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Nachrichten

Donnerstag, 7. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

HEILIGENDAMM: Die Teilnehmer des G8-Gipfels haben im Ostseebad Heiligendamm ihr offizielles Arbeitsprogramm mit Beratungen über die Lage der Weltwirtschaft und die Beziehungen zwischen den G8-Staaten und den Schwellenländern aufgenommen. Weitere Themen sind der Nahostkonflikt und das iranische Atomprgramm. Beim wohl umstrittensten Thema des Treffens, dem Klimaschutz, soll es nach Angaben aus der deutschen und französischen Delegation erste Annäherungen geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt als G8-Vorsitzende verbindliche Ziele zur Verringerung von CO-2-Emissionen an. Die USA wollen sich bislang jedoch nicht auf konkrete Zusagen festlegen lassen. EU-Kommisions-Präsident José Manuel Barroso warnte, der Gipfel müsse als gescheitert gelten, wenn die USA nicht ausdrücklich einer Vereinbarung unter dem Dach der Vereinten Nationen zur Reduzierung der Treibhausgase zustimmten.

CANBERRA: Auch Australien will eine eigene Klimaschutz-Initiative starten. Premierminister John Howard sagte, er strebe mit den Pazifik-Anrainerstaaten der APEC ein Abkommen an, das beim Gipfel im September in Sydney unterzeichnet werden könnte. Danach soll jeder Staat seine eigenen Klimaschutzziele festlegen und diese auch überprüfen. Das Kyoto-Abkommen, so Howard, sei eurozentristisch und von oben diktiert. Australien hat wie die USA das Abkommen nicht unterzeichnet. Auch die USA hatten zuletzt eine eigene Klimaschutz-Initiative angekündigt, in die die größten 15 Treibhausgas-Produzenten eingebunden werden sollen.

HEILIGENDAMM: US-Präsident George W. Bush hat Russland im Streit um den geplanten amerikanischen Raketenschild zur Gelassenheit aufgefordert. Die Raketen richteten sich ausschließlich gegen 'Schurkenstaaten', die den Westen erpressen könnten, sagte Bush kurz vor einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin beim G8-Gipfel. Die russische Regierung hatte den Ausbau des US-Raketenschildes in Osteuropa wiederholt als Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges kritisiert. Putin drohte damit, russische Raketen auf Ziele in Europa zu richten, sollten die USA ihr Projekt weiter verfolgen.

HEILIGENDAMM: Die Gegner des G8-Gipfels haben ihre Proteste rund um den Tagungsort fortgesetzt. Mehrere Schlauchboote der Umweltorganisation 'Greenpeace' sind vom Meer aus in die Sicherheitszone eingedrungen. Die Aktivisten wollten den Staats- und Regierungschefs eine Petition mit einem Aufruf zum Klimaschutz überreichen, teilte ein Greenpeace-Sprecher mit. Schnellboote der Polizei drängten die Boote ab. Auf der Landseite blockieren Globalisierungsgegner erneut Zufahrtsstraßen zum abgeriegelten Tagungsort. Nach Angaben der Polizei verliefen die Sitzblockaden bisher friedlich. Im Verlauf des Tages rechnen die Sicherheitskräfte mit weiteren Protesten von G8-Gegnern.

KABUL: Knapp drei Wochen nach dem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kundus hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung die deutschen Soldaten dort besucht. Die Bundesregierung übe Druck auf die afghanische Seite aus, um die Hintermänner der Tat zu fassen, versicherte Jung den Kameraden der drei bei dem Anschlag am 19. Mai getöteten Soldaten. Zugleich äußerte er sich optimistisch, dass der Bundestag im Oktober den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verlängern werde.

NEW YORK: Die Armut in den Staaten des südlichen Afrika wird nach UN-Angaben bis 2015 nicht wie geplant beseitigt sein, wenn das jetzige Tempo beibehalten wird. In einem Zwischenbericht heißt es, keines der beim Milleniumsgipfel im Jahr 2000 in New York festgelegten acht Ziele werde erreicht. So lebten derzeit in den Ländern des südlichen Afrika noch immer rund 41 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Die Zahl der AIDS-Toten steige weiter und habe inzwischen die Zwei-Millionen-Marke erreicht. Als positive Tendenzen machen die UN aus, dass unter anderem die Wirtschaft leicht wachse und es weniger Bürgerkriege gebe.

BEIRUT: Die libanesische Armee hat wieder Stellungen der islamistischen Fatah el Islam in der palästinensischen Flüchtlingssiedlung Nahr el Bared bombardiert. In der Nacht war das Lager aus Kampfhubschraubern mit Maschinengewehren beschossen worden. Die Islamisten reagierten mit Drohungen, ihre Angriffe auszuweiten. - Die Gewalt zwischen islamistischen Kämpfern und libanesischen Sicherheitskräften dauert seit knapp drei Wochen an. Bislang wurden rund 110 Menschen getötet.

TAIPEH: Taiwan hat sich verärgert über die Entscheidung Costa Ricas gezeigt, künftig die Volksrepublik China anzuerkennen. Außenminister James Huang sagte, der Regierung von Präsident Oscar Arias sei dafür eine astronomische Summe angeboten worden. Arias hatte die Entscheidung damit begründet, sein Land könne nicht mehr länger die Wirtschaftsmacht Chinas außer Acht lassen. Costa Rica und Taiwan unterhielten seit 1944 diplomatische Beziehungen. Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz betrachtet wird, wird jetzt noch von 24 Staaten weltweit anerkannt.

KÖLN: Zum Auftakt des Deutschen Evangelischen Kirchentags haben Vertreter der Weltreligionen vom G8-Gipfel entschiedenere Schritte im Kampf gegen Armut gefordert. Das Ausmaß der weltweiten Armut sei ein Skandal, heißt es in einer in Köln verabschiedeten Erklärung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in einem Grußwort beim Eröffnungsgottesdienst auf den Rheinwiesen vor 65.000 Menschen, die Ökonomisierung aller Lebensbereiche erfülle einen mit Unbehagen und Sorge. An diesem Donnerstag wollen sich die Teilnehmer mit dem Verhältnis zum Islam befassen.

DARMSTADT: Der Schriftsteller Martin Mosebach erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis, der als bedeutendster Literaturpreis in Deutschland gilt. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt erklärte, Mosebach erhalte die Auszeichnung für seine Verbindung von stilistischer Pracht mit urwüchsiger Erzählfreude und humoristischem Geschichtsbewusstsein. Der 1951 in Frankfurt am Main geborene Autor arbeitet in fast jedem Genre und hat sowohl Romane als auch Dramen, Gedichte, Hörspiele, Reportagen, Drehbücher und Essays veröffentlicht, darunter die Titel 'Westend', 'Die Türkin' und 'Eine lange Nacht'.

ZUM SPORT: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei in Hamburg mit 2:1 gewonnen. Nach Eigentoren des Slowaken Jan Durica und von Christoph Metzelder schoss Thomas Hitzlsperger das entscheidende Tor. Deutschland führt jetzt in der Gruppe D mit fünf Punkten Vorsprung vor Tschechien gefolgt von Irland. Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die EM.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt. Im Westen und Norden Schauer und Gewitter. Höchstwerte 23 bis 30 Grad.

Zuletzt meldeten bei zumeist lockerer Bewölkung:

HAMBURG und MÜNCHEN: 25 Grad;
BERLIN: 27 Grad und
DRESDEN, KÖLN/BONN
und FRANKFURT AM MAIN: 26 Grad.

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