1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 27. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: In Birma hat die Staatsgewalt mit unverminderter Härte auf neue Proteste gegen das Militärregime und für Demokratie in dem südostasiatischen Land reagiert. Militär und Polizei räumten eine der großen Straßen in der Hafenstadt Rangun, auf der sich erneut Tausende von Demonstranten versammelt hatten. Das Militär hatte ihnen über Lautsprecher «extreme Aktionen» angedroht, sollten sie nicht sofort die Straßen verlassen. Die Soldaten schossen erneut in die Menge. Örtlichen Medienberichten zufolge gab es mehrere Tote. Zur Verhinderung weiterer Proteste hatten Soldaten bereits in der Nacht Klöster in Rangun gestürmt und mehr als 100 Mönche festgenommen. Am Mittwoch hatte es bei schweren Ausschreitungen mehrere Tote und Verletzte gegeben. - In New York scheiterte eine Verurteilung der Junta durch den UN-Sicherheitsrat am Widerstand Chinas. Die chinesische Regierung appelliert inzwischen an beide Seiten in Birma, die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen.

KABUL: In Afganistan sind zwei ausländische Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt worden. Sie wurden gemeinsam mit zwei einheimischen Kollegen verschleppt. Wie eine Sprecherin der Hilfs-Organisation mitteilte, sollten die Mitarbeiter den im Juli entführten deutschen Ingenieur abholen. Der Mann sei jedoch nicht freigelassen worden. Die Rot-Kreuz-Mitarbeiter seien auf dem Rückweg nach Kabul gewesen. - Bei Kämpfen mit Taliban-Rebellen kamen in der südafghanischen Provinz Helmand zwei dänische ISAF-Soldaten ums Leben.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine völlige Erneuerung der Strategie der Vereinten Nationen im Kampf gegen Drogen und Aufständische in Afghanistan gefordert. In einem Bericht an den UN-Sicherheitsrat kritisiert Ban vor allem die Schwäche der Regierungsgewalt, die zunehmende Korruption und die blühende Drogenwirtschaft. Es müsse dringen ein umfassender Sicherheitsplan für Afghanistan entwickelt werden, der sowohl zivile als auch militärische Strategien einschließen, forderte Ban. Dabei müssten Einheimische stärker als bisher in die Planungen einbezogen werden. US-Präsident George W. Bush sieht dagegen weiter Fortschritte in Afghanistan. Das Land sei unter der Regierung von Präsident Hamid Karsai sicherer und stabiler geworden, sagte Buh nach einem Treffen mit Karsai in New York. - Im umkämpften Süden Afghanistans töteten die US-geführten Streitkräfte und die afghanische Armee mehr als 160 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einem dringenden Appell zum Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose aufgerufen. Zur Eröffnung einer internationalen Geberkonferenz des Globalen Fonds in Berlin sagte Merkel, die drei Krankheiten bedeuteten für Millionen Menschen eine existentielle Bedrohung und unendliches Leid. Die Geberländer müssten daher für die Arbeit des Fonds eine langfristige und berechenbare Grundlage schaffen. Bei der Konferenz werden Finanzzusagen in einer Gesamthöhe von etwa 5,7 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre erwartet. Davon kommen 600 Millionen Euro aus Deutschland.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September deutlich gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren in diesem Monat 3 Millionen 543.000 Menschen ohne Job. Das ist der niedrigste Stand seit knapp 12 Jahren. Im Vergleich zum August ging die Zahl um 162.000 zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,4 Punkte auf 8,4 Prozent. Als Grund für die positive Entwicklung wurden die übliche Herbstbelebung und das gute konjunkturelle Umfeld genannt.

BERLIN: Bund, Länder und Gemeinden haben nach Angaben des Bundes der Steuerzahler im vergangenen Jahr wieder Milliardenbeträge verschwendet. Auf allen staatlichen Ebenen habe es Fehlplanungen, teure Imagepflege und unnötige Reisen auf Kosten der Steuerzahler gegeben, beklagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke in Berlin bei der Vorlage des neuen Schwarzbuchs, in dem mehr als 100 Beispielfälle aufgelistet werden. Wie im Vorjahr belaufe sich die Verschwendung auf rund 30 Milliarden Euro und damit auf fünf Prozent der Gesamtausgaben. Däke äußerte zugleich die Befürchtung, dass die seit Jahren steigenden Einnahmen der öffentlichen Haushalte einen noch sorgloseren Umgang mit Steuergeldern zur Folge haben könnten.

WASHINGTON: Der US-Senat hat sich angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak in einer nicht-bindenden Resolution für eine föderale Teilung des Landes ausgesprochen. Mehr als 20 Senatoren der republikanischen Partei von Präsident George W. Bush schlossen sich der von dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joseph Biden eingebrachten Vorlage an. Danach soll der Irak in ein schiitisches, ein sunnitisches und ein kurdisches Gebiet aufgeteilt werden. Die Zuständigkeit für die Sicherheit an den Grenzen und für die Einkünfte aus den Öleinnahmen sollen bei der Zentralregierung verbleiben. Nach den Worten Bidens soll der Plan die nationale Aussöhnung unterstützen und das Blutvergießen beenden. Die US-Regierung lehnt eine Teilung des Iraks ausdrücklich ab.

PEKING: Die Sechs-Länder-Gespräche über die Einstellung des nordkoreanischen Atomprogramms sind in Peking fortgesetzt worden. Bei den Verhandlungen soll es um die nächsten Schritte bei der Umsetzung einer Vereinbarung gehen, die den Abriss sämtlicher nordkoreanischer Atomanlagen vorsieht. Im Gegenzug soll die Regierung in Pjöngjang bis zu eine Million Tonnen Heizöl erhalten. Nordkorea hatte im Juli die Anlage von Yongbyon geschlossen und dafür erste Öllieferungen erhalten. Die sechs an den Verhandlungen in Peking beteiligten Staaten sind Nordkorea, Südkorea, China, Russland, die USA und Japan.

ISLAMABAD: Vor der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Pakistan hat das Verfassungsgericht in Islamabad die Freilassung hunderter Oppositioneller aus Polizeigewahrsam verfügt. Der oberste Richter Iftikhar Chaudhry wies die Polizei außerdem an, Barrikaden auf den Straßen nach Islamabad, mit denen Regierungsgegnern die Einreise in die Hauptstadt erschwert werden sollte, abzubauen. Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf will sich am 6. Oktober vom Parlament in Islamabad und den Provinzparlamenten im Amt bestätigen lassen. Das Verfassungsgericht muss allerdings noch entscheiden, ob Musharraf bei der Wahl am 6. Oktober überhaupt kandidieren darf, da er gleichzeitig Armeechef ist. Das Gericht vertagte sich in dieser Frage auf diesen Freitag.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach stark bewölkt und regnerisch. Zum Süden hin im Lauf des Nachmittags nachlassender Regen und gelegentliche Auflockerungen, an der Nordsee auch längere sonnige Abschnitte. Höchstwerte neun bis 18 Grad.

Audio und Video zum Thema