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Nachrichten

Donnerstag, 30. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MEXIKO-STADT: Im Kampf gegen die Ausbreitung der so genannten Schweinegrippe hat die mexikanische Regierung angeordnet, Unternehmen zu schließen, deren Waren und Dienstleistungen nicht unbedingt notwendig seien. Weitergeführt werden etwa der Verkauf von Lebensmitteln und die medizinische Versorgung. Präsident Felipe Calderon sagte im Fernsehen, zwischen dem 1. und 5. Mai sollten die Bürger des Landes möglichst zuhause bleiben. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation -WHO- steht eine weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe unmittelbar bevor. Die UN-Organisation hob ihre Pandemie-Warnung am Mittwochabend um einen Rang auf die zweithöchste Stufe fünf an. WHO-Chefin Margaret Chan erklärte aber, die Welt sei auf eine Pandemie besser vorbereitet als je zuvor. In Deutschland gibt es laut Gesundheitsministerin Ulla Schmidt drei weitere Verdachtsfälle auf die neue Grippe. Damit würden in der Bundesrepublik zehn Fälle überprüft. Bei drei Menschen in Bayern und Hamburg wurde bislang die Infektion mit dem Virus festgestellt.

NÜRNBERG: Infolge der Wirtschaftskrise ist auch in Deutschland der sonst übliche Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt weitgehend ausgeblieben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg nahm die Zahl der registrierten Arbeitslosen nur um etwa 1.000 auf drei Millionen 585.000 ab. Das waren 171.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 8,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,1 Prozent gelegen.

MÜNCHEN: Der Großaktionär der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate, J.C. Flowers, will das staatliche Übernahmeangebot nicht annehmen. Der Geschäftsmann erklärte in München, er sei davon überzeugt, dass die Aktien mehr wert seien als die 1,39 Euro, die der Bund den Aktionären biete. Gegen eine mögliche Enteignung wolle er sich möglicherweise mit juristischen Schritten zur Wehr setzen. Damit wird es für den Bund schwerer, das Ziel einer Komplettübernahme der HRE schnell zu erreichen. - Flowers und ihm verbundene Investoren hielten zuletzt rund 22 Prozent der Aktien. Nur ein kleiner Teil von ihnen, die weniger als ein Prozent der Aktien hielten, würde das Angebot annehmen, hieß es. Die anderen hätten sich dagegen entschieden.

WASHINGTON: Die Bemühungen zur Rettung des angeschlagenen US-Autokonzerns Chrysler ohne ein Insolvenzverfahren sind gescheitert. Nach Medienberichten wollen einige Gläubiger - darunter vor allem Hedge Fonds - dem von der US-Regierung ausgearbeiteten Umschuldungsplan nicht zustimmen. Deshalb seien die Gespräche abgebrochen worden. Das US-Finanzministerium hatte den Gläubigern - insgesamt 46 Banken und Hedge Fonds - rund 2,25 Milliarden Dollar angeboten, damit sie im Gegenzug auf 6,9 Milliarden Dollar schwere Forderungen an Chrysler verzichten. Ein Insolvenzantrag des Autokonzerns sei nun so gut wie sicher, hieß es im Wall Street Journal. Die US-Regierung befürworte, Chrysler schnell durch die Insolvenz zu bringen und dann vom italienischen Fiat-Konzern übernehmen zu lassen.

WASHINGTON: An seinem 100. Tag im Amt ist US-Präsident Barack Obama der Umsetzung seiner ehrgeizigen Reformpläne einen wichtigen Schritt näher gekommen. Nach dem Repräsentantenhaus billigte auch der Senat den Haushaltsentwurf mit geringfügigen Änderungen. Obama sagte, der Haushalt schaffe die Grundlage für neues Wachstum und die Stärkung der Wirtschaft. Angesichts der großen ökonomischen und politischen Herausforderungen bat er die Bürger um Geduld. Der Rekordetat hat einen Umfang von 3,4 Billionen Dollar. Prioritäten liegen auf Investitionen in grüne Energie, mehr Bildung und eine Gesundheitsreform.

BERLIN/ KABUL: Auf seiner Afghanistan-Reise ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu einem Kurzbesuch im deutschen Feldlager bei Masar-i-Scharif eingetroffen. In dem Camp im Norden des Landes sind etwa 2.000 Angehörige der Bundeswehr und 500 Soldaten aus anderen NATO-Ländern im Einsatz. Überschattet wird der Besuch von zwei Anschlägen in der Nähe des Bundeswehr-Lagers Kundus, das ebenfalls im Norden Afghanistans liegt. Dabei war am Mittwoch auch ein deutscher Soldat getötet worden. Neun weitere wurden verletzt. In Berlin verurteilte Verteidigungsminister Franz Josef Jung die Anschläge als hinterhältig und verbrecherisch. Er gehe davon aus, dass die Angriffe langfristig vorbereitet seien und dass kein Zusammenhang mit dem Afghanistan-Besuch von Außenminister Steinmeier bestehe.

WASHINGTON: Die US-Regierung will weitere 400 Millionen Dollar für den Anti-Terror-Kampf in Pakistan zur Verfügung stellen. Ein entsprechendes Gesuch richtete das Verteidigungsministerium an das Repräsentantenhaus. Es handelt sich dabei um die erste Tranche von insgesamt rund drei Milliarden Dollar, die Washington Pakistan über die kommenden fünf Jahre hinweg zur Verfügung stellen will. Begründet wurde das Vorhaben mit dem Vormarsch der Taliban im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan. Zuvor hatte sich auch US-Präsident Barack Obama besorgt geäußert. Die Regierung in Islamabad könne die Sicherheit und Rechtstaatlichkeit im Land nicht garantieren, so Obama.

COLOMBO: Nach der gescheiterten Vermittlungsmission Frankreichs und Großbritanniens in Sri Lanka haben Regierungstruppen ihre Operation gegen die Tamilen-Rebellen fortgesetzt. Laut Verteidigungsministerium wurden bei neuen Gefechten an der Nordostküste des Landes 15 Kämpfer der Organisation Befreiungstiger von Tamil Eelam getötet und 20 weitere verletzt. Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse lehnte einen Waffenstillstand erneut ab. Der britische Außenminister David Miliband und sein französischer Kollege Bernard Kouchner hatten in Colombo eine Waffenruhe gefordert, um vor allem die im Kampfgebiet festsitzenden Zivilisten zu schützen. In dem noch etwa fünf Quadratkilometer großen Kampfgebiet halten sich nach UN-Schätzungen rund 50.000 Zivilisten auf.

NEU DELHI: In Indien, der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt, hat die dritte Phase der Parlamentswahl begonnen. Zur Abgabe ihrer Stimme sind unter anderem die Bürger der westindischen Millionenmetropole Mumbai aufgerufen. Muslimische Extremisten hatten in der Hauptstadt des Bundesstaats Maharashtra im November 2008 drei Tage lang Terror verbreitet und Geiseln getötet. In Maharashtra und anderen Bundesstaaten können an diesem Donnerstag rund 114 Millionen Stimmberechtigte über 107 der 543 Mandate entscheiden. Die indische Parlamentswahl erstreckt sich über fünf Wahltage bis zum 13. Mai.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten heiter, sonst wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern oder Gewittern. Höchstwerte zwischen zehn Grad im Allgäu und 25 Grad in Brandenburg.

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