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Nachrichten

Donnerstag, 4. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ST. PAUL: Die Republikanische Partei in den USA hat Senator John McCain offiziell als Spitzenkandidaten für die Präsidentenwahl am 4. November nominiert. Der 72-Jährige bekam auf dem Parteitag in St. Paul in Minnesota mehr als die erforderlichen 1.191 Delegiertenstimmen. Die erzkonservative Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, bestimmten die Delegierten als Kandidatin für das Amt des Vize-Präsidenten. In einer vielbejubelten Rede präsentierte sich die umstrittene 44-Jährige als energische Politikerin, die nicht zur Elite in Washington gehöre. Sie verteidigte den Irak-Krieg und warf dem vor einer Woche zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gewählten Senator Barak Obama Opportunismus vor. Zugleich kritisierte sie scharf die Medien. Palin ist wegen ihrer Unerfahrenheit auf der nationalen Bühne in die Schusslinie geraten. Für Wirbel sorgten auch Berichte über die Schwangerschaft von Palins minderjähriger Tochter sowie Vorwürfe des Amtsmissbrauchs.

BANGKOK: Ungeachtet der anhaltenden Proteste der Opposition in Thailand lehnt Ministerpräsident Samak Sundaravej einen Rücktritt oder Neuwahlen ab. In einer Rede an die Nation bekräftigte Samak, er werde im Amt bleiben, um die Monarchie zu schützen und die Demokratie zu bewahren. Später kündigte er an, die Regierung habe grundsätzlich beschlossen, dem Senat eine Volksabstimmung vorzuschlagen, um die Krise zu beenden. Die oppositionelle Bewegung 'Volksallianz für Demokratie PAD', in der sich Royalisten, Geschäftsleute und Gewerkschafter zusammengeschlossen haben, wirft Samak Amtsmissbrauch und Korruption vor. Mehrere tausend PAD-Anhänger harren trotz des am Dienstag verhängten Ausnahmezustands weiter im Regierungsviertel von Bangkok aus und blockieren Samaks Amtssitz.

WASHINGTON/ TIFLIS: Georgien bekommt für seinen Wiederaufbau vom Internationalen Währungsfonds einen Kredit von 750 Millionen Dollar. Insbesondere die Wirtschaft solle nach dem Krieg mit Russland stabilisiert werden, teilte ein IWF-Sprecher mit. - Die USA hatten der Regierung in Tiflis am Mittwoch eine Finanzhilfe in Höhe von einer Milliarde Dollar zugesagt. Das US-Außenministerium betonte, es handele sich ausschließlich um humanitäre Hilfsleistungen und nicht um militärische Güter. US-Vizepräsident Dick Cheney bereist derzeit die Kaukaus-Region, um den verbündeten Ländern die Unterstützung Washingtons zu versichern. Nach politischen Gesprächen in Aserbaidschan hält sich Cheney derzeit in Georgien auf.

DAMASKUS: Der syrische Präsident Baschar al-Assad ist mit seinen Kollegen aus Frankreich und Katar sowie dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zu einem Gipfeltreffen über den Friedensprozess in Nahost zusammen gekommen. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy bekräftigte zum Auftakt der Beratungen in Damaskus, sein Land sei zu einer Vermittlerrolle bei direkten Friedensgesprächen zwischen Israel und Syrien bereit. Bei den vorangegangenen indirekten Gesprächsrunden zwischen beiden Ländern war die Türkei als Vermittler aufgetreten. Sarkozy forderte Syrien zudem auf, sich im Atomstreit mit dem Iran an den internationalen Verhandlungen mit Teheran zu beteiligen. Damaskus verfügt über traditionell gute Verbindungen zum Iran.

BERLIN: Der Berliner Fraktionschef der Grünen, Volker Ratzmann, verzichtet auf seine Kandidatur um den Bundesvorsitz der Grünen. Das gab Ratzmann in Berlin bekannt. Er und seine Lebensgefährtin, die grüne Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae, erwarteten Nachwuchs. Die Verantwortung für das Kind könnten nur beide gemeinsam übernehmen. Alleiniger Kandidat für das Amt neben Parteichefin Claudia Roth ist damit der Europaabgeordnete der Grünen, Cem Özdemir. Die Wahl findet am 14. November statt. Roth tritt dabei erneut an. Ratzmann hatte erst im Juni seine Kandidatur für die Nachfolge von Rainer Bütikofer bekannt gegeben.

MÜNCHEN: Neun Monate nach seinem Rückzug ins Privatleben ist der frühere SPD-Chef und Ex-Bundesarbeitsminister Franz Müntefering auf die politische Bühne zurückgekehrt. Bei einer Veranstaltung im bayerischen Landtagswahlkampf in München forderte der 68-Jährige seine Partei zu mehr Selbstbewusstsein und Stolz auf ihre Leistungen auf. Mit der Agenda 2010 habe die SPD dazu beigetragen, dass heute zwei Millionen Menschen mehr in Arbeit seien, sagte Müntefering. Die SPD müsse sich nicht dafür schämen, Deutschland aus dem Schlaf gerissen zu haben. Den bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber bezeichnete er als Feiglinge. Beide hätten in Berlin der Streichung der Pendlerpauschale und dem Gesundheitsfond zugestimmt. Angesichts der Umfragen wollten sie jetzt das Rad zurückdrehen. Zu seiner künftigen Rolle in der SPD äußerte er sich nicht.

BERLIN: Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, hat mehr Personal für die Datenschutzbehörden gefordert. Datenschutz dürfe nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müsse auch umgesetzt werden können, sagte Schaar unmittelbar vor dem Datenschutzgipfel bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Dafür müssten die zuständigen Behörden aber entsprechend ausgerüstet sein. Schaar sprach sich zugleich gegen ein Verbot des Handels mit personenbezogenen Daten aus. Allerdings müsse den Bürgern das Selbstbestimmungsrecht über ihre Daten zurückgegeben werden. Hintergrund des Datengipfels sind mehrere Fälle von illegalem Handel mit Personendaten.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti ist die Zahl der durch den Hurrikan 'Hanna' ums Leben gekommenen Menschen auf mindestens 61 gestiegen. Weite Teile des Landes stehen nach wie vor unter Wasser, besonders betroffen ist die Küstenstadt Gonaives im Nordwesten des Karibikstaates. Dort harren viele Bewohner seit zwei Tagen auf den Dächern ihrer Häuser aus. Haiti war erst in der vorigen Woche schwer vom Hurrikan 'Gustav' getroffen worden. 77 Menschen kamen ums Leben. - In New Orleans sind nach dem Durchzug von 'Gustav' tausende Einwohner wieder in ihre Stadt zurückgekehrt. - Der Tropensturm 'Ike' hat sich auf seinem Weg über den Atlantik zu einem Hurrikan entwickelt. Noch ist nach Auskunft von US-Meteorologen nicht absehbar, wo er auf Land treffen wird und ob er die Ölfelder im Golf von Mexiko bedrohen wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten vermehrt Aufheiterungen, nur an der Nordsee einige Schauer. Südlich der Mittelgebirge stärker bewölkt und häufig Regen und Gewitter.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 13 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 12 Grad, wolkig;

Dresden: 14 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 11 Grad, fast wolkenlos;

Frankfurt am Main: 12 Grad, bedeckt und

München: 17 Grad, bedeckt.

Audio und Video zum Thema