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Nachrichten

Donnerstag, 5. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Union und SPD wollen für die Bezahlung von Managern schärfere Regeln erlassen. Eine Obergrenze für Vorstandsprämien und Abfindungen -wie von der SPD gefordert- soll es allerdings nicht geben. Dies beschloss nach zähen Verhandlungen der Koalitionsauschuss. Ebenfalls einig wurde sich die große Koalition über einzelne Gesetzesvorhaben im Umweltrecht. Zahlreiche andere Streitpunkte blieben aber ungelöst, darunter der Mindestlohn für Zeitarbeiter und ein NPD-Verbot. Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, bescheinigte dem Regierungsbündnis nach den Verhandlungen einen "trostlosen" Zustand. Das Ende der Großen Koalition werfe seine Schatten voraus. SPD-Fraktionschef Peter Struck bezeichnete diese Äußerung von Ramsauer -so wörtlich- als "Unsinn". Die Politik müsse sich vor allem der Wirtschafts- und Finanzkrise stellen und sollte keinen verfrühten Wahlkampf betreiben, mahnte Struck.

DÜSSELDORF: Das der Bundesregierung vom Opel-Management vorgelegte Sanierungskonzept für den von Insolvenz bedrohten deutschen Autobauer sieht nach einem Bericht der "Rheinischen Post" die Streichung von 7.600 Stellen vor, also mehr als doppelt so viele wie bisher angekündigt. Wie die Zeitung weiter berichtet, ist der bislang geheim gehaltene Rettungsplan von Opel nicht mit dem US- Mutterkonzern General Motors abgestimmt. Dies habe Wirtschaftsstaatssekretärin Dagmar Wöhrl im Bundestags-Wirtschaftsausschuss mitgeteilt, hieß es. Demnach habe die Opel-Führung Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gebeten, das Rettungskonzept bei seinem USA-Besuch Mitte März US-Finanzminister Timothy Geithner vorzustellen.

WIESBADEN: Die Wirtschaftskrise hat nun auch den deutschen Einzelhandel erreicht. Allerdings kam es zu keinen dramatischen Umsatzrückgängen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gingen die Umsätze im Januar real um 1,3 Prozent zurück. Besonders stark waren Lebensmittelsupermärkte sowie der Internet- und Versandhandel betroffen.

PEKING: Die Volksrepublik China will in diesem Jahr trotz der weltweiten Wirtschaftskrise ein Wachstum von acht Prozent erreichen. In seiner Rede vor dem Nationalen Volkskongress stellte Regierungschef Wen Jiabao Einzelheiten des bereits im November vorgestellten Konjunkturpakets vor, mit dem die Folgen des Rückgangs der ausländischen Nachfrage abgefedert werden sollen. Dazu gehörten Exporthilfen und Programme zur Ankurbelung des Konsums, mit denen auch der soziale Frieden gesichert werden solle, so Wen. Vor den rund 3.000 ausgewählten Delegierten der jährlichen Parlamentssitzung räumte der Regierungschef ein, dass die Probleme der Volksrepublik, wie mangelnde soziale Absicherung und ein kränkelndes Gesundheitssystem , durch die Krise weiter verstärkt würden. Das Wachstum in China war zum Jahresende 2008 kräftig eingebrochen und lag nur noch bei 6,8 Prozent - gegenüber zehn Prozent im Frühjahr. Als Reaktion hatte die Regierung im November ein Konjunkturprogramm im Wert von rund 470 Milliarden Euro beschlossen.

BRÜSSEL: In der Nato zeichnet sich eine breite Mehrheit für die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen dem Nordatlantischen Bündnis und Russland ab. Vor Beginn einer Konferenz der Nato-Außenminister in Brüssel sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, es gebe Signale, dass die meisten der 26 Bündnispartner die regelmäßigen Gespräche auf hoher Ebene wieder in Gang setzen wollten. Diese waren nach dem russischen Einmarsch in Georgien im August eingestellt worden. Mit Blick auf bestehende Bedenken osteuropäischer Staaten fügte Steinmeier hinzu, der Georgien-Konflikt wirke diplomatisch zwar fort, er dürfe aber nicht zu "Sprachlosigkeit" gegenüber Russland führen. Neue Impulse für die Kooperation der Nato-Partner untereinander erwarten die Außenminister auch von ihrer neuen US-Kollegin Hillary Clinton, die erstmals an der Konferenz teilnimmt.

BAGDAD: Bei einem Bombenanschlag im Irak sind mindestens zwölf Menschen getötet und fast 50 verletzt worden. Nach Polizeiangaben explodierte der Sprengsatz auf einem Viehmarkt nahe der Stadt Hilla 120 Kilometer südlich von Bagdad. Die Bombe war in einem Lastwagen versteckt. Der Anschlag war einer der schwersten Gewaltakte der vergangenen Wochen im Irak. Mitte Februar hatte sich eine Selbstmordattentäterin in Iskandarija inmitten einer schiitischen Pilgergruppe in die Luft gesprengt und 35 Menschen mit in den Tod gerissen.

KHARTUM: Nach dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof gegen Präsident Omar al Baschir hat der Sudan umgehend mehrere Hilfsorganisationen des Landes verwiesen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden sie aufgefordert, unverzüglich die Krisenregion Darfur zu verlassen. Unter ihnen sind Oxfam, Ärzte ohne Grenzen und Save the Children, die für die Versorgung der Bevölkerung in Darfur im Einsatz waren. Nach dem Willen des Strafgerichtshofs soll sich Al-Baschir für Morde, Vertreibungen, Folterungen und Vergewaltigungen in Darfur verantworten. Zudem werden ihm in zwei Fällen gezielte militärische Angriffe auf die Zivilbevölkerung sowie Plünderungen zur Last gelegt. Die Regierung in Khartum wies den Haftbefehl als Teil einer Verschwörung der USA und Europas zurück. China, dass zwei Drittel der sudanesischen Ölexporte kauft, forderte die Rücknahme des Haftbefehls.

PARIS: Der gut sechswöchige Streik auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe ist offiziell beendet. Vertreter der Gewerkschaften und der Verwaltung unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen. Auf die Hauptforderung der Gewerkschaften nach einer Lohnerhöhung für Geringverdiener war nur ein Teil der Arbeitgeber eingegangen. Auslöser des Streiks waren die hohen Lebenshaltungskosten. Auf der Nachbarinsel Martinique wird weiterhin über eine Lohnerhöhung verhandelt. In den vergangenen Wochen war es auf beiden Inseln mehrfach zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. Präsident Nicolas Sarkozy will im April nach Guadeloupe reisen und eine Grundsatzdebatte über die künftige Verwaltung der französischen Überseegebiete anstoßen.

KÖLN: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat sich die Einsturzstelle des Stadtarchivs angesehen. Es müsse jetzt untersucht werden, wie es zu dem Unglück kommen konnte, sagte Rüttgers. Angesichts der verschütteten Archivdokumente sprach er von einer "kulturellen Katastrophe". Inzwischen ist es gelungen, die Überreste eines Nachbarhauses abzubrechen. Damit verschafften sich die Rettungskräfte Zugang zu dem Schuttkegel, der sich in dem Krater aufgetürmt hat. Die Chancen, die möglicherweise unter den Trümmern begrabenen zwei Männer noch zu retten, gelten als gering. - Das Archivgebäude mit wertwollen Dokumenten und zwei angrenzende Wohnhäuser waren am Dienstag eingestürzt, wahrscheinlich aufgrund des benachbarten U-Bahn-Baus.

ZUM FUSSBALL: Titelverteidiger Bayern München ist im DFB-Pokal gescheitert - Leverkusen, Bremen und Hamburg zogen nach den Mainzern ins Halbfinale ein. Mit 4:2 schoss Bayer Leverkusen die kriselnden Bayern aus dem Wettbewerb, bei denen Trainer Jürgen Klinsmann damit noch stärker unter Druck gerät. Der VfL Wolfsburg unterlag Werder Bremen 2:5. Der Hamburger SV schlug Wehen Wiesbaden 2:1. --- Bereits am Dienstag war Schalke 04 durch eine 0:1-Schlappe bei Mainz 05 ausgeschieden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dichte Wolken und Regen. Teils auch Schneefall bis in mittlere Lagen. Tageshöchsttemperaturen zwischen zwei Grad Celsius im Allgäu und zwölf Grad im Osten.

Am Morgen meldeten:


Hamburg und Berlin: 4 Grad, dunstig;

Dresden: 8 Grad, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 4 Grad, Regen;

Frankfurt am Main: 5 Grad, Regen und

München: 3 Grad, dunstig.

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