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Nachrichten

Donnerstag, 5. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

JERUSALEM: Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat einen schweren Schlaganfall mit starken Hirnblutungen erlitten. Nach zwei Notoperationen bezeichneten die Ärzte seinen Zustand als weiterhin kritisch. Er werde künstlich beatmet. Der 77-Jährige war am Abend in das Jerusalemer Hadassah-Klinikum gebracht und mehrere Stunden lang operiert worden. Bereits im Dezember hatte der israelische Regierungschef einen leichteren Schlaganfall erlitten, von dem er sich wieder erholte. Angesichts von Scharons jetzigem Gesundheitszustand kam das Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Die Amtsgeschäfte Scharons führt sein Stellvertreter Ehud Olmert.

GAZA-STADT: Nach Ansicht der palästinensischen Autonomiebehörde wird der Gesundheitszustand Scharons keine unmittelbaren Auswirkungen auf das palästinensisch-israelische Verhältnis haben. Vor den israelischen Parlamentswahlen erwarte er keinen Politikwechsel, sagte der palästinensische Informationsminister Nabil Schaath in Gaza. US-Präsident George W. Bush erklärte, er teile die Beunruhigung der Israelis. Zugleich übermittelte Bush Genesungswünsche. Scharon will im März bei vorgezogenen Parlamentswahlen an der Spitze seiner neuen Partei Kadima antreten. Nach einem monatelangen, erbitterten Streit um den israelischen Abzug aus dem Gazastreifen hatte Scharon den Likud-Block verlassen.

MÜNCHEN: Aus den Trümmern der eingestürzten Eissporthalle in Bad Reichenhall ist das 15. und wahrscheinlich letzte Todesopfer geborgen worden. Die Identifizierung der Toten ergab, dass es sich um die zuletzt noch vermisste 40-Jährige handelt. Die Trümmer der am Montag zusammengebrochenen Dachkonstruktion werden vorsichtig weiter abgetragen, falls sich dort wider Erwarten weitere Menschen befinden sollten. Bei den Aufräumarbeiten werden die Trümmerteile jetzt fotografiert und numeriert, um so später die Unglücksursache zu rekonstruieren. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee forderte die Länder auf, über baurechtliche Konsequenzen nachzudenken, um ähnliche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.

BRÜSSEL: Die Europäische Union will ihre Energiepolitik nach der Lösung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine gegebenenfalls neu ausrichten. Bei Gas und anderen Energieträgern müsse die Versorgungssicherheit künftig eine größere Rolle spielen, sagte Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein im Namen der EU-Ratspräsidentschaft. - Russland und die Ukraine hatten sich zuvor auf einen Fünf-Jahres-Vertrag verständigt. Danach zahlt die Ukraine künftig fast das Doppelte für Erdgas. Im Gegenzug entrichtet Russland mehr für den Transit seines Gases durch die Ukraine in Richtung West- und Mitteleuropa.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will an diesem Donnerstag seine Pläne zur langfristigen Sicherung der Energie- Versorgung in Deutschland erläutern. Hintergrund ist der zunächst beigelegte Gaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine, der in der Bundesrepublik eine neue Debatte um die Nutzung von Atomenergie ausgelöst hat. Gabriel hat in den vergangenen Tagen vor allem von der CSU erhobene Forderungen nach längeren Laufzeiten für Kernkraftwerke zurückgewiesen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte klar, dass die im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD festgeschriebene Regelung zum Atomausstieg im Jahr 2020 nicht zur Disposition stehe.

ANKARA: In der Türkei ist ein zweiter Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Laut Medienberichten starb auch eine Schwester des 14-jährigen Jungen, der am Sonntag der Vogelgrippe erlegen war. Die türkischen Behörden hatten den Nachweis des gefährlichen Virus H5N1 bei dem Jungen bestätigt, nachdem zunächst eine Lungenentzündung als Todesursache angegeben worden war. Es war das erste Mal, dass die Vogelgrippe außerhalb Südostasiens beim Menschen nachgewiesen wurde. Die Geschwister stammen aus einem Ort an der Grenze zum Iran. Im Krankenhaus der osttürkischen Stadt Van werden weitere Patienten mit Verdacht auf Vogelgrippe behandelt.

BAGDAD: Bei einem Bombenanschlag in der irakischen Pilgerstadt Kerbela sind nach Polizeiangaben mindestens 40 Menschen getötet und rund 50 verletzt worden. Ob es sich um einen Selbstmordanschlag handelt, war zunächst unklar. Der Ort der Exlosion befindet sich auf halber Strecke zwischen zwei schiitischen Heiligtümern der Stadt. Am Mittwoch hatte ein Selbstmordattentäter bei einer Trauerfeier von Schiiten im irakischen Makdadija mehr als 30 Menschen mit in den Tod gerissen.

WASHINGTON: Das US-Finanzministerium hat die Guthaben von zwei iranischen Unternehmen wegen illegaler Atomgeschäfte eingefroren. Die beiden Firmen hätten die Weitergabe von Massenvernichtungswaffen unterstützt, teilte das Ministerium in Washington mit. Die US- Regierung verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Nuklearwaffen zu entwickeln. Deutschland und Frankreich reagierten besorgt auf die Ankündigung des Iran, die Forschungsarbeiten zur Herstellung atomarer Brennstoffe wieder aufzunehmen.

SANAA: Die Regierung des Jemen hat Italien zugesichert, die Geiselnahme von fünf italienischen Touristen nicht gewaltsam zu beenden. Die Sicherheit der am vergangenen Sonntag entführten Urlauber habe 'höchste Priorität', sagte Außenminister Abubakr al Kirbi. Am Mittwoch hatte die Regierung in Sanaa weitere Soldaten in Marsch gesetzt, um die Entführer zu umzingeln. Ähnlich wie bei der Geiselnahme der deutschen Familie Chrobog fordern die Entführer die Freilassung inhaftierter Stammesmitglieder. Der Ex-Diplomat Chrobog, seine Frau und seine drei erwachsenen Söhne waren an Silvester nach dreitägiger Geiselhaft freigekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend stark bewölkt, etwas Schnee- oder Schneeregen. Im Süden und Südwesten freundlicher und trocken. Höchstwerte minus zwei bis plus vier Grad.