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Nachrichten

Donnerstag, 30. August 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Kanzlerin Angela Merkel hat bei Japans Oppositionschef Ichiro Ozawa vergeblich um eine Zustimmung zu einer Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes geworben. Japan müsse eine größere Verantwortung dort übernehmen, wenn es eine stärkere Rolle in der internationalen Friedensdiplomatie spielen wolle, hieß es nach dem Gespräch. Ozawa, Chef der Demokratischen Partei, sagte, man wolle keine Kriege der USA unterstützen. Ein UN-Mandat für Afghanistan sei notwendig. Japan unterstützt den internationalen Truppeneinsatz mit Versorgungsschiffen im Indischen Ozean. Das Mandat läuft am 1. November aus. Die Demokraten haben seit der Wahl Ende Juli die Mehrheit im Oberhaus. Merkel wurde anschließend von Kaiser Akihito empfangen. Bei dem Treffen ging es hauptsächlich um den Klima- und Umweltschutz.

KABUL: Nach der Freilassung von zwölf südkoreanischen Geiseln erwartet die Regierung Südkoreas, dass die radikalislamischen Taliban an diesem Donnerstag auch die verbliebenen sieben Entführten nach sechswöchiger Haft gehen lassen. Vorausgegangen waren Zusagen der Regierung in Seoul, ihre Soldaten - wie ohnehin geplant - aus Afghanistan abzuziehen und missionarische Aktivitäten ihrer Staatsbürger in dem Land zu verbieten. Präsident Roh Moo Hyun verteidigte das Einlenken als flexible Reaktion innerhalb der Grundsätze der internationalen Gemeinschaft. Derweil befindet sich der verschleppte deutsche Bauingenieur weiter in der Gewalt seiner afghanischen Entführer. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, es würden alle möglichen Anstrengungen unternommen, den 62-Jährigen zu befreien.

KABUL: US-geführte Truppen haben nach afghanischen Angaben einen gesuchten Führer der radikalislamischen Taliban getötet. Mullah Brodar habe während der Taliban-Herrschaft als Militärkommandeur gearbeitet. Er sei bei einem Armeeeinsatz im Süden des Landes umgekommen, teilte das Verteidigungsministerium in Kabul mit. Ebenfalls im Süden Afghanistans wurden bei einem Angriff auf eine Patrouille der Internationalen Schutztruppe ISAF ein Soldat und ein einheimischer Übersetzer getötet. Zwei Soldaten wurden laut ISAF verletzt. Einzelheiten sind nicht bekannt.

TOKIO: Die Verteidigungsminister Chinas und Japans haben erstmals seit fast zehn Jahren in Tokio wieder über Sicherheitsfragen gesprochen. Das Treffen zwischen Cao Gangchuan und seinem japanischen Kollegen Masahiko Komura wird als ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern gesehen. Nach Medienberichten sollte auch über eine Telefonhotline zwischen den Verteidigungsministerien gesprochen werden. Die Beziehungen zwischen Peking und Tokio haben sich seit dem Amtsantritt des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe vor etwa einem Jahr stetig verbessert.

PEKING: Der chinesische Finanzminister Jin Renqing ist von seinem Amt zurückgetreten. Die Regierung in Peking erklärte, der Rücktritt sei aus persönlichen Gründen erfolgt. Näheres wurde nicht mitgeteilt. Er soll in einen Sex-Skandal verwickelt sein. Es gab bereits seit Tagen Gerüchte über einen Rücktritt Jins, der seit 2003 das Finanzministerium leitete. Nach Angaben staatlicher Medien wurde inzwischen der Direktor der Steuerbehörde, Xie Xuren, zu seinem Nachfolger ernannt. Der Wechsel erfolgt inmitten wachsender Besorgnis über eine beschleunigte Inflation in China und Turbulenzen am Aktienmarkt.

ATHEN: Zehntausende Menschen haben in mehreren griechischen Städten gegen das schlechte Krisenmanagement ihrer Regierung bei der Eindämmung der verheerenden Waldbrände protestiert. Sie warfen auch den Verantwortlichen vor, zu wenig gegen Bodenspekulanten und Brandstifter zu tun. Allein in der Hauptstadt Athen demonstrierten 15.000 Menschen. Dort griffen etwa 300 Randalierer Polizisten mit Steinen und Latten an. Die Beamten setzten Tränengas ein. Inzwischen verloren viele der Feuer weiter an Intensität. Auch die Anzahl der Brandherde ging deutlich zurück.

WARSCHAU: Der kürzlich vom polnischen Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski entlassene Innenminister Janusz Kaczmarek ist festgenommen worden. Wie sein Anwalt bestätigte, wird ihm Einmischung in eine Untersuchung über kriminelle Machenschaften vorgeworfen. Kaczmarek hatte nach Medienberichten ein Komitee des polnischen Parlaments über Beschuldigungen informiert, dass die konservative Kaczynski-Regierung die Geheimdienste und das Justizministerium einsetzt, um politische Gegner zu kompromittieren.

WIEN: In der österreichischen Hauptstadt hat ein weiterer Versuch begonnen, einen Ausweg aus dem Kosovo-Konflikt zu finden. Bereits vor dem Sondierungstreffen mit der Troika aus EU, Russland und USA hatten Albaner und Serben noch einmal ihre gegensätzlichen Positionen bekräftigt. Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, forderte von Serbien einen endgültigen Verzicht auf die umstrittene Provinz. Man könne mehr als zwei Millionen Menschen nicht zwingen, wieder unter die Herrschaft eines Landes zurückzukehren, mit dem man Krieg geführt habe, sagte Sejdiu der Nachrichtenagentur AP. Der serbische Außenminister Vuk Jeremic erklärte, man werde sicherlich einer Unabhängigkeit des Kosovo nicht zustimmen.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit gab an, drei Millionen 705.000 Menschen seien ohne Job. Das seien 10.000 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenrate ging auf 8,8 Prozent zurück. Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte, die anhaltend gute Konjunktur wirke sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der offenen Stellen sei nach wie vor hoch. Noch vor einem Jahr lag die Arbeitslosenrate bei 10,5 Prozent.

SAN FRANCISCO: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat zum Auftakt seines Besuchs in Kalifornien die USA zu einem gemeinsamen Vorgehen beim Klimaschutz aufgerufen. Nur wenn man zusammen handele könne man die Welt von der Notwendigkeit überzeugen, die Umwelt und das Klima zu schützen, sagte Steinmeier anlässlich einer Präsentation deutscher Firmen zur Umwelttechnik in Atherton im Silicon Valley. Steinmeier lobte auch die strikten Umweltauflagen in Kalifornien besonders für Autos. Auf dem Programm Steinmeiers steht auch ein Treffen mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Kalifornien gilt in den USA als Vorreiter beim Klimaschutz.

ROM: Die italienische Polizei hat im Zusammenhang mit den Morden an sechs Italienern in Duisburg 40 Verdächtige festgenommen. Sie sollen alle zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta gehören. Allerdings soll keiner der Täter unter den Festgenommenen sein. Mitte August waren die sechs Italiener vor einer Pizzeria in Duisburg erschossen worden. Die Ermittler gehen von einer Familienfehde zweier Mafia-Clans aus. Den Festgenommenen werden unter anderem Mord, Waffenschmuggel und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte freundlich, nach Norden hin und im Süden mehr Wolken und gelegentlich Regen. Tageswerte zwischen 15 und 22 Grad.

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