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Nachrichten

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOGADISCHU: Bei einem Anschlag in einem Hotel der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mehrere Menschen getötet worden, darunter mindestens zwei Minister der Übergangsregierung. Regierungsvertreter teilten mit, unter den Todesopfern seien Sportminister Sulheiman Olad Roble und Gesundheitsminister Qamar Aden. Bildungsminister Ibrahim Addow wurde den Angaben zufolge bei dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag schwer verletzt. Die Minister hatten an einer Abschlussfeier für Studenten teilgenommen. Die international unterstützte Übergangsregierung von Präsident Sharif Sheikh Ahmed kontrolliert nur einen kleinen Teil des kriegszerstörten Mogadischu. Die übrigen Gebiete der Hauptstadt, weite Teile im Süden und Zentrum Somalias sind in der Hand der radikal-islamischen Shebab-Miliz, die Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida hat.

DAMASKUS: Mindestens sechs Menschen sind bei der Explosion in einem Bus aus dem Iran in der syrischen Hauptstadt Damaskus ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Der Bus stand nach Angaben der Fernsehsender El Dschasira und El Arabija an einer Tankstelle in dem Vorort Sajjida Seinab, als es im hinteren Teil des Fahrzeugs eine Detonation gab. Einige Augenzeugen berichten von einer Bombe, andere von einer Gasflasche im Gepäck. Der Schrein von Sajjida Seinab, der Enkelin des Propheten Mohammed, ist vor allem für schiitische Muslime ein Wallfahrtsziel.

BHOPAL: Zum 25. Jahrestag der Giftgaskatastrophe in Bhopal haben Überlebende und Bürgerrechtler mit einem Protestmarsch durch die zentralindische Stadt an die Opfer erinnert. Sie zogen vor die ehemalige Pestizidfabrik des US-Konzerns Union Carbide, aus der am 3. Dezember 1984 rund 40 Tonnen hochgiftiger Gase entwichen waren. Nach Schätzungen kamen in angrenzenden Elendsvierteln unmittelbar darauf bis zu 10.000 Menschen ums Leben. Mehr als 15.000 weitere starben an den Spätfolgen der Giftwolke. Die Demonstranten warfen den indischen Behörden vor, zu wenig für die Überlebenden und die Sanierung des alten Werkgeländes zu tun. Nach einer Studie des Zentrums für Wissenschaft und Umwelt in Neu Delhi verseuchen Chemieabfälle, die nach wie vor auf dem Gelände lagern, Boden und Grundwasser.

NEW YORK: Als zukunftsweisend hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama gewürdigt. Er begrüße insbesondere die Absicht der USA, in Afghanistan nicht nur das militärische, sondern auch das zivile Engagement auszubauen, erklärte ein Sprecher Bans. Durch die neue Strategie würden die afghanischen Institutionen selbst gestärkt. Der Aufbau eigener Sicherheitsstrukturen im Land sei ein langer, aber notwendiger Prozess, um die internationalen Bemühungen in Afghanistan dauerhaft zu sichern. Die USA wollen in den nächsten Monaten 30.000 weitere Soldaten an den Hindukusch schicken. Eine der Kernaufgaben ist die Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte.

BERLIN: Der Bundestag entscheidet an diesem Donnerstag über die Verlängerung von drei Auslandseinsätzen der Bundeswehr, darunter die ISAF-Mission in Afghanistan. Die Obergrenze für das deutsche Kontingent in Afghanistan soll nach Kabinettsvorlage für ein weiteres Jahr bei 4.500 Soldaten festgeschrieben werden. Über eine mögliche Erhöhung des Truppenkontingents um bis zu 2.500 Soldaten soll erst nach der Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London entschieden werden. Die Opposition sieht in mehr Soldaten für den auch bei der deutschen Bevölkerung umstrittenen Militäreinsatz in Afghanistan keine Lösung. Dennoch gilt die Zustimmung des Parlaments als sicher. Das gilt auch für die Einsätze am Horn von Afrika und vor der Küste des Libanon. - Erstes Thema der Debatte im Bundestag ist allerdings die Abstimmung über die Ziele und Strategien für die bevorstehende Weltklimakonferenz in Kopenhagen.

BERLIN: Die Banken in Deutschland wollen mittelständische Unternehmen in der Krise besser mit Krediten versorgen. Dazu schlug Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann beim Konjunkturgipfel im Kanzleramt die Gründung eines Sonderfonds vor. Die Initiative hierfür geht von Commerzbank, Deutscher Bank und den Sparkassen aus. Der Sonderfonds soll demnach von den privaten Banken gespeist werden, der Staat soll nur als Mediator auftreten. Zum Volumen wurden keine Angaben gemacht. Im Gegenzug denkt die Regierung über neue Hilfen für die Banken nach. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, die Bundesregierung werde prüfen, wie die Banken über die Staatsbank KfW von Kreditrisiken entlastet werden könnten.

STUTTGART: Der Protest der Mercedes-Mitarbeiter in Sindelfingen gegen die Verlagerung der C-Klasse-Produktion geht weiter. Nach Angaben der IG Metall ruhte auch in der Nachtschicht die Arbeit. Der Daimler-Vorstand hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass die C-Klasse ab 2014 nicht mehr in Sindelfingen, sondern in Bremen und in den USA gebaut werden soll. Im Gegenzug soll das Werk bei Stuttgart von Bremen die Montage des sportlichen SL-Roadsters übernehmen. Die IG Metall sieht durch das Vorhaben rund 3.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Daimler hingegen schloss einen Stellenabbau im größten inländischen Pkw-Werk aus.

PARIS: Der französische Autobauer Peugeot-Citroen verhandelt unter dem wachsenden Konkurrenzdruck in der Branche über einen Einstieg beim japanischen Mitsubishi-Konzern. Denkbar sei auch eine strategische Partnerschaft, erklärte ein Sprecher in Paris. Medienberichten zufolge erwägt Peugeot, bis zu 50 Prozent am japanischen Konkurrenten zu übernehmen. Die Franzosen kooperieren bereits mit mehreren Autobauern, darunter auch mit BMW.

TEHERAN: Trotz internationaler Proteste will der Iran den Ausbau seines Atomprogramms mit aller Kraft vorantreiben. Uran werde der Iran künftig selbst im eigenen Land auf 20 Prozent anreichern. Zudem werde die Islamische Republik alle für ihr Atomprogramm nötigen Bauteile selbst produzieren, erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Der iranische Präsident kritisierte in diesem Zusammenhang massiv die Internationale Atomenergiebehörde IAEA. Diese UN-Behörde folge - so Ahmadinedschad - dem Druck einiger weniger und nur scheinbar mächtiger Staaten und beschließe illegale Resolutionen gegen die iranische Nation.

TEGUCIGALPA: Das Parlament in Honduras hat eine Wiedereinsetzung des vor fünf Monaten in einem Putsch gestürzten Staatschefs Manuel Zelaya in das Präsidentenamt abgelehnt. Die Mehrheit des von rechtsgerichteten und konservativen Parteien beherrschten Parlaments stimmte stattdessen dafür, im Januar 2010 Porfirio Lobo zum Präsidenten zu ernennen. Er hatte am Sonntag die von den Putschisten ausgerichtete Präsidentenwahl gewonnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten stark bewölkt und etwas Regen. Im Südosten und Osten teilweise freundlich. Höchstwerte zwischen drei und zwölf Grad.

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