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Nachrichten

Donnerstag, 6. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

POTSDAM: Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes setzt die Gewerkschaft Verdi vor der zunächst letzten Verhandlungsrunde an diesem Donnerstag nochmals auf massive Warnstreiks. Schwerpunkt ist diesmal der Süden Deutschlands. In vielen Städten Hessens legten Bus- und Bahnfahrer die Arbeit nieder. Auch in Baden-Württemberg ist vielerorts der öffentliche Nahverkehr weitgehend lahmgelegt. Allein in Bayern beteiligen sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 20.000 Beschäftigte an Streikaktionen. Von dem Ausstand betroffen sind auch wieder Kindertagesstätten, die Müllabfuhr und andere Bereiche des öffentlichen Lebens. Der Verdi-Verhandlungsführer, Achim Meerkamp, sagte, er sehe nur geringe Chancen auf eine Einigung mit den Arbeitgebern. Zugleich warnte er nochmals vor flächendeckenden und unbefristeten Streiks. Die Arbeitgeber bieten bisher fünf Prozent mehr Lohn bei Arbeitszeitverlängerung, Verdi verlangt acht Prozent.

BRÜSSEL: Die Außenminister der NATO-Staaten sind in Brüssel zusammengekommen, um über die geplante Erweiterung des Bündnisses zu beraten. Albanien, Kroatien und Mazedonien sollen schon bald eingeladen werden, der NATO beizutreten. Allerdings droht Griechenland damit, die Aufnahme Mazedoniens zu blockieren. Athen befürchtet, dass Mazedonien Gebietsansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz erheben könnte. Umstritten ist in der NATO die Frage, ob das Bündnis auch der Ukraine und Georgien eine Beitrittsperspektive eröffnen sollte. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bekräftigte zu Beginn des Brüsseler Treffens die deutschen Vorbehalte gegen eine NATO-Mitgliedschaft beider Staaten.

PARIS: Eine Woche vor dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy Einzelheiten zu der von ihm favorisierten Mittelmeerunion genannt. Danach soll die Organisation eine Doppelspitze erhalten. Einen Präsidenten würden die nördlichen und einen die südlichen Anrainer-Staaten stellen, so Sarkozy in einem Zeitungsinterview. Alle EU-Mitgliedstaaten sowie sämtliche Mittelmeer-Länder könnten der Union beitreten. Mitte Juli werde es ein gemeinsames Gipfeltreffen geben. - Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten sich erst Anfang dieser Woche nach monatelangem Streit auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Mittelmeerunion verständigt. Merkel befürchtete vor allem eine Spaltung der Europäischen Union und bestand darauf, dass alle EU-Staaten gleichberechtigt sind.

BERLIN: Die Deutsche Rentenversicherung des Bundes hat einen Medienbericht über eine nur geringfügige Rentenerhöhung in diesem Jahr als verfrüht zurückgewiesen. Um die Höhe der Rentenanpassung zu berechnen, fehlten noch Zahlen des Statistischen Bundesamtes, und die erwarte man "frühestens Mitte März“, erklärte ein Sprecher der Versicherung. Die 'Bild'-Zeitung hatte berichtet, die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner sollten auch in diesem Jahr nur geringfügig angehoben werden. Unter Berufung auf vorläufige interne Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung hieß es, geplant sei, die Bezüge der Ruheständler zum 1. Juli um 0,5 Prozent anzuheben. Eine stärkere Rentenerhöhung sei erst im Wahljahr 2009 vorgesehen.

CARACAS: Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat harte Strafmaßnahmen gegen Kolumbien angekündigt. Venezuela werde seine wirtschaftlichen Kontakte zu dem Nachbarland auf Null herunterfahren und die Verstaatlichung kolumbianischer Unternehmen prüfen, sagte Chavez nach einem Treffen mit dem ecuadorianischen Amtskollegen Rafael Correa in Caracas. Chavez reagierte damit auf die kolumbianische Militäraktion gegen FARC-Rebellen auf ecuadorianischem Territorium. Beide Staatschefs verlangten zudem eine klare internationale Verurteilung Kolumbiens. Trotz der Spannungen zwischen den drei südamerikanischen Staaten ließen die FARC-Rebellen vier kolumbianische Touristen frei, die sie seit Januar in Geiselhaft gehalten hatten.

RANGUN: Der UN-Sondergesandte für Birma, Ibrahim Gambari, hat eine neue Vermittlungsmission in dem asiatischen Land gestartet. Gambari will die Militärmachthaber dazu drängen, die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bei den für 2010 versprochenen Wahlen antreten zu lassen. Unklar ist noch, ob der UN-Vertreter auch mit Suu Kyi selbst zusammenkommen wird. Birmas Militärjunta hatte im vergangenen Monat überraschend ein Verfassungsreferendum für Mai angekündigt, um damit den Weg für Parlamentswahlen in zwei Jahren freizumachen. Allerdings soll Suu Kyi dem Verfassungsentwurf zufolge nicht zur Wahl antreten können, weil sie mit einem Ausländer verheiratet ist.

WASHINGTON: Nach ihren jüngsten Vorwahl-Siegen schließt die demokratische US-Senatorin Hillary Clinton nicht mehr aus, dass sie gemeinsam mit ihrem Konkurrenten Barack Obama bei der Präsidentschaftswahl im November antreten wird. Sie selbst sehe sich als Bewerberin für das Präsidentenamt, während Obama als Vizepräsidentschaftskandidat infrage käme, sagte Clinton. Die ehemalige First Lady hatte am Dienstag die Vorwahlen in den wichtigen Bundesstaaten Texas und Ohio gewonnen. Damit sind ihre Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten wieder deutlich größer geworden. - Bei den Republikanern ist Senator John McCain die Kandidatur nicht mehr zu nehmen. Er hatte sich am Dienstag die erforderliche Zahl der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer gesichert.

WASHINGTON: Die Entscheidung der US-Luftwaffe, einen Milliardenauftrag an den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zu vergeben, ist nach Ansicht von Verteidigungsminister Robert Gates nicht zu beanstanden. Es habe einen fairen Wettbewerb zwischen EADS und dem US-Unternehmen Boeing gegeben, erklärte Gates. EADS und dessen amerikanischer Partner 'Northrop Grumman' hatten vorige Woche überraschend den Zuschlag für den Bau von 179 Tankflugzeugen erhalten. Daraufhin wurden in den USA Befürchtungen laut, dass die Entscheidung gegen Boeing zum Verlust von Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten führen werde.

PHOENIX: In den USA haben die Behörden mit der Flutung des Colorado River im Grand Canyon begonnen. 60 Stunden lang fließen nun pro Sekunde mehr als eine Million Liter Wasser vom künstlich geschaffenen Lake Powell in den Fluss. Von der Aktion erhoffen sich Wissenschaftler eine Belebung seines Ökosystems. So sollen sich wieder Strände aus Sand und Schlick bilden können. Durch den Bau des Glen-Canyon-Damms 1963 hatte sich das Ökosystem des Colorado River deutlich verändert. Es ist das dritte Mal, dass der Fluss im Bundesstaat Arizona künstlich geflutet wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte wolkenreich, gelegentlich Regen. In der Südhälfte wechselnd bewölkt und trocken. Südlich der Donau durchweg sonnig. Höchsttemperaturen zwei bis zehn Grad.

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