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Nachrichten

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEU DELHI: Bei einer Serie von Bombenanschlägen im Nordosten Indiens sind mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Nach neuen Angaben der Polizei detonierten im Unionsstaat Assam mindestens 12 Sprengsätze, die meisten auf belebten Märkten. Allein in der Hauptstadt Guwahati seien bei vier Explosionen mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen worden. Die weiteren Anschläge wurden in mehreren anderen Städten Assams verübt. Bisher übernahm niemand die Verantwortung. - Bei Bombenanschlägen in den vergangenen Monaten hatte die Polizei in Assam militante Moslems verantwortlich gemacht. In anderen Fällen wurden militante Hindus verdächtigt.

KABUL: In einem Regierungsgebäude der afghanischen Hauptstadt hat sich ein Selbstmordattentäter der Taliban in die Luft gesprengt und dabei mindestens drei Menschen mit in den Tod gerissen. Zwölf weitere wurden verletzt. Nach Polizeiangaben geschah das Attentat während einer Pressekonferenz im Informations- und Kulturministeriums. Das Gebäude wurde zum Teil schwer beschädigt. Augenzeugen berichteten, Sicherheitskräfte hätten noch versucht, den Attentäter aufzuhalten und das Feuer auf den Mann eröffnet. Die radikalislamischen Taliban bezichtigten sich, den Anschlag verübt zu haben.

NEW YORK: Der UN-Sicherheitsrat hat den Vorstoß der Tutsi-Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo verurteilt und die Aufständischen aufgefordert, ihre Angriffe einzustellen. Zuvor hatten die Rebellen, die bis auf wenige Kilometer an die Provinzhauptstadt Goma vorgerückt sind, einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Nach Medienberichten haben die Regierungssoldaten Goma inzwischen verlassen. Die dort stationierten rund 800 UN-Soldaten hielten sich am Flughafen und anderen strategisch wichtigen Punkten auf. Angesichts der heranrückenden Rebellen flohen mehrere zehntausend Menschen aus der Stadt.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober unter die Marke von drei Millionen gefallen - erstmals seit 16 Jahren. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 84.000 auf 2,99 Millionen. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zurück. Der Konjunkturabschwung und die Krise an den Finanzmärkten hätten sich im Oktober noch nicht auf die Arbeitsmarktzahlen ausgewirkt, sagte Agenturchef Frank-Jürgen Weise. Die Unternehmen signalisierten weiterhin einen hohen Bedarf an Arbeitskräften.

BERLIN: Die in der großen Koalition diskutierten Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur haben nach den Worten von SPD-Fraktionschef Peter Struck ein Volumen von 20 bis 25 Milliarden Euro. Struck sagte der 'Berliner Zeitung', geplant seien die Fortsetzung des Programms zur Gebäudesanierung, Verkehrsprojekte und zeitlich begrenzte Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen. Das Kabinett will die Maßnahmen am kommenden Mittwoch beschließen. Nach Angaben von Umweltminister Sigmar Gabriel soll beim Kauf eines umweltfreundlichen Neuwagens die Kfz-Steuer für bis zu zwei Jahre entfallen. Diesem Vorschlag müssen die Bundesländer noch zustimmen.

FRANKFURT AM MAIN: Die kürzlich gelockerten Bilanzierungsregeln haben die Deutsche Bank vor herben Verlusten bewahrt. Für das abgelaufene Quartal meldet Deutschlands führendes Bankhaus unter dem Strich zwar einen Gewinn von 414 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren dies aber 75 Prozent weniger. Vorstandschef Josef Ackermann sprach von einer beträchtlichen Verschärfung der Kreditkrise im September. Ohne Anwendung der EU-weit geänderten Bilanzvorschriften wären die Belastungen fast 900 Millionen Euro höher ausgefallen. Als eine der ersten europäischen Großbanken nutzte die Deutsche Bank die Möglichkeit, bestimmte Wertpapiere und Kredite nicht mehr mit dem Marktpreis zu bewerten.

BERLIN: Nach dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate wollen nach Angaben von Finanzminister Peer Steinbrück weitere große Privatbanken das Rettungspaket der Bundesregierung für die Finanzbranche in Anspruch nehmen. Der SPD-Politiker sagte der 'Financial Times Deutschland' in den nächsten vier bis fünf Tagen werde eine ganze Reihe von Instituten entsprechende Anträge stellen. - Die Hypo Real Estate will 15 Milliarden Euro aus dem Sonderfonds der Regierung als Liquiditätshilfe. Erst Anfang Oktober hatten der Bund und die Banken ein 50-Milliarden-Rettungspaket für das Münchner Institut geschnürt.

SAN SALVADOR: Auch die iberoamerikanischen Staaten kämpfen mit der Finanzkrise. In El Salvador begann das 18. Gipfeltreffen der Staaten Lateinamerikas mit Beteiligung von Spanien und Portugal. Die iberoamerikanischen Staaten wollen unter anderem versuchen, bis zum Freitag dieser Woche eine gemeinsame Haltung zur weltweiten Finanzkrise zu erarbeiten. - - Die Präsidenten Venezuelas und Brasiliens, Hugo Chávez und Luiz Inácio Lula da Silva, nehmen nicht an dem Treffen teil.

ISLAMABAD: Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Pakistans ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 230 gestiegen. Vielerorts suchen Menschen mit bloßen Händen in den Trümmern ihrer Häuser weiter nach verschütteten Angehörigen. Am schwersten betroffen ist die Provinz Baluchistan. Dort haben viele Menschen die Nacht bei eisigen Temperaturen in den Ruinen ihrer eingestürzten Lehmhäuser verbracht. Nach Schätzungen wurden 46.000 Menschen obdachlos. Hilfsangebote für das durch die Finanzkrise schwer angeschlagene Pakistan kamen aus aller Welt. So bot die Bundesregierung eine Soforthilfe von 250.000 Euro an. - Das Beben der Stärke 6,4 hatte am Mittwochmorgen mehrere Dörfer im Südwesten Pakistans zerstört.

BERLIN: Der traditionsreiche Berliner Flughafen Tempelhof wird heute geschlossen. Wegen stetig sinkender Passagierzahlen und damit verbundener Verluste hatte der rot-rote Senat das Ende beschlossen. Ein Volksbegehren dagegen war gescheitert. Am späten Abend soll die letzte Linienmaschine Tempelhof in Richtung Mannheim verlassen. Über die Grenzen Deutschlands bekannt wurde der 1923 gegründete Flughafen, weil dort die so genannten Rosinenbomber der US-Armee landeten. Während der Blockade durch die sowjetische Besatzung 1948/49 wurden die westlichen Sektoren der geteilten Hauptstadt komplett aus der Luft mit Lebensmitteln, Kohle und Treibstoff versorgt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach wolkig und zeitweise Regen, stellenweise mit Schnee vermischt. Temperaturen zwei bis neun Grad Celsius.

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