1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 3. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NAIROBI: Ungeachtet des Verbots hält die Opposition in Kenia an ihrem Aufruf zu Massenkundgebungen gegen die Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki an diesem Donnerstag fest. In der Hauptstadt ging die Polizei bereits gegen erste Ansammlungen von Demonstranten mit Tränengas und Wasserwerfern vor.

Ein massives Aufgebot paramilitärischer Einheiten zog im Zentrum Nairobis auf. Oppositionsführer Raila Odinga wiederholte, der so genannte "Marsch der Millionen" solle friedlich verlaufen. --- Bei den Unruhen nach der Präsidentenwahl am 27. Dezember sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 300 Menschen getötet worden. Rund 100.000 Menschen sind auf der Flucht.

NAIROBI/BERLIN: Die internationale Gemeinschaft intensiviert ihre Bemühungen zur Beilegung der politischen Krise in Kenia. Repräsentanten der Afrikanischen Union und der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu reisten nach Kenia, um zu vermitteln. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will eingreifen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier rief zu Besonnenheit und Deeskalation seitens der Polizei auf, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. --- Der Leiter der EU-Wahlkommission für Kenia, der Deutsche Alexander Graf Lambsdorff, forderte noch einmal eine unabhängige Untersuchung und Veröffentlichung der Ergebnisse jedes einzelnen Wahllokals. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, den Druck aufrecht zu erhalten. Kenia sei ein strategisch wichtiges Land und eine weitere Destabilisierung oder gar ein Auseinanderfallen eine Katastrophe für die gesamte Region.

LONDON/ISLAMABAD: Nach der Ermordung der Oppositionsführerin Benazir Bhutto sollen noch in dieser Woche Ermittler von Scotland Yard nach Pakistan reisen. Premierminister Gordon Brown habe entsprechend einer Bitte von Staatschef Pervez Musharraf der Entsendung eines Teams der britischen Polizei zugestimmt, bestätigte der britische Außenminister David Miliband in London. Von Seiten der US-Regierung verlautete, da jetzt die britischen Ermittler die Untersuchung leiteten, sei eine Untersuchung von Bhuttos Todesumständen durch die Vereinten Nationen "zu diesem Zeitpunkt" nicht nötig. Aus Bhuttos Pakistanischer Volkspartei wurden hingegen Forderungen bekräftigt, das Attentat durch die UN aufklären zu lassen. Eine "vage ausländische Beteiligung" könne die bestehenden Verdachtsmomente über eine Verwicklung auch der Regierung in Islamabad nicht ausräumen.

COLOMBO: Nach der Aufhebung der Waffenruhe in Sri Lanka haben die Vermittler aus Norwegen vor zunehmender Gewalt zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen gewarnt. Die Entscheidung Colombos, die Vereinbarung zu annullieren, sei ein "ernster Schritt" und könne zu einer weiteren Eskalation führen, sagte der norwegische Minister für internationale Entwicklung, Erik Solheim. Norwegen hatte den im Februar 2002 unterzeichneten Waffenstillstand ausgehandelt. --- Die srilankische Regierung machte jetzt eine Entwaffnung der tamilischen so genannten "Befreiungstiger" zur Voraussetzung für neue Friedensverhandlungen.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat Forderungen aus der CSU nach Steuersenkungen zurückgewiesen. Nach der jetzigen Planung werde der Bundeshaushalt 2011 ausgeglichen sein. Vorher stelle sich die Frage nach Steuersenkungen nicht. Und auch danach müsse bei einem Schuldenstand von 1,5 Billionen Euro entschieden werden, ob Haushaltsüberschüsse zur Schuldentilgung, für Investitionen oder anderes ausgegeben würden, sagte der SPD-Politiker. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und der Chef der CSU-Landesgruppe, Peter Ramsauer, hatten sich zuvor für eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer ab 2010 ausgesprochen.

BERLIN: Der Klimawandel bedroht nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz tausende Tier- und Pflanzenarten in Deutschland. Besonders betroffen von der Erderwärmung seien Arten, die an Gewässern, Mooren, im Hochgebirge oder an den Küsten lebten, sagte Behördenchefin Beate Jessel der 'Berliner Zeitung'. Bis zu 30 Arten könnten für immer aus Deutschland verschwinden. Als Gründe für das mögliche Artensterben nannte Jessel die erwartete zunehmende Trockenheit und sinkende Grundwasserspiegel. Verschärft werde die Lage durch die fortschreitende Zubetonierung der Landschaft und den Bau neuer Straßen.

GAZA: Bei Gefechten zwischen israelischen Soldaten und radikalislamischen Kämpfern im südlichen Gazastreifen sind mindestens fünf Palästinenser ums Leben gekommen. Die meisten Opfer gab es nach Angaben von Ärzten bei einem israelischen Vorstoß nahe Khan Junis. Eine Panzergranate traf ein Wohnhaus, ein Milizionär und mehrere Familienmitglieder sollen getötet worden sein. --- Erst am Mittwoch hatten israelische Soldaten bei Angriffen im Gazastreifen sieben Palästinenser getötet.

WASHINGTON: US-Justizminister Michael Mukasey hat in der Affäre um die Zerstörung von Verhörvideos des Geheimdienstes CIA strafrechtliche Ermittlungen angekündigt. Voruntersuchungen hätten Anhaltspunkte dafür erbracht, dass es sich bei der Vernichtung der Aufzeichnungen von Verhören Terrorverdächiger um eine Straftat oder zumindest um ein Vergehen handeln könnte, sagte Mukasey in Washington. - Bei den Vernehmungen im Jahre 2003 waren nach Medienberichten umstrittene Methoden angewandt worden, etwa das so genannte Water Boarding, bei dem der Verhörte das Gefühl hat, ertränkt zu werden.

NEW YORK/BERLIN: Ein zwischenzeitlicher Rekord-Ölpreis von 100 Dollar und wiederaufkeimende Rezessionsängste haben die amerikanischen Aktienbörsen am ersten Handelstag 2008 auf Talfahrt geschickt. Analysten hatten erklärt, verantwortlich für die Entwicklung seien Spekulationskäufe sowie neue Gewalt in Nigeria und Algerien. Zudem verwiesen die Experten auf die OPEC, die erklärt hatte, möglicherweise könne sie schon 2024 die weltweite Nachfrage nach Rohöl nicht mehr decken. Die US-Regierung lehnte die Freigabe strategischer Reserven ab. Ein solcher Schritt wäre nur in einem echten Notfall denkbar, hieß es in Washington. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht von weiter steigenden Ölpreisen aus. Wegen knapper werdender Vorräte könne ein Barrel in zehn Jahren etwa 200 Dollar kosten, sagte die DIW-Energie-Expertin Claudia Kemfert der "Berliner Zeitung".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im äußersten Westen und Südwesten etwas Schnee, sonst gebietsweise längere Zeit Hochnebel oder wolkig mit Aufheiterungen. Höchstwerte zwischen minus sechs und plus zwei Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: -4°, nach Schneefall;

Berlin: - 5°, bedeckt;

Dresden: - 4°, stark bewölkt;

Köln/Bonn: - 1°, wolkig;

Frankfurt am Main: - 1°, stark bewölkt und

München:- 5°, dunstig.

Audio und Video zum Thema