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Nachrichten

Donnerstag, 7. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Der umstrittene pakistanische Präsident Pervez Musharraf soll seines Amtes enthoben werden. Informationsministerin Sheri Rehman sagte, der entsprechende Entwurf der Regierungskoalition für das Parlament sei vorbereitet worden. Für Montag sei eine Sondersitzung des Unterhauses beantragt. In den vergangenen Tagen hatten die Vorsitzenden der Pakistanischen Volkspartei und der Muslim-Liga Nawaz, Asif Ali Zardari und Nawaz Sharif, intensiv über ein einheitliches Vorgehen gegen Musharraf beraten. Sharif, der von Musharraf 1999 durch einen unblutigen Putsch gestürzt worden war, wollte diesen wegen Verrats vor Gericht stellen, was Zardari ablehnte.

KABUL: Ein vor knapp zwei Wochen in der afghanischen Hauptstadt entführter Deutscher ist wieder frei. Geheimdienstchef Abdullah Laghmani teilte in Kabul mit, der Geschäftsmann, der auch die afghanische Staatsbürgerschaft hat, sei in der Nacht zum Donnerstag aus einem Haus in der Provinz Parwan befreit worden. Sicherheitskräfte hätten drei mutmaßliche Kidnapper festgenommen. Nach Angaben des Entführten hatten die Kidnapper zuvor ein Lösegeld in Höhe von drei Millionen US-Dollar gefordert. Der Deutsch-Afghane betreibt in Kabul ein beliebtes Lokal.

BANGKOK: US-Präsident George W. Bush hat einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Spiele die Menschenrechtslage im Gastgeberland China ungewohnt deutlich kritisiert. Die USA seien tief besorgt über die Verhaftung politischer Dissidenten, Menschenrechtler und religiöser Aktivisten, sagte Bush in einer Rede vor ausländischen Diplomaten in Thailands Hauptstadt Bangkok. Zugleich lobte der US-Präsident die Wirtschaftsreformen in China und die Beziehungen zwischen Washington und Peking. Harsche Kritik übte Bush auch am Militärregime in Birma. Die USA würden sich für ein Ende der - so wörtlich - Tyrannei in dem Land einsetzen. Der US-Präsident nimmt am Freitag an der Eröffnungsfeier der Spiele in Peking teil. Später sind politische Gespräche mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping geplant.

NOUAKCHOTT: Die Putschisten in Mauretanien haben einen Tag nach der Machtübernahme angekündigt, bald einen neuen Präsidenten wählen zu lassen. Ein Datum nannten sie in ihrer Erklärung nicht. Ein Kommando unter Führung des bisherigen Kommandeurs der Präsidentengarde, General Mohhamed Ould Abdel Aziz, hatte am Mittwoch die Macht in dem kleinen nord-westafrikanischen Staat übernommen. Präsident Sidi Ould Cheikh Abdallahi und Regierungschef Yahya Ould Ahmed Waghf wurden abgesetzt und festgenommen. Der Präsident hatte zuvor mehrere hochrangige Militärs entlassen, unter ihnen auch Abdel Aziz. Weltweit wurde der Sturz einer erst im vergangenen Jahr demokratisch gewählten Regierung verurteilt. Die EU drohte damit, zugesagte Finanzhilfen auf Eis zu legen. Die Afrikanische Union will einen Sondergesandten nach Nouakchott schicken.

JERUSALEM: Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Freilassung von mehr als 150 palästinensischen Häftlingen zugesagt. Die Gefangenen sollten Ende des Monats als Geste des guten Willens auf freien Fuß gesetzt werden, sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat nach einem Treffen der beiden Politiker in Jerusalem. Ein Sprecher Olmerts bestätigte die Vereinbarung, nannte aber keine Zahlen.

WIESBADEN: Der deutsche Außenhandel ist im Juni dieses Jahres deutlich gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Exporte um 7,9 Prozent auf 88,3 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Deutschland exportierte hauptsächlich in die Mitgliedsländer der Europäischen Union. Einen besonders starken Anstieg der Ausfuhren gibt es allerdings beim Handel mit Nicht-EU-Ländern.

DÜSSELDORF: Im Streit um seinen möglichen Ausschluss aus der SPD will der frühere nordrhein-westfälische Regierungschef und Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement heute eine Erklärung abgeben. Sein Rechtsbeistand, der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, und der Parteivize, Finanzminister Peer Steinbrück, sollen ihm laut Presseberichten zu einem Kompromiss geraten haben. In den vergangenen Tagen lehnte Clement wiederholt eine Zusicherung ab, künftig auf parteischädigende Äußerungen zu verzichten.

FRANKFURT AM MAIN: Bei der Lufthansa-Tochter Cityline streiken seit Donnerstagfrüh die Piloten. Der Ausstand soll nach Angaben der Vereinigung Cockpit bis Freitagmittag dauern. Auslöser sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die 700 CityLine-Piloten, die deutlich weniger verdienen als ihre Kollegen bei der Konzernmutter Lufthansa. Für heute wurden 360 Flüge gestrichen. Cityline bietet ausschließlich innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen an.

DRESDEN: Zwei Rädelsführer der Neonazi-Gruppe "Sturm 34" sind zu hohen Jugendstrafen verurteilt worden. Der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde von der Staatsschutzkammer des Dresdner Landgerichts aber fallengelassen. Zwei Angeklagte der 2007 verbotenen rechtsextremen Kameradschaft müssen wegen gefährlicher Körperverletzung dreieinhalb und drei Jahre ins Gefängnis. Ein 19-Jähriger erhielt eine Bewährungsstrafe, zwei weitere Angeklagte wurden freigesprochen, darunter ein Informant des Staatsschutzes. Die Gruppe hatte Angst und Schrecken verbreitet in der Region um Mittweida in Sachsen, das als Hochburg der rechten Szene gilt.

JAKARTA: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat die Küste der östlichen indonesischen Insel Sumbawa erschüttert. Nach Angaben der Behörden wurden mehrere Menschen verletzt. Mehr als 100 Häuser stürzten ein, etwa ebensoviele sind beschädigt. Der Erdstoß ereignete sich 50 Kilometer nordwestlich der Stadt Sumbawa in einer Tiefe von zehn Kilometern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst noch verbreitet sonnig. Dann von Westen her neue Schauer, teils unwetterartig. Höchstwerte zwischen 24 und 34 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 19 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 20 Grad, fast wolkenlos;

Dresden: 21 Grad, fast wolkenlos;

Köln/Bonn: 21 Grad, wolkig;

Frankfurt am Main: 21 Grad, heiter und

München: 19 Grad, wolkenlos.

Audio und Video zum Thema