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Nachrichten

Donnerstag, 31. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JERUSALEM: Der Friedensprozess im Nahen Osten geht auch nach der Rücktrittsankündigung des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert weiter. Sowohl Israels Verteidigungsminister Ehud Barak als auch der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat bekräftigten, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. Auch die USA erklärten, sie hielten am Ziel eines Friedensabkommens noch in diesem Jahr fest. Olmert hatte am Mittwoch angesichts schwerer Korruptionsvorwürfe angekündigt, im September nicht mehr als Vorsitzender der Kadima-Partei zu kandidieren und nach der Wahl eines neuen Parteichefs als israelischer Ministerpräsident zurückzutreten. Als Grund nannte er "unaufhörliche Angriffe" gegen seine Person. Gegen Olmert laufen mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Bestechlichkeit und Betrug. Oppositionsführer Benjamin Netanjahu forderte Neuwahlen. Er sagte im staatlichen Rundfunk, jedes Mitglied von Olmerts Kabinett sei für eine Serie von Misserfolgen verantwortlich.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat nach dem Scheitern des Verbotsantrags gegen die türkische Regierungspartei AKP die politischen Kräfte im Land aufgerufen, ihre Meinungsverschiedenheiten in einem friedlichen Dialog beizulegen. Die EU werde die demokratischen Institutionen und die Lage in der Türkei aufmerksam verfolgen, heißt es in einer Erklärung der französischen Ratspräsidentschaft. Das türkische Verfassungsgericht hatte am Mittwoch ein Verbot der Partei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft hatte der AKP vorgeworfen, eine Islamisierung des Landes zu betreiben und damit gegen den Verfassungsgrundsatz der Trennung von Staat und Religion zu verstoßen. Erdogan begrüßte das Urteil. Damit sei die Ungewissheit beseitigt, vor der das Land gestanden habe. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erleichtert.

DEN HAAG: Einen Tag nach seiner Überstellung an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic an diesem Donnerstag erstmals einem Richter vorgeführt. Bei der Anhörung hat er Gelegenheit, zu den Anklagepunkten Stellung zu nehmen. Der 63-Jährige wird außerdem gefragt, ob er auf schuldig oder nicht schuldig plädiert. Für die Antwort kann er sich dann bis zu 30 Tage Zeit lassen. Karadzic ist wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt. Er gilt als Hauptverantwortlicher für das Massaker von Srebrenica, bei dem 1995 fast 8.000 bosnische Muslime getötet worden waren. Der Prozess soll laut Chefankläger Serge Brammertz in einigen Monaten beginnen.

WASHINGTON: Die Führungsriege des radikalislamischen Terrornetzwerks El Kaida im Irak hat nach einem Zeitungsbericht das Land verlassen und hält sich nun in Afghanistan auf. Auch im Irak rekrutierte Kämpfer von El Kaida würden offenbar nach Afghanistan gebracht, schreibt die "Washington Post" unter Berufung auf führende Mitglieder der Terrororganisation sowie auf irakische und amerikanische Geheimdienstquellen. El Kaida habe im Irak ernste Rückschläge erlitten. Dagegen seien die Extremisten in Afghanistan und dem Nachbarland Pakistan auf dem Vormarsch, heißt es in dem Bericht weiter.

DÜSSELDORF: Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, soll nach dem Willen der Schiedskommission der SPD in Nordrhein-Westfalen aus der Partei ausgeschlossen werden. Das teilte ein Sprecher der Bundes-SPD in Berlin mit. Danach soll Clement die Mitgliedschaft wegen Verletzung der innerparteilichen Solidarität entzogen werden. Clement hatte während des hessischen Landtagswahlkampfs die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Energiepolitik indirekt als nicht wählbar bezeichnet. Clement kann gegen den Beschluss die Bundesschiedskommission anrufen oder vor Gericht klagen.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf drei Millionen 210.000 gestiegen. Das seien 50.000 mehr als im Vormonat, aber 505.000 weniger als vor einem Jahr, sagte Behördenchef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. Wegen des Ferienbeginns sei ein Anstieg der Zahlen im Sommermonat Juli üblich. Saisonbereinigt sei die Erwerbslosenzahl um 20.000 zurückgegangen. Insgesamt sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weiterhin positiv, jedoch weniger dynamisch als vor einem Jahr, so Weise.

GAZA-STADT: Der von der radikalislamischen Hamas am Wochenende festgenommene Kameramann des Ersten Deutschen Fernsehens ARD, Sawah Abu Seif, ist wieder frei. Das bestätigte der Bürochef der ARD in Israel, Richard C. Schneider. Dem 42-jährigen Palästinenser gehe es sehr schlecht, sagte Schneider. Einzelheiten werde man später mitteilen. Die ARD hatte aus Protest gegen die Verhaftung und nach Berichten über mutmaßliche Folterungen von Saif ihr Büro in Gaza am Mittwoch geschlossen. Saif war am Samstag in seiner Wohnung festgenommen worden. Zur Begründung hieß es, er sei Mitglied der rivalisierenden Fatah. Die Hamas macht diese für einen Anschlag verantwortlich, bei dem am Freitag fünf Hamas-Aktivisten und ein Mädchen getötet wurden.

FRANKFURT AM MAIN: Der unbefristete Streik bei der Deutschen Lufthansa zeigt am vierten Tag zunehmend Wirkung. Das Unternehmen legte einen Sonderflugplan für die nächsten fünf Tage vor. Damit wird das Angebot auf innerdeutschen und europäischen Strecken um zehn Prozent reduziert. Insgesamt sollen an diesem Donnerstag rund 130 Flüge entfallen, darunter 28 interkontinentale Verbindungen. Bereits am Mittwoch waren 82 Flüge ausgefallen. Die Gewerkschaft Verdi will den Streik fortsetzen, bis die Lufthansa ein neues Angebot vorlegt. Verdi fordert für die rund 50.000 Beschäftigten des Kabinen- und Bodenpersonals 9,8 Prozent mehr Lohn. Die Lufthansa hatte zuletzt 6,7 Prozent verteilt auf zwei Jahre sowie eine Einmalzahlung geboten.

PEKING: Trotz internationaler Proteste hält China an der Entscheidung fest, bei den Olympischen Spielen den Internet-Zugang für ausländische Journalisten zu beschränken. Gesperrte Webseiten seien deswegen nicht zugänglich, weil sie gegen chinesische Gesetze verstießen, teilte ein Sprecher des Organisationskomitees in Peking mit. Im Olympischen Pressezentrum sind die Internet-Auftritte von Menschenrechtsgruppen und mehrerer Medien gesperrt, darunter auch die Seite der Deutschen Welle. Unterdessen reagierte die chinesische Regierung empört auf Signale der US-Regierung zur Menschenrechtslage im Land. Das Repräsentantenhaus in Washington hatte die chinesische Führung in einer Resolution aufgerufen, die Menschenrechte zu respektieren und damit "die olympische Tradition von Freiheit und Offenheit" zu würdigen. Außerdem war US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus mit chinesischen Dissidenten zusammengetroffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten meist sonnig und trocken. Sonst vermehrt Wolkenfelder, aber nur südlich der Donau und in den Mittelgebirgen vereinzelt gewittrige Schauer. Höchstwerte 25 bis 33 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 21°, leicht bewölkt;
Berlin und Köln/Bonn: 22°, fast wolkenlos;
Dresden: 23°, fast wolkenlos;
Frankfurt am Main: 20°, nach Schauer sowie
München: 22°, wolkig.

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