1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 3. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BUKAREST: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat von den Europäern ein stärkeres militärisches Engagement in der NATO gefordert. Auf dem Gipfel der Allianz im rumänischen Bukarest bot er zugleich die Entsendung von einem Bataillon und damit mehr als 800 Soldaten für Ostafghanistan an. Auch will Frankreich vom Sommer an für ein Jahr das Kommando in der Zentralregion Afghanistans übernehmen. Sarkozy bekräftigte zudem seinen Willen, Frankreich in die euro-atlantischen Militärstrukturen zurückzuführen. Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hatte zuvor die künftigen neuen Mitglieder Albanien und Kroatien im Nordatlantischen Bündnis begrüßt. Die Ukraine und Georgien werden noch nicht in den sogenannten Aktionsplan als Vorstufe zur Mitgliedschaft in der NATO aufgenommen. Mazedoniens Beitritt wurde bis zur Beilegung des Streits um den Staatsnamen mit Griechenland aufgeschoben.

PEKING: Wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking ist in China der prominente Menschenrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Peking sah es als erwiesen an, dass Hu mit seiner Kritik an der Kommunistischen Partei umstürzlerische Absichten verfolgt habe. Der 34-jährige Hu hatte sich für unschuldig erklärt. Menschenrechtsorganisationen erklärten, China wolle mit dem Gerichtsverfahren vor den Spielen einen wichtigen Kritiker mundtot machen. Die USA und die EU brandmarkten das Urteil. Hu wurde vor allem durch seinen Einsatz für Aids-Kranke im ländlichen China bekannt.

PEKING/ LHASA: Nach den anti-chinesischen Protesten in Tibet will China die tibetische Hauptstadt Lhasa vom 1. Mai an wieder für ausländische Touristen öffnen. Reiseveranstalter, Hotels und Souvenirläden hätten über massive Umsatzeinbußen durch die Abriegelung geklagt, heißt es in einer Erklärung der tibetischen Regierungsbehörde. Peking ordnete inzwischen nach Medienberichten an, die Propaganda gegen den Dalai Lama, das im Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter, zu verschärfen. Außerdem sollten lokale Funktionäre der Kommunistischen Partei bestraft werden, die während der jüngsten Unruhen die politische Linie Pekings nicht entschlossen verfochten hätten. Bei den anti-chinesischen Protesten in Tibet waren im März nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet worden. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten.

HARARE: In Simbabwe hat die Partei von Präsident Robert Mugabe nach fast drei Jahrzehnten an der Macht die Mehrheit im Parlament verloren. Wie die Wahlkommission mitteilte, gewann die Opposition bei der Abstimmung am vergangenen Samstag 109 der 210 Sitze im Abgeordnetenhaus. Mugabes Partei ZANU-PF stellt 97 Parlamentarier, ein Sitz geht an einen unabhängigen Kandidaten. Bei der gleichzeitig abgehaltenen Präsidentenwahl sieht sich die Opposition ebenfalls als Gewinner. Offizielle Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Staatliche Medien berichten, dass es möglicherweise zu einer Stichwahl zwischen Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai komme.

NIKOSIA: Die Konfliktparteien auf Zypern haben ein Symbol der Teilung der Insel, die Ledra-Einkaufsstraße in der Altstadt von Nikosia, geöffnet und damit einen Durchbruch ihrer Bemühungen um eine Annäherung erzielt. Die Straße ist erstmals seit 1964 wieder in beide Richtungen passierbar. Die Einrichtung des Übergangs ist Ergebnis neuer Verhandlungen zwischen den griechischen und den türkischen Zyprern. Die Teilung von Zypern geht auf die Invasion türkischer Truppen im Norden der Mittelmeerinsel im Jahr 1974 zurück.

ROM: Die Führung der finanziell stark angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia kommt an diesem Donnerstag zu einer Krisensitzung zusammen, nachdem die Übernahmeverhandlungen mit der französisch-niederländischen Air France-KLM gescheitert sind. Die Verhandlungen mit Alitalia-Gewerkschaftsvertretern wurden abgebrochen, weil diese Änderungen an dem Übernahmeangebot verlangten. Dieses sah massive Stellenstreichungen vor. Alitalia-Präsident Maurizio Prato trat kurz nach Verhandlungsende zurück.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will noch mehr Landesbanken dazu bewegen, sich zusammenzuschließen. Der 'Bild'-Zeitung sagte er, es gebe zu viele und zu kleine Landesbanken. Erforderlich seien eine Konsolidierung und ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Steinbrück rechnet damit, dass die Auswirkungen der Finanzmarktkrise noch das ganze laufende Jahr zu spüren sein werden; möglicherweise sogar noch 2009. In Deutschland sind mehrere Landesbanken, darunter die WestLB, wegen Fehlspekulationen und der Bankenkrise in den USA in arge Bedrängnis geraten. Der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums, Wolfgang Gerke, sprach sich in einem Interview der Deutschen Welle dafür aus, eine einzige zentrale Landesbank zu schaffen. Diese könnte sich auf die Dienstleistungen für die Sparkassen konzentrieren.

WIESBADEN: Die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern wollen streiken, wenn die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen kein verbessertes Angebot vorlegen. Der Bundesvorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, sagte der 'Neuen Presse', die Mitglieder seiner Gewerkschaft seien streikbereit. Die Verhandlungen gehen an diesem Donnerstag in Wiesbaden in die fünfte Runde. Die Gewerkschaft fordert eine durchschnittliche Erhöhung der Gehälter von 10,2 Prozent. Die Arbeitgeber bieten zwischen vier und 4,5 Prozent. Gleichzeitig wollen sie die Arbeitszeit um anderthalb Stunden erhöhen.

WASHINGTON: In den USA haben 18 Bundesstaaten die nationale Umweltschutzbehörde EPA wegen mangelnden Engagements gegen den Klimawandel verklagt. Noch vor einem Jahr habe der Oberste Gerichtshof die Behörde aufgefordert, ihrer Verantwortung für den Umweltschutz nachzukommen und Grenzwerte für Neuwagen beim Ausstoß klimaschädlicher Gase zu setzen, heißt es in der eingereichten Klage. Seitdem habe die Behörde aber nichts unternommen. Dies sei ein beschämendes Pflichtversäumnis. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush lehnt verbindliche Emissionsgrenzen als schädlich für die Wirtschaft ab.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Norden wechselnd wolkig mit etwas Sonne; sonst trübe und regnerisch bei Tageswerten zwischen sechs und zwölf Grad.

Audio und Video zum Thema