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Nachrichten

Donnerstag, 6. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Nach seinem klaren Wahlsieg bereitet der künftige US-Präsident Barack Obama seine Amtsübernahme vor. Er ernannte ein Übergangsteam zur Vorbereitung, dem auch enge Mitarbeiter des früheren Präsidenten Bill Clinton angehören. Es wird erwartet, dass der Politiker der Demokratischen Partei in Kürze erste Aussagen zu seiner Kabinettszusammensetzung treffen wird und dazu, wie er seine Wahlversprechen umsetzen will. Zusammen mit seinem Vizepräsidenten Joe Biden wird Obama am 20. Januar in Washington den Amtseid ablegen. Der 47-jährige ist der erste farbige Politiker in der Geschichte der USA, der ins Weiße Haus einzieht. Amtsinhaber George W. Bush sicherte Obama eine lückenlose Zusammenarbeit bei der Übergabe der Regierungsgeschäfte zu und lud seinen Nachfolger zu einem Treffen ins Weiße Haus ein.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Ankündigung Russlands kritisiert, als Reaktion auf den US-Raketenschild in Mitteleuropa selbst Raketen zu stationieren. Dies sei ein falsches Signal zum falschen Zeitpunkt, sagte Steinmeier im deutschen Fernsehen. Russland solle auf die USA zugehen. Die Wahl des Demokraten Barack Obama zum neuen US-Präsidenten schaffe völlig neue Möglichkeiten in der internationalen Politik. - Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte in einer Rede zur Nation angekündigt, sein Land werde Kurzstreckenraketen in Kaliningrad an der Ostsee stationieren. Damit könne das US-Abwehrsystem, das in Polen und Tschechien aufgebaut werden soll, neutralisiert werden. - Kaliningrad, das ehemalige deutsche Königsberg, liegt zwischen den NATO-Staaten Polen und Litauen.

KABUL: Bei einem Angriff der internationalen Truppen in Afghanistan haben Aufständische nach Angaben der US-Streitkräfte Zivilisten an der Flucht gehindert. Die US-Armee teilte mit, die Rebellen hätten bei Gefechten in der Provinz Kandahar am Montag Augenzeugenberichten zufolge Zivilisten gezwungen, in der Kampfzone zu bleiben. Bei dem gemeinsamen Angriff afghanischer Streitkräfte und internationaler Truppen seien neun Aufständische getötet worden, für getötete Zivilisten gebe es aber keine Bestätigung. Nach Angaben des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai wurden dagegen rund 40 Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder.

KINSHASA: Die Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo bleibt auch einen Tag vor dem in der kenianischen Hauptstadt Nairobi geplanten Krisengipfel angespannt. Neue Kämpfe zwischen den Rebellen des Tutsi-Generals Laurent Nkunda und einer regierungsnahen Miliz trieben tausende Menschen in die Flucht. Nach Angaben von Hilfsorganisationen erschweren die Gefechte die Versorgung der mindestens 250.000 Flüchtlinge zusätzlich, die in der Region um die Provinzhauptstadt Goma auf Hilfe warten. - An den Gesprächen über eine Beilegung der Krise in Nairobi am Freitag nimmt neben den Präsidenten Kongos und Ruandas, Joseph Kabila und Paul Kagame, auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil. Die in Ruanda regierenden Tutsi haben erneut Vorwürfe zurückgewiesen, die Rebellen im Osten des Nachbarlandes zu unterstützten.

WASHINGTON: Die Ukraine erhält vom Internationalen Währungsfonds -IWF- einen Kredit über 16,4 Milliarden Dollar, um den durch die internationale Finanzmarktkrise ausgelösten Liquiditätsengpass zu beheben. Davon würden 4,5 Milliarden Dollar sofort freigegeben, erklärte der IWF in Washington. Im Gegenzug habe das Land Reformen im Finanzsektor zugesagt. Die Wirtschaft der Ukraine geriet zudem durch sinkende Stahlpreise unter Druck. Stahl ist das wichtigste Exportgut des Landes. - Außer der Ukraine haben auch Ungarn und Island Hilfszusagen des IWF erhalten. Weißrussland hat ebenfalls einen Kredit beantragt.

THIMPU: Im Himalaya-Staat Bhutan ist Kronprinz Jigme Khesar Namgyel Wangchuck zum neuen König gekrönt worden. Der 28-Jährige ist damit das jüngste Staatsoberhaupt der Welt. Jigme Khesar amtiert bereits seit Ende 2006, als sein Vater im Alter von 51 Jahren überraschend abdankte. Dieser hatte einen Kurs der behutsamen Demokratisierung Bhutans verfolgt. Im März dieses Jahres war erstmals ein Parlament gewählt worden. - Bhutan hat etwa die Größe der Schweiz, aber nur knapp 700.000 Einwohner. Das von der Außenwelt weitgehend abgeschottete Land liegt zwischen China und Indien.

HANOI: Die Zahl der bei den Überschwemmungen in Vietnam ums Leben gekommenen Menschen ist nach offiziellen Angaben auf mindestens 92 gestiegen. In der Hauptstadt Hanoi standen noch in fünf Vierteln die Wassermassen in den Straßen. Auf dem Höhepunkt der von heftigen Regenfällen verursachten Überschwemmungen waren mehr als 100 Stadtteile überflutet.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht hat die Nutzung gespeicherter Telefon- und Internetdaten erneut eingeschränkt. Bis zur endgültigen Entscheidung des Gerichts über die umstrittene Vorratsdatenspeicherung dürfen die Daten nur dann an die Polizei übermittelt werden, wenn es um die Abwehr einer Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person oder um die Sicherheit des Bundes geht. Das geht aus einer in Karlsruhe veröffentlichten Einstweiligen Anordnung hervor. Auch für den Datentransfer an Nachrichtendienste gelten Beschränkungen. Hintergrund der Eilentscheidung sind das bayerische Verfassungsschutzgesetz sowie die Polizeigesetze in Bayern und Thüringen, die größere Behördenbefugnisse vorsehen. Karlsruhe hatte bereits im März eine erste Anordnung gegen das Telekommunikationsgesetz erlassen, das die Vorratsdatenspeicherung regelt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Trübes Novemberwetter mit vielen Wolken. Nur im Westen und Südwesten teils heiter. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen neun und 15 Grad.

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