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Nachrichten

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Immer mehr Unionspolitiker distanzieren sich von den Anmerkungen von Bundespräsident Wulff zur Rolle des Islam in Deutschland. Nach Ansicht von Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) gibt es "überhaupt keinen Anlass, den Islam in unsere Werteordnung zu integrieren". Unionsfraktionschef Kauder (CDU) hält "erklärende Interpretationen" nach der Rede des Bundespräsidenten für nötig. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der CSU-Politiker Glück, sagte dagegen, er sei froh über das, was Wulff gesagt habe. - Die Opposition kritisiert die Unionsdebatte als rückwärtsgewandt. SPD und Grüne machen sich für eine rechtliche Gleichstellung des Islam mit den christlichen Kirchen stark. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertritt den Standpunkt, dass sich viele Politiker bis heute den Realitäten einer Einwanderungsgesellschaft verschließen.

STUTTGART: Der frühere CDU-Generalsekretär Geißler will im Streit um das Bahnprojekt "Stuttgart 21" nur dann vermitteln, wenn sich beide Seiten während der anstehenden Schlichtungsgespräche zurückhalten. Solange verhandelt werde, gebe es eine Friedenspflicht, sagte der 80-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". Er werde sofort sein Mandat niederlegen, wenn klar werden sollte, dass man ihn "nur pro forma" eingesetzt habe, warnte Geißler. – Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Roth, beharrt auf einem Baustopp während der Vermittlung. Zudem würden sämtliche Hebel für einen Abbruch des Bahnprojektes in Bewegung gesetzt.

BRÜSSEL: Der EU-China-Gipfel hat den Konflikt zwischen Peking und dem Westen nicht ausräumen können. Zum Abschluss der Gespräche in Brüssel erklärten EU-Ratspräsident van Rompuy und Kommissionspräsident Barroso, sie hätten den chinesischen Regierungschef Wen mit Nachdruck auf die Bedeutung angemessener Wechselkurse hingewiesen. Auch das Thema Menschenrechte sei angesprochen worden. Chinas Ministerpräsident Wen wies die Kritik zurück. Die Europäer müssten aufhören, Druck auf die Regierung in Peking auszuüben.

ISLAMABAD: An der pakistanischen Grenze nehmen die Angriffe auf Nachschublieferungen für die NATO-Truppen in Afghanistan kein Ende. Im nordwestlichen Distrikt Nowshera wurden nach Polizeiangaben mehr als 50 Lastwagen in Brand gesetzt. Zwei Menschen seien bei dem Angriff getötet worden. Pakistan hatte aus Protest gegen Hubschrauber- und Drohnenangriffe durch die NATO auf pakistanischem Boden vor kurzem eine wichtige Nachschubstrecke ins benachbarte Afghanistan geschlossen. Ein NATO-Sprecher erklärte, die Militäroperationen des Bündnisses am Hindukusch seien durch die Ereignisse nicht betroffen.

BUDAPEST: Nach dem schweren Chemieunfall in Ungarn versuchen die Rettungskräfte unter Hochdruck zu verhindern, dass die roten Schlamm-Massen die Flüsse Donau und Raab erreichen. Innenminister Pinter erklärte, man wolle die Umweltkatastrophe eindämmen. Der giftige rote Bauxit-Schlamm war ausgetreten, als am Montag das Auffangbecken einer Aluminiumfabrik in Aijka, 165 Kilometer westlich von Budapest, zerbarst. Etwa 1,1 Millionen Kubikmeter des Schlamms breiteten sich danach in den umliegenden Dörfern aus. Vier Menschen wurden getötet, etwa 120 verletzt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Aufräumarbeiten Monate dauern werden.

ATHEN: In Griechenland sind die Beamten in einen 24-stündigen Streik getreten. Behörden, Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. In öffentlichen Krankenhäusern werden nur Notfälle behandelt. Auch die Fluglotsen beteiligen sich zeitweise an dem Ausstand, so dass am Nachmittag keine Maschinen starten oder landen werden. Die Beamten-Gewerkschaft protestiert so gegen das Sparprogramm der Regierung, mit der das gewaltige Staatsdefizit verringert werden soll.

ZUM SPORT: Die deutschen Springreiter haben zum neunten Mal bei der Weltmeisterschaft Mannschafts-Gold gewonnen. Das Team von Bundestrainer Otto Becker gewann in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky den Titel vorzeitig vor Frankreich und Belgien.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Süden heiter bis wolkig, im Norden und Westen stärker bewölkt und örtlich ein paar Tropfen. Höchstwerte 13 bis 23 Grad.

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