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Nachrichten

Donnerstag, 29. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat vor einer humanitären Katastrophe in der Dritten Welt durch die globale Wirtschaftskrise gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Krise in einem Kontinent wie Afrika in eine humanitäre Katastrophe mit Tausenden von Hungernden und Toten entwickelt, sagte die SPD-Politikerin in einer Regierungserklärung im Bundestag. Sie versicherte, Deutschland werde bei der Entwicklungshilfe nicht nachlassen. Im laufenden Jahr sind im Etat ihres Ministeriums Ausgaben von 5,8 Milliarden Euro eingeplant, im Vergleich zu 2008 ein Plus von etwa 12 Prozent. Darüber hinaus sind im zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung zusätzlich 100 Millionen Euro an Entwicklungshilfe enthalten. Vom Ziel, die Entwicklungsausgaben bis 2010 auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, ist Deutschland allerdings noch weit entfernt.

BERLIN: Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise steht im Mittelpunkt der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao an diesem Donnerstag in Berlin. Merkel und die deutsche Wirtschaft hoffen auf eine aktive Rolle Chinas bei der Bekämpfung der globalen Krise und auf neue Aufträge. Geplant ist die Unterzeichnung mehrerer Wirtschaftsverträge, wie zum Beispiel über die Verlängerung der Transrapidstrecke in Shanghai. Aber auch der Klimaschutz soll zur Sprache kommen. Der Besuch Wens gilt als Rückkehr zur Normalität in den deutsch-chinesischen Beziehungen, die zwischenzeitlich wegen des Besuchs des Dalai Lama im Bundeskanzleramt auf Eis gelegt waren. Der Dalai Lama verfolgt in den Augen Chinas die Abspaltung Tibets von China.

NÜRNBERG: Der konjunkturelle Abschwung hat nun auch den Arbeitsmarkt erreicht: Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen erhöhte sich im Januar im Vergleich zum Vormonat um 387.000 auf 3,489 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Der Anstieg sei deutlich stärker als in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen. Zum Vorjahr ergab sich dagegen nochmals ein Rückgang um 170.000.

WASHINGTON: Das US-Repräsentantenhaus hat mit der Stimmenmehrheit der Demokraten das milliardenschwere Konjunkturpaket von Präsident Barack Obama gebilligt, mit dem die schwer angeschlagene Wirtschaft der USA wieder angekurbelt werden soll. Mit den rund 819 Milliarden Dollar sollen Infrastrukturmaßnahmen sowie Steuererleichterungen finanziert, aber vor allem Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden. Obama hatte sich intensiv auch um die Zustimmung der Republikaner bemüht, von denen aber keiner für das Konjunkturpaket stimmte. - Die Zustimmung des Senats am kommenden Montag gilt als Formsache. Auch dort haben die Demokraten die Mehrheit.

DAVOS: Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird dominiert von der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise. Bis Sonntag beraten rund 2.500 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft, darunter über 40 Staats- und Regierungschefs, in dem Schweizer Wintersportort über Wege aus der Krise. Russlands Regierungschef Wladimir Putin warnte in seiner Eröffnungsrede vor zu starken Eingriffen des Staates in der derzeitigen Situation. Dabei verwies er vor allem auf die Erfahrungen in der früheren Sowjetunion. Das Land, so Putin, sei wegen der Vormachtsstellung des Staates damals nicht wettbewerbsfähig gewesen. Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao bekräftigte in Davos, sein Land sei zu aktiver Mithilfe bei der Überwindung der Weltwirtschaftskrise bereit. Zugleich forderte er eine Reform der internationalen Finanzinstitutionen, hin zu einer stärkeren Kontrolle.

GAZA-STADT: Die Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas für den Gazastreifen wird zunehmend brüchig. Erstmals seit Beginn der Feuerpause vor anderthalb Wochen ist der Süden Israels wieder von dem Palästinensergebiet aus beschossen worden. Als Reaktion darauf bombardierte die israelische Luftwaffe Ziele bei Rafah im Süden des Gazastreifens. Der Angriff habe einer Produktionsstätte für Waffen gegolten, teilte ein Militärsprecher mit. Menschen wurden nicht verletzt. Der neue Nahostgesandte der USA, George Mitchell, bemüht sich derzeit in der Region um einen dauerhaften Waffenstillstand. Für diesen Donnerstag ist ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant.

KABUL: Mit mehrmonatiger Verspätung wird in Afghanistan am 20. August ein neuer Präsident gewählt. Als Gründe für die Verzögerung nannte die Wahlkommission in Kabul Sicherheits- und Haushaltsprobleme sowie technische Schwierigkeiten. Die Amtszeit von Präsident Hamid Karsai läuft nach der Verfassung bereits am 22. Mai ab. Er regiert das Land seit dem Sturz der radikal-islamischenTaliban-Milizen Ende 2001 und stellt sich erneut zur Wahl. Die Taliban haben Widerstand gegen die Abstimmung angekündigt.

PARIS: In Frankreich legt ein Streik gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik von Staatspräsident Nicolas Sarkozy weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. In der Region um Paris fielen die meisten U- und S-Bahnen aus. Viele Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge blieben in den Depots. Der grenzüberschreitende Bahnverkehr ist, wie es heißt, nicht betroffen. Gestreikt wird darüber hinaus in Schulen, bei der Post, in Behörden oder an Theatern. Die öffentlichen Nachrichtensender senden Musik statt Informationen. Die Gewerkschaften protestieren mit dem Aktionstag gegen die nach ihrer Ansicht einseitige Unterstützung der Banken in der Finanzkrise durch den Staat. Sie fordern mehr Ausgaben für Arbeitnehmer und Arbeitslose.

FRANKFURT AM MAIN: Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA haben ihre Warnstreiks mit Arbeitsniederlegungen vor allem in Süddeutschland gestartet. Betroffen sind der Nah- und Fernverkehr. Die Gewerkschaften haben ihre Mitglieder aufgerufen, die Arbeit in neun Städten niederzulegen, um den Druck auf die Bahn in den Tarifverhandlungen zu erhöhen. Betroffen sind unter anderen Köln, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Berlin und München.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Heiter bis wolkig bei Höchstwerten bis vier Grad Celsius.

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