1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 7. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WILNIUS: Der Streit um mehr militärische Anstrengungen in Afghanistan beherrscht das NATO-Treffen an diesem Donnerstag in der Hauptstadt Litauens. Mit Spannung wird in Wilnius das Zusammentreffen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung mit seinem US-Kollegen Robert Gates erwartet. Die USA haben in jüngster Zeit ihren Druck auf die Bundesregierung nochmals verstärkt, auch Soldaten in den Süden Afghanistans zu schicken. Dort liefern sich die Alliierten mit den radikal-islamischen Taliban-Milizen heftige Gefechte. Jung hat zwar jetzt erstmals die Entsendung eines Kampfverbandes zugesagt. Die rund 200 Bundeswehr-Soldaten sollen jedoch im vergleichsweise ruhigen Norden des Landes bleiben. Neben den USA fordern auch Kanada, Großbritannien, die Niederlande und Litauen eine, wie es heißt, gerechtere militärische Lastenteilung am Hindukusch.

KABUL: US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr britischer Kollege David Miliband sind zu einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Geplant sind Gespräche mit Präsident Hamid Karsai und anderen Mitgliedern der polititschen Führung in Kabul. Rice sagte vor Journalisten, nicht nur die internationale Schutztruppe, sondern auch die afghanische Regierung habe die Verantwortung, nach Jahren des Kriegs im Land für Frieden und demokratische Strukturen zu sorgen.

GAZA-STADT: Unterstützt von Panzern und Kampfflugzeugen sind israelische Soldaten in den nördlichen Gazastreifen eingerückt. Bei Gefechten mit militanten Palästinensern wurden fünf Aktivisten der radikal-islamischen Hamas und ein Kämpfer des Islamischen Dschihad getötet, wie Sprecher beider Organisationen bestätigten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurden bei dem Angriff nahe Beit Hanun auch ein Lehrer getötet und mehrere Schüler verletzt. Am Mittwoch waren zwei israelische Kinder verletzt worden, als vom Gazastreifen aus eine Rakete auf den Süden Israels abgefeuert wurde. Israels Vize-Regierungschef Haim Ramon drohte der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit einem - wie er sagte - Krieg an allen Fronten.

NEW YORK: Der UN-Sicherheitsrat hat die verfeindeten politischen Parteien in Kenia aufgefordert, die Gewalt sofort zu stoppen und den Konflikt auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Zugleich stärkte das höchste Gremium der Vereinten Nationen dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan den Rücken, der zwischen Regierung und Opposition vermittelt. In Kenias Hauptstadt Nairobi wird in Kürze EU-Kommissar Louis Michel erwartet, der Annan in seinen Bemühungen unterstützen will. Bei neuen Gefechten zwischen rivalisierenden Volksgruppen sind in der westlichen Region Trans Nzoia weitere zehn Menschen getötet worden. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl Ende Dezember wurden bei Unruhen in dem ostafrikanischen Land mehr als 1.000 Menschen getötet, etwa 300.000 sind auf der Flucht.

ANKARA: Das türkische Parlament hat den Weg frei gemacht für ein Ende des umstrittenen Kopftuchverbots an den Universitäten des Landes. Nach zwölfstündiger Debatte stimmten von den 550 Abgeordneten 404 für die geplanten Verfassungsänderungen, 92 votierten dagegen. Die islamisch geprägte Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wurde bei ihrem Gesetzesvorstoß von der nationalistischen Oppositionspartei MHP unterstützt. Am Samstag wird das Parlament in zweiter Lesung abschließend entscheiden. Das weltlich ausgerichtete Lager und die einflussreichen Streitkräfte kritisieren das Vorhaben in scharfer Form. Die Gegner werfen Erdogan vor, die von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk verfügte Trennung von Staat und Kirche aufzuweichen.

LUDWIGSHAFEN: Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan wird an diesem Donnerstag am Ort des Brandes in einem Mehrfamilienhaus im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen erwartet. Nach Auskunft der Staatskanzlei in Mainz ist noch unklar, ob er auch Verletzte besuchen wird. Derweil gehen in dem einsturzgefährdeten Haus die Sicherungs- sowie Ermittlungsarbeiten weiter. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise auf einen möglichen Anschlag. Zwei Kinder hatten angegeben, einen Fremden in dem Haus beim Zündeln beobachtet zu haben. Bei dem Brand in dem überwiegend von türkischen Familien bewohnten Gebäude waren am Sonntag neun Menschen ums Leben gekommen und 60 verletzt worden.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank hat trotz der Krise an den internationalen Finanzmärkten im Jahr 2007 einen Rekordgewinn eingefahren. Er stieg um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Vorstandschef Josef Ackermann sagte auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main, trotz weiterhin herausfordernder Marktbedingungen sei er zuversichtlich, 2008 ein Ergebnis von 8,4 Milliarden Euro vor Steuern zu erreichen. Die positive Entwicklung schlug sich auch in der Mitarbeiterzahl nieder. Die Deutsche Bank stockte ihre Belegschaft um 10.000 auf nun 78.291 Mitarbeiter auf.

NASHVILLE: Nach dem Durchzug der verheerenden Tornados im Süden der USA geht die Suche nach Vermissten weiter. Bisher gibt es mindestens 55 Todesopfer und hunderte Verletzte. Präsident George W. Bush sagte den betroffenen Staaten Tennessee, Mississippi, Arkansas, Kentucky und Alabama Hilfe zu. Die Wirbelstürme sind die schlimmsten seit mehr als 20 Jahren gewesen. Die Wucht der Tornados war so gewaltig, dass ganze Straßenzüge dem Erdboden gleichgemacht wurden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wechselnd bewölkt und trocken. Tageswerte zwischen vier und zehn Grad.

Audio und Video zum Thema