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Nachrichten

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bei Anschlägen in Afghanistan sind acht Amerikaner und fünf Kanadier getötet worden. In der Provinz Khost riss ein Selbstmordattentäter acht US-Bürger auf einem Militärstützpunkt mit in den Tod. Bei den Opfern soll es sich um CIA-Agenten handeln. Inzwischen bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag. Der Attentäter sei Offizier der afghanischen Armee gewesen, erklärte ein Sprecher der radikalen Islamisten. Die Provinz Khost grenzt an Pakistan und gilt als eines der wichtigsten Operationsgebiete für Aufständische mit Verbindungen zu El Kaida. - Bei Kandahar im Süden des Landes wurden vier kanadische Soldaten und eine kanadische Journalistin bei einer Kontrollfahrt getötet, als ihr gepanzertes Fahrzeug auf einen Sprengsatz fuhr.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den deutschen Soldaten, Polizisten und zivilen Helfern im Ausland für ihren Einsatz gedankt. Ganz besonders in Afghanistan verrichteten sie ihren Dienst unter Einsatz ihres Lebens, betont Merkel in ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache. Die Bundesregierung wisse um die Härte und Gefährlichkeit dieses Einsatzes. Der Auftrag für die deutschen Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfer in Afghanistan sei und bleibe aber für Deutschland bedeutend. Es gelte in Afghanistan Sicherheit und Stabilität so zu schaffen, dass von dort nie wieder Gefahr für Sicherheit und Wohlergehen hierzulande ausgehen könne, erklärt Merkel.

BERLIN: Das zu Ende gehende Jahr ist für die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan nach Informationen der "Bild"-Zeitung das bisher gefährlichste seit Beginn des internationalen Afghanistan-Einsatzes Ende 2001 gewesen. Fünf deutsche Soldaten seien 2009 getötet worden, meldete das Blatt, zwei mehr als 2008. In diesem Jahr habe es 77 direkte Anschläge auf Bundeswehrsoldaten gegeben, davon allein 71 im Raum Kundus in Nordafghanistan. 2008 seien erst 43 direkte Anschläge auf deutsche Soldaten gezählt worden, so die "Bild"-Zeitung weiter.

ISLAMABAD: Pakistanische Soldaten haben im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens vier militante Islamisten getötet. Zahlreiche weitere Aufständische seien festgenommen worden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Es sei eine Klinik in Süd-Wasiristan gestürmt worden, in der Taliban-Kämpfer behandelt worden seien. In der Region geht das pakistanische Militär seit Mitte Oktober in einer Großoffensive gegen Extremisten vor.

WASHINGTON: Knapp eine Woche nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug nahe Detroit sollen US-Präsident Barack Obama zwei Berichte über die im Vorfeld der Tat vorliegenden Geheimdiensterkenntnisse vorgelegt werden. US-Medien meldeten bereits, dass es US-Agenten schon lange vor der missglückten Attacke bekannt gewesen sei, dass ein Nigerianer im Jemen auf einen Anschlag vorbereitet werde. Entsprechende Gespräche von El-Kaida-Führern im Jemen seien bereits vor vier Monaten abgehört worden. Allerdings sei es versäumt worden, dies mit anderen Informationen, insbesondere den Warnungen des Vaters des gescheiterten Attentäters, abzugleichen, hieß es. Der US-Geheimdienst CIA wies die von Obama formulierte scharfe Kritik an der Arbeit der Sicherheitsbehörden zurück.

TEHERAN: Berichte über eine angebliche Flucht der beiden führenden Köpfe der iranischen Opposition, Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi, aus Teheran haben im Iran für Verwirrung gesorgt. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna hatte gemeldet, die beiden Männer hätten die Hauptstadt in Richtung einer Stadt im Norden des Landes verlassen. Die Nachrichtenagentur Fars sowie Karubis Sohn dementierten dies. Karubi und Mussawi befänden sich weiterhin in ihren Teheraner Wohnungen. Nach den mehrtägigen blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungskritikern und Sicherheitskräften hatte die iranische Führung am Mittwoch ihre Anhänger zu staatlich organisierten landesweiten Solidaritätskundgebungen für die Islamische Republik mobilisiert. Amtlichen Medienberichten zufolge gingen Millionen Menschen auf die Straße und skandierten Parolen gegen Mussawi und Karubi. Auch ihre Hinrichtung wurde auf den von der Regierung veranstalteten Demonstrationen gefordert.

REYKJAVIK: Das Parlament in Island hat ein Gesetz zur Rückzahlung von Milliarden-Schulden aus dem Zusammenbruch des Bankensystems verabschiedet. Es sieht bis 2024 die Zahlung von insgesamt 3,8 Milliarden Euro an Großbritannien und die Niederlande vor. Die Regierungen in London und Den Haag hatten Bürgern ihrer Länder Entschädigungszahlungen für Verluste durch den Kollaps isländischer Banken im Zuge der internationalen Finanzkrise vorgestreckt.

BERLIN: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel will die deutsche Entwicklungshilfe stärker von der Einhaltung der Menschenrechte im Empfängerland abhängig machen. Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sei nicht nur an Interessen, sondern auch an Werten orientiert, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presseagentur. - In diesem Zusammenhang drohte Niebel Uganda mit der Kürzung von Entwicklungshilfe, falls in dem afrikanischen Land Homosexuelle künftig noch härter bestraft würden.

HAMBURG: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat Bund und Länder eindringlich ermahnt, die Staatsverschuldung zu begrenzen. Einnahmen und Ausgaben müssten künftig in der Regel ohne Kreditaufnahme ausgeglichen sein, sagte Papier dem "Hamburger Abendblatt". Die neue im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse mache Staatshaushalte, die von den Vorgaben abwichen, verfassungswidrig. Um Schulden auch abbauen zu können, müssten alle Staatsaufgaben auf den Prüfstand.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Polizeigewerkschaft und die Pilotenvereinigung Cockpit haben auf Sicherheitsprobleme durch Duty-free-Shops auf Flughäfen aufmerksam gemacht. Gewerkschaftschef Rainer Wendt forderte ein Verkaufverbot für Parfüm, hochprozentigen Alkohol, Feuerzeuge und Rasierklingen. Hinter den Sicherheitsschleusen könnten mögliche Attentäter alles kaufen, was sie für den Bombenbau benötigten. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg verlangte ebenfalls, das Warenangebot der Duty-free-Shops zu überprüfen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte zeitweise Schneefall, teils Eisregen. Temperaturen minus zwei bis plus zwei Grad Celsius. Nach Süden hin zeitweise Regen oder Schneeregen mit Temperaturen von drei bis elf Grad.

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