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Nachrichten

Donnerstag, 3. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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BOGOTA: Mehr als sechs Jahre nach ihrer Verschleppung durch die linksgerichteten FARC-Rebellen ist die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt befreit worden. Die 46-Jährige wurde zusammen mit 14 weiteren Geiseln in einer spektakulären Aktion des Militärs im kolumbianischen Urwald in Sicherheit gebracht. Dabei gaben sich Soldaten als Rebellen aus und gaben gegenüber den Bewachern an, sie hätten den Auftrag, die Geiseln in ein anderes Lager zu bringen. Die Freigekommenen sind nach ersten Angaben in guter gesundheitlicher Verfassung. Bei ihrer Ankunft in Bogota dankte Betancourt der Armee und allen, die über Jahre an ihrer Freilassung gearbeitet haben. Die frühere Präsidentschaftskandidatin Betancourt war 2002 während ihres Wahlkampfes verschleppt worden.

NEW YORK: Die Geisel-Befreiung in Kolumbien ist weltweit mit Freude aufgenommen worden. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte seine Erleichterung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die kolumbianischen FARC-Rebellen zur Freilassung auch der übrigen Geiseln auf. Ban sagte in New York, die Rebellen sollten den Dialog mit der Regierung suchen, um die Gewalt in dem südamerikanischen Land zu beenden. Die Rebellen haben noch etwa 700 Menschen in ihrer Gewalt.

SINGAPUR: Der Ölpreis hat ein neues Rekordhoch erreicht. Auf dem asiatischen Markt stieg der Preis für ein Barrel der Sorte Brent North Sea erstmals über 145 Dollar. Als Grund für die immer weiter steigenden Preise nannten Analysten den anhaltend schwachen Dollar und einen unerwarteten Rückgang der US-Ölvorräte. Die hohen Preise belasteten abermals die Börsen. In Tokio schloss der Nikkei-Index den elften Tag in Folge im Minus. Eine solche Negativ-Serie gab es zuletzt vor 54 Jahren.

FRANKFURT AM MAIN: Der Rat der Europäischen Zentralbank ist in Frankfurt zusammengekommen, um über eine mögliche Erhöhung des Leitzinses zu entscheiden. Mit einem solchen Schritt wird an den Finanzmärkten gerechnet. Grund ist die zuletzt auf vier Prozent gekletterte Inflation im Euro-Raum. Experten erwarten, dass der Leitzins nach einem Jahr Pause von 4,0 auf 4,25 Prozent angehoben wird.

WASHINGTON: Wenige Tage vor Beginn des G8-Gipfeltreffens in Japan hat Weltbank-Präsident Robert Zoellick vor dramatischen Folgen der hohen Energie- und Nahrungsmittelpreise gewarnt. Zoellick sagte in Washington, die Welt sei dabei, in eine Gefahrenzone zu geraten. In einem Brief an die Teilnehmer des Gipfels forderte er finanzielle Hilfen für die ärmsten Länder. Man habe es nicht mit einer Naturkatastrophe zu tun, sondern man sei Zeuge einer vom Menschen verursachten Katastrophe, die auch von Menschen wieder in Ordnung gebracht werden müsse. Zuvor hatte bereits der Internationale Währungsfonds vor Hungerkrisen gewarnt.

ULAN BATOR: Die Reformkommunisten haben nach dem offiziellen Endergebnis die Parlamentswahl in der Mongolei gewonnen. Wie die staatliche Wahlkommission in Ulan Bator mitteilte, erhielt die regierende Mongolische Revolutionäre Volkspartei bei der Wahl am Sonntag 47 der 76 Sitze. Die oppositionelle Demokratische Partei kam auf 26 Sitze. Die Opposition bemängelte Manipulationen und forderte eine Neuauszählung der Stimmen. Der Streit um den Ausgang der Wahl war Auslöser schwerer Ausschreitungen mit fünf Toten und mehr als 300 Verletzten. Internationale Beobachter hatten jedoch keine größeren Verstöße festgestellt.

BUENOS AIRES: Der Oberste Gerichtshof in Argentinien hat die von der deutschen Justiz geforderte Auslieferung der früheren Junta-Führer Jorge Videla und Emilio Massera abgelehnt. Damit bestätigten die Richter ein vorheriges Urteil. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg wollte die beiden Männer wegen des Todes der deutschen Studentin Elisabeth Käsemann vor Gericht stellen. Sie wurde 1977 verschleppt, gefoltert und getötet. Ihre Leiche wurde wenige Wochen später an die Eltern übergeben und in Tübingen bestattet. Videla, der unter Hausarrest steht, führte die Militärjunta bis 1981. Während seiner Herrschaft verschwanden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 30.000 Menschen spurlos.

KARLSRUHE: Die Regelungen für die Sitzverteilung bei der Bundestagswahl verstoßen nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts teilweise gegen das Grundgesetz. Die Karlsruher Richter beanstandeten, dass bei der Berechnung von Überhangmandaten eine Partei mit weniger Zweitstimmen mehr Sitze im Parlament erhalten kann und umgekehrt. Dies verstoße gegen die Grundsätze der Gleichheit und Unmittelbarkeit der Wahl. Die Berechnung der Überhangmandate muss nun bis Mitte 2011 neu geregelt werden. Das so genannte negative Stimmgewicht hatte 2005 in Dresden bei einer Nachwahl zur Bundestagswahl eine Rolle gespielt. Damals hatte die CDU die Wähler gezielt darauf aufmerksam gemacht, dass sie ein Überhangmandat mehr erhalten würde, wenn die Zahl ihrer Zweitstimmen niedriger ausfalle als sonst.

DÜSSELDORF: Der Streit um Subventionen zwischen dem finnischen Handyhersteller Nokia und der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist nach Angaben aus Kreisen der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf beigelegt. Demnach ist Nokia bereit, 40 Millionen Euro für Projekte in der Region Bochum zu bezahlen. Das Land hatte nach der Schließung des Bochumer Nokia-Werks 60 Millionen Euro Subventionen zurückgefordert, weil das Unternehmen Zusagen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht eingehalten habe. Zuvor hatte Nokia bereits einem Sozialplan für die 2.300 Beschäftigten im Umfang von rund 200 Millionen Euro zugestimmt.

WIESBADEN: Die Zahl der Einbürgerungen nach Deutschland ist erneut gesunken. Im vergangenen Jahr ließen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden rund 113.000 Ausländer einbürgern. Das sind 9,5 Prozent weniger als 2006. Mit rund einem Viertel stellten wie schon in den Jahren zuvor Menschen aus der Türkei die größte Gruppe der Eingebürgerten. An zweiter Stelle folgen Personen aus Serbien und Montenegro, Platz drei belegen die Polen. Deutlich zugenommen haben gegenüber dem Vorjahr Einbürgerungen aus Rumänien und dem Irak.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst noch vielfach sonnig. Später im Westen stark bewölkt und teils heftige Schauer und Gewitter. Nordöstlich der Elbe bleibt es meist freundlich und trocken. Höchstwerte 20 bis 34 Grad.

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