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Nachrichten

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der Bundestag debattiert kontrovers über das Konjunkturpaket der Bundesregierung, über das am Nachmittag abgestimmt werden soll. Kanzlerin Angela Merkel betonte in ihrer Regierungserklärung, Deutschland sei bei der Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise mit einem Konjunkturpaket von rund 31 Milliarden Euro gut aufgestellt und nehme in Europa eine Vorreiterrolle ein. Das Paket werde eine Million Arbeitsplätze sichern und Investitionen in Unternehmen, Privathaushalten und Kommunen von rund 50 Milliarden Euro anschieben. Die Opposition kritisierte die Pläne als nicht ausreichend und forderte erneut schnelle Steuersenkungen und zusätzliche Maßnahmen wie "Konsumgutscheine", um die private Nachfrage anzukurbeln. Mit Blick auf den EU-Gipfel in der kommenden Woche und das EU-Klimaschutzpaket, verlangte Merkel beim Umweltschutz Ausnahmeregeln für energie-intensive Branchen wie Stahl oder Chemie.

BRÜSSEL: Die Umweltminister der Europäischen Union sind zusammengekommen, um über das umstrittene Klimaschutzpaket zu beraten. Dabei geht es unter anderem um die Reduzierung der Treibhausgase um ein Fünftel bis 2020. Unklar ist noch, wie die Lasten unter den Ländern verteilt werden sollen. Die Umweltminister bereiten das Zusammentreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche vor. Nach dem Willen des amtierenden Ratsvorsitzenden, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, sollen die Klimaschutz-Gesetze dann verabschiedet werden. Wenige Tage später soll das Europaparlament grünes Licht geben.

MÜNCHEN: Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland verdienen zu wenig, um davon leben zu können. Dies geht aus einer neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitiert. Demzufolge ist die Zahl der Arbeitnehmer, die voll oder in Teilzeit beschäftigt sind und zur Sicherung des Existenzminimums zusätzlich Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, beziehen, von Januar bis Juli um rund 30.000 auf knapp 630.000 gestiegen. Die Statistik erfasst Arbeitnehmer, die mindestens 800 Euro brutto im Monat verdienen.

WASHINGTON: In den USA wird weiter darüber diskutiert, wie die führenden Autokonzerne Ford, General Motors und Chrysler gerettet werden können. Strittig ist vor allem, aus welchem Topf mögliche Hilfen kommen könnten. Vor einer Anhörung im US-Kongress sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, er sehe keine Mehrheit für die von den Konzernen geforderten staatlichen Finanzhilfen in Höhe von 34 Milliarden Dollar. Die Demokraten wollen, dass die Regierung von US-Präsident George W. Bush stattdessen Mittel aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Bankenrettungspaket für die Autobranche abzweigt. Angesichts der Krise hat sich die Gewerkschaft der Automobilarbeiter derweil zu weitreichenden Zugeständnissen bereit erklärt. Wenn die Unternehmen staatliche Hilfen erhalten, wollen die Arbeitnehmer auf Jobgarantien verzichten und verspätete Zahlungen in den Krankenversicherungsfonds für Pensionäre akzeptieren.

ISLAMABAD: Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hat eine Verfolgung von Hintermännern der Anschläge von Bombay zugesagt, falls diese aus seinem Land stammen. Die pakistanische Regierung werde entsprechende Ermittlungen nicht nur unterstützen, sondern gegebenenfalls gegen alle an den Angriffen beteiligten Personen vorgehen, sagte Zardari nach einem Treffen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice in Islamabad. Die indische Regierung hatte zuvor Hintermänner aus Pakistan für die Terrorangriffe in Bombay vor rund einer Woche verantwortlich gemacht. Rice will zwischen Indien und Pakistan vermitteln, um die wachsenden Spannungen in der Region zu entschärfen. - In Indien wurden unterdessen die großen internationalen Flughäfen nach Terrorwarnungen der Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Betroffen sind unter anderem Neu Delhi, Bangalore, Bombay und Kalkutta.

BANGKOK: In der thailändischen Hauptstadt soll der acht Tage lang von Regierungsgegnern besetzte internationale Flughafen am Freitag wieder seinen regulären Betrieb aufnehmen. Wie die Betreibergesellschaft mitteilte, wird der Airport vorher noch von Experten kontrolliert. Um fünf Uhr mitteleuropäischer Zeit beziehungsweise elf Uhr Ortszeit solle dann alles wieder normal laufen. Die Regierungsgegner hatten den Flughafen am Mittwoch geräumt. Bis dahin saßen Zehntausende Touristen in Bangkok fest. Inzwischen sind bereits wieder erste Flüge gestartet. In Thailand soll nach dem Verbot der "Volkspartei" von Ministerpräsident Somchai Wongsawat am 8. Dezember eine neue Regierung bestimmt werden.

HARARE: Die Regierung in Simbabwe hat angesichts der ausufernden Cholera-Epidemie den nationalen Notstand ausgerufen. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Harare bestätigte, dass damit internationalen Organisationen die Möglichkeit zu einer groß angelegten Hilfsaktion gegeben werden soll. Die Epidemie hat nach offiziellen Angaben bereits rund 550 Tote gefordert, etwa 12.000 Menschen sollen infiziert sein. Die Zahlen gelten allerdings als ungenau, weil viele Familien nicht die Möglichkeit haben, ihre toten Angehörigen zu melden. Außerdem werden nur Fälle gezählt, die behandelt werden. Experten befürchten bei einer weiteren ungebremsten Ausbreitung der Cholera in Simbabwe tausende Tote. Die Krankheit hat bereits auf Nachbarländer wie Südafrika übergegriffen.

NEW YORK: Die Regierung des Sudan unterstützt nach den Worten des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, weiterhin einen Völkermord in Darfur. Es gebe weiterhin Vergewaltigungen innerhalb und außerhalb der Flüchtlingslager, humanitäre Hilfe werde immer noch behindert, sagte Moreno-Ocampo vor dem Weltsicherheitsrat. Mehr als 5.000 Vertriebene stürben jeden Monat, sagte der Ankläger. Der Sicherheitsrat solle sich darauf einstellen, dass das Haager Tribunal "in Kürze" einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Al-Baschir wegen Völkermords und Kriegsverbrechen verhängen werde. Man fürchte Vergeltungsmaßnahmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Westen Regen oder Schneeregen. Im Süden und Osten meist trocken. Höchstwerte zwischen zwei und acht Grad.

Hamburg: 3 Grad, dunstig;

Berlin: 0 Grad, wolkenlos;

Dresden: 0 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 0 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 0 Grad, gefrierender Regen und

München: 2 Grad, fast wolkenlos.

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