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Nachrichten

Donnerstag, 5. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Kritik an Papst Benedikt XVI. hört nicht auf. Die Aufforderung des Kirchenoberhaupts an Bischof Richard Williamson, sich von seinen Äußerungen zum Holocaust zu distanzieren, reicht nach Ansicht des Zentralrats der Juden und zahlreicher Geistlicher nicht aus. Vielmehr müsse der Vatikan sich vollständig von den ultrakonservativen Pius-Brüdern abwenden, zu denen auch Williamson gehöre, erklärte etwa Zentralrats-Generalsekretär Stephan Kramer. Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber kritisierte in einem Fernsehinterview, dass der Papst die Generalaudienz am Mittwoch nicht zum Anlass genommen habe, sich persönlich zur Holocaust-Leugnung zu äußern. Das wäre ein deutliches Signal gewesen, so der evangelische Geistliche. - - Der CDU-Politiker Georg Brunnhuber, der in Rom mit dem Papst gesprochen hatte, sagte der "Financial Times Deutschland", im Vatikan sei man über die Diskussion in Deutschland entsetzt. Es herrsche der Eindruck, dass alle antikatholischen Ressentiments, die in Deutschland schlummerten, jetzt an die Oberfläche kämen.

COLOMBO: Die Regierung von Sri Lanka hat den tamilischen Rebellen Straffreiheit in Aussicht gestellt, wenn sie ihre Waffen niederlegen. Dies kündigte Ministerpräsident Ratnasiri Wickremanayake vor dem Parlament an, ohne Einzelheiten zu nennen. Zugleich wies er eine von der Europäischen Union, den USA und anderen Ländern angeregte Waffenruhe zurück. Die Regierung in Colombo betrachtet ihre Militäroffensive als Schlussphase des Kampfes gegen die Rebellenorganisation 'Befreiungstiger von Tamil Eelam', die seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas kämpft. Seit Mitte 2007 ist das von den Befreiungstigern kontrollierte Gebiet erheblich geschrumpft - derzeit wird es noch auf 300 Quadratkilometer Dschungel geschätzt, wo sich schätzungsweise 2.000 Kämpfer verbergen. Die letzte große Rebellenhochburg Mullaittivu war vor gut einer Woche von den Regierungstruppen erobert worden.

NEU DELHI: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Welt zu entschlossenem Handeln beim Klimaschutz aufgerufen. Klimaschutz betreffe nicht nur Industriestaaten, sondern auch Entwicklungs- und Schwellenländer, sagte Ban auf einer Umweltkonferenz in der indischen Hauptstadt. Er sehe zudem Parallelen zum Kampf gegen die Armut. Durch ein Scheitern beim Klimaschutz werde die Armut in der Welt weiter verschärft, betonte er. Indien ist Bans dritte Reisestation, zuvor hatte er Afghanistan und Pakistan besucht.

KIEW: Piraten vor Somalia haben den vor Monaten von ihnen gekaperten ukrainischen Frachter mit Kampfpanzern an Bord wieder frei gelassen. Wie die Präsidialverwaltung in Kiew mitteilte, läuft das Schiff mit Geleitschutz der amerikanischen Marine die Küste Kenias an. -- Die "Faina" transportiert mehr als 30 Kampfpanzer des sowjetischen Typs T-72 sowie Munition und andere schwere Waffen. Unklar ist, für wen die Waffenladung bestimmt ist.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat ein Wahlversprechen eingelöst und ein Gesetz zur besseren Krankenversicherung für Kinder aus sozial schwachen Familien in Kraft gesetzt. Das neue Gesetz sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer allgemeinen Krankenversicherung, sagte Obama. Die Kosten dafür sollen über die Erhöhung der Tabaksteuer gedeckt werden. -- Mit dem neuen Gesetz wird ein bereits bestehendes staatliches Programm erweitert, das sozial schwachen Familien Beihilfe für die Krankenversicherung ihrer Kinder gewährt. Bisher sind rund sieben Millionen Kinder über das Programm staatlich krankenversichert. In den kommenden Jahren sollen vier Millionen weitere hinzukommen.

WASHINGTON: Mit großer Mehrheit hat der US-Senat für die Abmilderung protektionistischer Vorschriften im geplanten Konjunkturprogramm gestimmt. Danach müssen alle Maßnahmen aus dem gut 800 Milliarden Dollar schweren Programm in Einklang mit amerikanischen Verpflichtungen aus internationalen Abkommen stehen. Die so genannte 'Buy-American'-Klausel, mit der die Staatshilfen vor allem einheimischen Firmen zugute kommen sollen, wurde damit abgeschwächt. Sie war in der Europäischen Union und in Japan sowie bei anderen US-Handelspartnern scharf kritisiert worden.

MAINZ: Der meistgesuchte NS-Verbrecher Aribert Heim ist nach Medieninformationen schon lange tot. Der frühere KZ- Arzt sei bereits 1992 in Kairo an Krebs gestorben. Das ergaben Recherchen der "New York Times" und des ZDF. Heim, der in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Mauthausen und Buchenwald gearbeitet hatte, war zuletzt in Südamerika vermutet worden. Er galt als extrem grausam und wurde auch als "Dr. Tod" bezeichnet. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem reagierte mit Skepsis auf die Berichte von Heims Tod.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank hat ihren hohen Verlust aus dem Jahr 2008 nun offiziell bestätigt. Die Zahlen waren schon im Januar bekannt gegeben worden. Unter dem Strich lag der Verlust bei 3,9 Milliarden Euro. Allein im Schlussquartal lag das Minus bei 4,8 Milliarden Euro. Vorstandschef Josef Ackermann betonte aber, die Deutsche Bank stehe auch künftig zu ihrem Geschäftsmodell, das auf die beiden Pfeiler Investmentbanking und Privatkundengeschäft setze. Dennoch plant die Bank Anpassungen in einigen Bereichen.

BERLIN: Die drei Eisenbahngewerkschaften haben sich in der Datenschutzaffäre den Forderungen nach einem Rücktritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht angeschlossen. Sie verlangten dagegen erneut eine vollständige Aufklärung und Entschuldigung des Bahnchefs bei den Mitarbeitern. Zudem forderten sie eine Sondersitzung des Aufsichtsrates. Wegen des wachsenden Drucks hatte der Bahnchef die Nähe der Gewerkschaften gesucht, die im Aufsichtsrat die Hälfte der Mitglieder stellen. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die Bahn 2002 und 2003 im Rahmen der Korruptionsbekämpfung die Daten von 173.000 Mitarbeitern mit Firmendaten von Zulieferern abgeglichen hatte. Am Dienstag musste das Unternehmen zudem einräumen, dass 2005 eine Massen-Überprüfung aller Mitarbeiter gestartet worden war.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen verbreitet dichte Wolken und gebietsweise etwas Regen, sonst meist locker bewölkt mit einzelnen sonnigen Abschnitten und trocken. Höchstwerte drei bis neun Grad Celsius.

Am Morgen meldeten bei überwiegend bewölktem Himmel:


Hamburg: 2°;

Berlin und Dresden: -1°;

Frankfurt am Main: 0°;

Köln/Bonn: 4° und

München: -3°.


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