll gewesen. Sie habe klaustrophobische Zustände bekommen. Ihren Entführer nannte Kampusch einen paranoiden Verbrecher. - Vor 14 Tagen war der 18-jährigen die Flucht gelungen. Der Entführer nahm sich das Leben.

NEU-DELHI: Nach einer Explosion in einem staatlichen Kohlebergwerk sind im Osten Indiens mindestens 54 Arbeiter verschüttet worden. Nach Angaben der Behörden gibt es in dem Betrieb nördlich von Ranchi im Unionsstaat Jharkhand kaum Hoffnung, die Männer lebend zu bergen.

MOSKAU: Durch ein Feuer auf einem russischen Atom-U-Boot nahe der finnischen Grenze sind zwei Seeleute ums Leben gekommen. Nach Angaben eines Marinesprechers ist der Brand gelöscht, der Atomreaktor habe sich automatisch abgeschaltet. Das Boot soll über Wasser in die Basis Wedjajewo in der Barents-See geschleppt werden. -- Vor sechs Jahren waren bei einer Katastrophe auf dem ebenfalls zur russischen Nordmeerflotte gehörenden Atom-U-Boot "Kursk" alle 118 Mann Besatzung ums Leben gekommen.

FUSSBALL: Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 gegen San Marino mit 13:0 gewonnen. Dies ist der höchste Auswärtssieg einer Nationalelf in der deutschen Fußball-Geschichte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten Schauer, im Südosten noch sonnig. Später von der Nordsee her freundlicher. Tagestemperaturen 19 bis 24, im Südosten bis 30 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 17 Grad, dunstig; Berlin: 17 Grad, Bodennebel; Dresden: 15 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 14 Grad, fast wolkenlos; Frankfurt am Main: 16 Grad, leicht bewölkt und München: 16 Grad, fast wolkenlos.

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