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Nachrichten

Donnerstag, 30. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag.

NÜRNBERG/BERLIN: In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Fünf-Millionen-Marke gesunken. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März knapp 4,98 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet - rund 72.000 weniger als im Februar. Im Vergleich zum März 2005 ist das sogar ein Rückgang um 290.000. Die Arbeitslosenquote beträgt nun zwölf Prozent. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering nannte die Lage auf dem Arbeitsmarkt trotz der leichten Besserung "nicht befriedigend". Die Erwerbslosigkeit sei weiter zu hoch und bleibe daher eine große Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Müntefering äußerte sich in der Bundestagsdebatte über den Haushalt seines Ministeriums. Dieser stellt mit über 130 Milliarden Euro den größten Einzeletat dar.

HAMBURG: Im Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist die zweite Warnstreikwelle angelaufen. Erste Arbeitsunterbrechungen gab es in mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein. Die größten Warnstreiks sind aber in Süddeutschland geplant. Allein vor dem DaimlerChrysler-Werk in Sindelfingen werden über 20.000 Metaller aus 30 baden-württembergischen Betrieben erwartet. In Bayern sollen knapp 30.000 Beschäftigte kurzzeitig ihre Arbeit niederlegen. Besonders betroffen ist hier der BMW-Konzern. Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche fünf Prozent mehr Lohn.

MOSKAU: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Aufsichtsratsvorsitz bei der Betreibergesellschaft der Gaspipeline durch die Ostsee übernommen. Wie das neue Gemeinschaftsunternehmen 'Nordeuropäische Gaspipeline' mitteilte, ist die Entscheidung auf der ersten Sitzung des Aufsichtsrats in Moskau gefallen. An dem Konsortium sind der russische Gaskonzern Gasprom und die deutschen Unternehmen BASF und Eon beteiligt. Schröders Tätigkeit für das Konsortium war in Deutschland parteiübergreifend auf Kritik gestoßen. Die Gaspipeline soll von 2010 an jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren.

PARIS: In Frankreich entscheidet der Verfassungsrat an diesem Donnerstag über das umstrittene geplante Arbeitsmarktgesetz. Die Richter hatten auf Antrag der oppositionellen Sozialisten geprüft, ob das Gesetz korrekt zustandegekommen ist. Besonders die geplante Aufhebung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger führte in den vergangenen Wochen zu massiven Protesten im Land. Für kommenden Dienstag riefen Gewerkschaften und Studentenverbände zu einem weiteren nationalen Aktionstag auf. Zudem forderten sie jetzt Präsident Jacques Chirac auf, von seinem Verfassungsrecht Gebrauch zu machen und den Gesetzesentwurf ohne die umstrittene Regelung erneut ins Parlament einzubringen.

BRÜSSEL: Die Nato will ihren 1991 mit Weißrussland geschlossenen Partnerschaftsvertrag überprüfen. Ein Sprecher sagte, alle Mitgliedstaaten seien besorgt über den Ablauf der Präsidentenwahl und die anschließenden Verhaftungen von Demonstranten. In den kommenden Tagen werde besprochen, welche Maßnahmen ergriffen würden. Die weißrussische Justiz erhob inzwischen Anklage gegen den inhaftierten Chef der oppositionellen Sozialdemokraten, Alexander Kosulin. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis. Er hatte am Samstag einen Protestmarsch organisiert.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat sich nach dreiwöchigem zähen Ringen auf eine gemeinsame Erklärung zum iranischen Atomstreit geeinigt. Der Iran wird nun aufgefordert, binnen 30 Tagen seine Urananreicherung wieder zu stoppen. Strafen oder Sanktionen sind jedoch auf Druck Chinas und Russlands nicht vorgesehen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed El Baradei, soll innerhalb dieser Zeit Bericht erstatten, ob die Forderung erfüllt wurde. Irans UN-Botschafter wies in einer ersten Reaktion jeglichen Druck zurück.

MOSKAU: Die 13. Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS ist zu ihrem halbjährigen Aufenthalt im All gestartet. Die russische Sojus-Trägerrakete hob vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Kommandant der neuen Mission ist der Russe Pawel Winogradow, Bordingenieur der Amerikaner Jeffrey Williams. Als dritter Mann fliegt der Testpilot Marcos Pontes als erster Brasilianer ins All.

SYDNEY: Der neue Zyklon 'Glenda' nähert sich immer schneller der australischen Westküste. Die Meteorologen verzeichneten Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern. Die Behörden riefen die Bewohner der Region Pilbara auf, sich in ihren Häusern zu verschanzen. Es wird erwartet, dass der Zyklon dort auf Land treffen wird. Die Häfen in dem Gebiet wurden geschlossen; die Öl- und Eisenerzförderung eingestellt. Vor zehn Tagen erst hatte der Zyklon 'Larry' im Nordosten des Landes schwere Schäden angerichtet.

DRESDEN: Starke Regenfälle und Schneeschmelze lassen in Sachsen wie auch in weiten Teilen Tschechiens die Flüsse weiter ansteigen. Für Dresden rechnen die Experten bis Freitag mit einem Anstieg der Elbe auf mehr als 7,60 Meter, den höchsten Stand seit der Hochwasserkatastrophe vom Sommer 2002. Damit würden dort auch wieder Wohngebiete überflutet. In Bad Schandau, wo am Mittwochabend bereits rund 1.000 Bewohner in Sicherheit gebracht wurden, soll der Pegel der Schöna im Laufe des Tages auf 7,50 Meter steigen. Eine leichte Entspannung der Lage wurde dagegen aus Bayern gemeldet. Nach fallenden Pegelständen in Passau senkten die Behörden dort die Alarmstufe von vier auf drei. In der Passauer Altstadt stand die Donau am Morgen bei 8,45 Meter und damit rund 30 Zentimeter niedriger als am Mittwochabend.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her teils kräftiger, auch länger anhaltender Regen. Später von Nordwesten her Auflockerungen. Höchstwerte neun bis 15 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 5 Grad, stark bewölkt; Berlin: 6 Grad, leicht bewölkt; Dresden: 9 Grad, wolkig; Köln/Bonn: 9 Grad, Regen; Frankfurt am Main: 8 Grad, Regen und München: 7 Grad, wolkig.