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Nachrichten

Donnerstag, 7. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KARLSRUHE: Der Prozess um den Feuertod eines Asylbewerbers aus Sierra Leone in einer Gefängniszelle in Dessau muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs neu aufgerollt werden. Nach Auffassung der Karlsruher Richter weist das vorinstanzliche Urteil des Landgerichts Dessau-Roßlau vom Dezember 2008 erhebliche Lücken auf. Der 23-jährige Oury Jalloh war am 7. Januar 2005 in Polizeigewahrsam in einer Ausnüchterungszelle verbrannt. Den Ermittlungen zufolge soll der an Händen und Beinen fixierte Mann den Brand selbst gelegt haben. Die Dessauer Richter hatten deshalb den diensthabenden Gruppenleiter der Polizei vom Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen. Die Richter des BGH erklärten dazu, das Urteil sei nur schwer nachvollziehbar und verwiesen den Fall an das Landgericht Magdeburg.

ANKARA: Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Türkei als Voraussetzung für eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union zu weiteren Reformen aufgefordert. Meinungs- Presse- und Religionsfreiheit seien tragende Säulen der europäischen Wertegemeinschaft, sagte Westerwelle auf einer Konferenz der Auslandsbotschafter der Türkei in Ankara. Das Reformwerk der Türkei sei noch unvollendet. Als Schlüssel für Fortschritte in der Beitrittsfrage bezeichnete der Minister die Zypernfrage. Die Türkei müsse endlich ihre Häfen und Flughäfen auch für Schiffe und Flugzeuge aus der Inselrepublik öffnen. Der FDP-Politiker hält sich noch bis Freitag in der Türkei auf. Geplant sind auch Treffen mit Staatspräsident Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

BERLIN: Die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP wollen sich noch vor der für den 19. Januar anberaumten offiziellen Koalitionsrunde zu einem Sechs-Augen-Gespräch treffen. Das wurde in Berlin aus Parteikreisen bestätigt. Das Treffen von CDU-Chefin Angela Merkel, dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer solle im Kanzleramt stattfinden. Dabei sollen vor allem Streitthemen wie die Finanz- und Steuerpolitik besprochen werden. Seehofer hatte am Mittwoch erklärt, es werde regelmäßige Gespräche der Parteivorsitzenden geben.

WASHINGTON: Knapp zwei Wochen nach dem verhinderten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug bei Detroit ist der mutmaßliche Täter von einem Bundesgericht in Detroit in insgesamt sechs Punkten angeklagt worden, unter anderem wegen versuchten Mordes und versuchter Nutzung einer Massenvernichtungswaffe. Von Terrorismus ist in der siebenseitigen Anklageschrift nicht die Rede. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte am 25. Dezember versucht, auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit einen vollbesetzten Airbus mit Sprengstoff in die Luft zu jagen. Mitreisenden gelang es rechtzeitig den 23-Jährigen zu überwältigen. Er soll im Auftrag des Terrornetzwerks El Kaida gehandelt haben. Dem Nigerianer droht bei einem Schuldspruch eine lebenslange Haftstrafe.

NEW YORK: Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für Afghanistan, Kai Eide, hat vor dem UN-Sicherheitsrat für eine neue Strategie in Afghanistan geworben. Diese müsse sich mehr auf die zivilen und weniger auf die militärischen Aspekte konzentrieren. Die Einrichtung von Schulen, Krankenhäusern und anderen Institutionen werde Hunderte von Millionen verschlingen. Es sei aber die beste Investition, die in Afghanistan getätigt werden könne, sagte der norwegische Diplomat. An die internationalen Truppen appellierte Eide, noch mehr darauf zu achten, dass bei den Militäraktionen keine Zivilisten getötet würden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, 2009 seien die Taliban und andere Aufständische für 78 Prozent aller Tötungen von afghanischen Zivilisten verantwortlich gewesen.

NEU DELHI: Nach einem stundenlangen Schusswechsel mit muslimischen Extremisten haben indische Sicherheitskräfte in Kaschmir ein Hotel gestürmt. Die beiden Separatisten, die sich mit mehreren Geiseln in dem Hotel verschanzt hatten, seien bei der Aktion getötet worden, teilte die Polizei mit. Ein Teil des Hotels in Srinagar, der Hauptstadt des indischen Teils von Kaschmir, stehe in Flammen. Die beiden Extremisten hatten sich in dem Hotel verschanzt, nachdem sie am Mittwoch in einem Geschäftsviertel der Stadt das Feuer auf Passanten eröffnet und Handgranaten geworfen hatten. Ein Polizist war dabei getötet und mindestens acht weitere Menschen verletzt worden.

GAZA-STADT: Im Gazastreifen ist ein internationaler Konvoi mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern eingetroffen. Tausende Palästinenser feierten, als die 150 Lastwagen die Grenzstadt Rafah erreichten. Die Hilfsgüter stammen aus Europa, arabischen Ländern und der Türkei. Der Konvoi brauchte mehr als einen Monat bis zum Ziel. Am Mittwoch war es am Grenzübergang von Ägypten zum Gazastreifen zwischen den Konvoi begleitenden Aktivisten und ägyptischen Polizisten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten gekommen. Anlass war die ursprüngliche Forderung Ägyptens, der Konvoi müsse einen Teil der Hilfsgüter über Israel in den Gaza-Streifen zu bringen.

KAIRO: In Ägypten haben vermutlich muslimische Fanatiker nach einer Messe zum koptischen Weihnachtsfest mindestens sieben Menschen getötet. Mindestens neun weitere Menschen wurden verletzt, als mehrere Männer aus einem vorbeifahrenden Auto heraus das Feuer auf die Gläubigen eröffneten, teilten die Sicherheitskräfte mit. Es war der folgenschwerste Angriff auf koptische Christen in Ägypten seit zehn Jahren. Der Anschlag ereignete sich in der Ortschaft Nag Hammadi in der Provinz Kena, rund 650 Kilometer südlich von Kairo. In der oberägyptischen Provinz kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Angehörige der koptischen Kirche.

PEKING: China kämpft mit heftigen Schneefällen und den niedrigsten Temperaturen seit Jahrzehnten. Jetzt wurde in großen Teilen des Landes der Strom rationiert und teilweise sogar abgestellt. Um die Beheizung von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Schulen und wesentlichen Verkehrseinrichtungen sicher zu stellen, sind von den Rationierungen vor allem Industriebetriebe und öffentliche Gebäude betroffen, wie die chinesischen Medien berichten. Landesweit war der Stromverbrauch rasant angestiegen. Die Vorräte in den staatlichen Kohlelagern gehen nach Medienberichten zunehmend zur Neige, vielerorts sollen sie nur noch für zehn Tage reichen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dicht bewölkt oder trübe und im Nordwesten leichter Schneefall. Sonst nur geriner Schneegriesel, im Südosten auch heitere Abschnitte. Höchstwerte zwischen minus sechs und Null Grad.

Zuletzt meldeten.

Hamburg: minus 10°, dunstig;

Berlin: minus 8°, etwas Schnee;

Dresden: minus 8°, nach Schneefall;

Köln/Bonn: minus 5°, leichter Schneefall;

Frankfurt am Main: minus 6°, etwas Schnee und

München: minus 3°, wolkig.

Audio und Video zum Thema