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Nachrichten

Donnerstag, 3. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

TEL AVIV: Die libanesische Hisbollah-Miliz setzt ihre Attacken auf Israel fort. Am Donnerstag seien bereits mehr als 20 Geschosse im Norden eingeschlagen, verlautete aus Tel Aviv. Israels Luftwaffe hatte zuvor ihre Angriffe auf die von der Hisbollah kontrollierten Vororte von Beirut wieder aufgenommen. Die Bodentruppen im Süden Libanons wurden wegen zum Teil erbitterter Gefechte verstärkt. Panzer rückten zudem im palästinensischen Gazastreifen ein. Mindestens sieben Menschen wurden bei Angriffen von Kampfjets getötet. Die Streitkräfte gestanden einen Fehler bei der weltweit kritisierten Bombardierung des Dorfes Kana ein. Man habe nichts von Zivilisten in der Nähe vermuteter Feindstellungen gewusst, hieß es. Nach Angaben aus Beirut waren 56 Menschen gestorben, nach Berichten der Menschenrechtsorganisation 'Human Rights Watch' mindestens 28.

NEW YORK: Beim Tauziehen um eine gemeinsame Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zum Nahost-Krieg zeichnet sich nach jüngsten Berichten eine Annäherung zwischen den USA und Frankreich ab. Es werde nur noch an einem einzigen Text gearbeitet, verlautete von beiden Seiten. Die USA beharrten bislang darauf, dass erst dann ein Waffenstillstand gefordert werden könne, wenn Israel, Libanon und die Hisbollah-Miliz sich politisch geeinigt hätten. Frankreich fordert erst eine Waffenruhe. Die Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz -OIC- kritisierten bei einem Krisentreffen in Malaysia eine, wie es hieß, parteiische Haltung der internationalen Gemeinschaft in dem Konflikt.

KIEW: Neuer Regierungschef der Ukraine soll der pro-russische Politiker Viktor Janukowitsch werden. Der westlich orientierte Präsident Viktor Juschtschenko entschied sich nach langwierigen Verhandlungen, Janukowitsch als Ministerpräsident einer Koalitionsregierung vorzuschlagen. Im Fernsehen teilte der Präsident mit, Janukowitsch habe sich zuvor schriftlich verpflichtet, eine Politik der engeren Anbindung an Europa zu verfolgen. Janukowitschs Partei hatte bei der Parlamentswahl im März die meisten Stimmen bekommen. Dennoch strebte der ukrainische Präsident zunächst eine Neuauflage des Bündnisses der orange-farbenen Revolution an. Die Sozialisten scherten jedoch aus der geplanten Koalition aus und schlossen sich Janukowitsch an.

KINSHASA: Nach den ersten freien Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo seit Jahrzehnten ist erste vereinzelte Kritik an der Stimmenauszählung laut geworden. Internationale Beobachter bemängelten, die mehr als 60 Zentren zur Erfassung der Wahlzettel seien schlecht organisiert. Vertreter von Vereinten Nationen und Europäischer Union warnten dessen ungeachtet vor zu schnellen Betrugsvorwürfen. Vorläufige Wahlergebnisse werden in etwa drei Wochen erwartet. Die europäische Schutztruppe will ihre Soldaten im Kongo während der Stimmauszählung noch einmal aufstocken. Man werde überall im Mandatsgebiet anwesend sein, kündigte der deutsche Befehlshaber, Generalleutnant Karlheinz Viereck, in einem Interview mit der Tageszeitung 'Die Welt' an.

KABUL: Durch einen neuerlichen Angriff auf die internationale

Schutztruppe im Süden Afghanistans sind ein Soldat getötet und ein weiterer verletzt worden. Eine Bombe sei neben ihrem Fahrzeug in der Provinz Kandahar gezündet worden, heißt es. Zur Nationalität der Opfer machte die Truppe keine Angaben. In Kandahar sind vornehmlich kanadische Soldaten stationiert. Seit Übernahme des Kommandos zum Wochenbeginn hat die Truppe bereits vier Soldaten verloren.

BANGKOK: Das Militärregime in Birma erwägt nach Darstellung der thailändischen Regierung die Freilassung von

Friedensnobelpreisträgerin Aung Suu Kyi. Außenminister Kantathi Suphamongkhon sagte nach einem Treffen mit seinem birmanischen Kollegen Nyan Win, einen Zeitplan für die Aufhebung des Hausarrestes gebe es allerdings noch nicht. Die 61 Jahre alte Suu Kyi, eine Symbolfigur des gewaltfreien Widerstandes gegen das birmanische Militärregime, steht seit Jahren unter Hausarrest. Sie hat insgesamt mehr als zehn der vergangenen 17 Jahre in Gefangenschaft verbracht.

PARIS: Der wegen seiner Verwicklung in die Schmiergeldaffäre in der deutschen Autoindustrie unter Druck geratene Chef des französischen Autozulieferers Faurecia, Pierre Lévi, ist zurückgetreten. Lévi stand in der Kritik, seitdem er zugegeben hatte, von Schmiergeldzahlungen seines Unternehmens an Einkäufer von VW, Audi, und BMW gewusst zu haben. VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder soll daraufhin vom Faurecia-Mutterkonzern Peugeot-Citroën die Ablösung Lévis gefordert haben.

BERLIN: Im Ringen um Änderungen an der Gesundheitsreform gehen die Krankenkassen an diesem Donnerstag gestützt auf ein neues Rechtsgutachten zu einem weiteren Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium. Damit soll die Auffassung der Kassen untermauert werden, über die Reform und ihre Konsequenzen informieren zu dürfen. Ministerin Ulla Schmidt hatte gesagt, sie gehe davon aus, dass Kassenvertreter nicht weiter durch Fundamentalkritik Mitarbeiter und Versicherte verunsicherten. Andernfalls hatte die Ministerin mit Konsequenzen gedroht.

MÜNCHEN: Der Zustand der Alpen-Gletscher hat sich erneut dramatisch verschlechtert. Schon jetzt seien die bayerischen Gletscher um 70 Prozent geschrumpft, voraussichtlich in spätestens 20 Jahren seien sie weg, sagte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf bei einem Besuch auf der Zugspitze. Um auf die drohenden Folgen rechtzeitig reagieren zu können, gab Schnappauf den Startschuss für den ersten Aktionsplan aller sieben Alpen-Anrainerstaaten. In den kommenden zwei Jahren sollen 3,5 Millionen Euro in das Projekt fließen. Ziel sei es, die Folgen für Tourismus, Verkehr oder Landwirtschaft abschätzen zu können.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In Alpennähe regnerisch, sonst Wechsel zwischen Sonne, Schauern und Gewittern. Höchstemperaturen 17 bis 25 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 03.08.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8tiC
  • Datum 03.08.2006
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