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Nachrichten

Donnerstag, 27. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BOMBAY: Indische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben das besetzte Hotel "Taj Mahal" in der Wirtschaftsmetropole Bombay aus den Händen islamischer Terroristen befreit. Über eine erfolgreiche Stürmung des zweiten besetzten Hotels, des "Trident", ist noch nichts bekannt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier teilte derweil mit, das Auswärtige Amt habe in Bombay einen Krisenstab eingerichtet. In Zusammenarbeit mit den indischen Behörden werde geklärt, ob es mögliche deutsche Opfer unter den mindestens 101 Toten gebe. Mehrere Fluggesellschaften, darunter auch die Lufthansa, sagten Flüge in die Metropole ab. Die islamische Gruppe "Deccan Mujahedeen", die sich zu der Anschlagsserie vom Mittwoch bekannt hatte, verlangte in einem Anruf bei einem indischen Fernsehsender die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus indischen Gefängnissen.

BANGKOK: Die thailändische Hauptstadt Bangkok ist komplett vom Luftverkehr abgeschnitten. Nach dem internationalen Flughafen besetzten Demonstranten jetzt auch den nationalen Flughafen. Tausende Urlauber sitzen inzwischen den dritten Tag in Folge in Bangkok fest. Derweil wächst der Druck auf das Militär, einzugreifen. Regierungschef Somchai Wongsawat hatte in einer Fernsehansprache am Mittwoch einen von den Demonstranten geforderten Rücktritt abgelehnt. Seine Regierung sei demokratisch gewählt. Er kündigte nicht näher bezeichnete Maßnahmen gegen die Anhänger der oppositionellen "Volksallianz für Demokratie" an.

PEKING: In China hat der Vorsitzende der Nationalen Kommission für Entwicklung und Reformen, Zhang Ping, vor einem massiven Anstieg der Arbeitslosenzahlen und sozialen Unruhen gewarnt. Die Folgen der internationalen Finanzkrise seien auch in China zu spüren. Es gebe starke Indikatoren für eine weitere Verlangsamung des heimischen Wirtschaftswachstums. Für das vierte Quartal werden nur noch acht Prozent Wachstum erwartet, nach zweistelligen Raten in den vergangenen Jahren. Am Mittwoch hatte die Notenbank den Zinssatz binnen zwei Monaten erneut gesenkt.

BAGDAD: Iraks politische Parteien ringen weiter um eine Parlamentsmehrheit für das geplante Stationierungsabkommen mit den USA. Eine für Mittwoch vorgesehene Abstimmung war um einen Tag verschoben worden, weil der Sunniten-Block der "Nationalen Eintrachtsfront" eine größere Amnestie für Mitglieder der früheren Baath-Partei Saddam Husseins fordern. Diese war 2003 von den US-Besatzungstruppen verboten worden. Der anderen Forderung des Sunni-Blocks, nach sieben Monaten das Volk über das Abkommen entscheiden zu lassen, hatte die Regierung zugestimmt. Der Vertrag sieht unter anderem einen endgültigen Abzug der US-Truppen bis spätestens Ende 2011 vor.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben drei Monate nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe in der Demokratischen Republik Kongo Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen aufgenommen. Der UN-Gesandte im Kongo, Alan Doss, teilte dem Weltsicherheitsrat mit, die Friedenstruppe MONUC habe mehrere Verfahren wegen des Verdachts von Massakern und willkürlicher Erschießungen eingeleitet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon empfahl in einem Bericht an den Weltsicherheitsrat, das Mandat für die Friedenstruppe im nächsten Jahr fortzuführen.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat den Plan zum Aufbau der EU-Polizei- und Justizmission EULEX im Kosovo einstimmig gebilligt. Zuvor hatten die Außenminister von Serbien und Kosovo, Vuk Jeremic und Skender Hiseni, ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit versichert. Ziel von EULEX ist es, eine multi-ethnische Polizei, Justiz und Verwaltung im Kosovo aufzubauen, um eine Unterdrückung der serbischen Minderheit zu verhindern.

BERLIN: Das Parlamentarische Kontrollgremium befasst sich an diesem Donnerstag mit der Festnahme dreier mutmaßlicher BND-Mitarbeiter im Kosovo. In dem Gremium des Bundestags soll die Regierung unter anderem darüber Auskunft geben, ob es sich bei den drei Deutschen tatsächlich um BND-Angehörige handelt und welchen Auftrag sie hatten. Die Behörden im Kosovo beschuldigen die Inhaftierten, in den Anschlag auf das Büro des EU-Sondergesandten im Kosovo vom 14. November verwickelt zu sein. Nach kosovarischen Medienberichten zeichnet sich die baldige Freilassung der drei Männer ab. Es gebe keine Beweise, dass sie an dem Anschlag beteiligt seien.

NÜRNBERG: Ungeachtet der Finanzkrise ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im November um 8.000 auf 2,98 Millionen gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 16 Jahren. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte in Nürnberg, die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern liege nach wie vor auf hohem Niveau. Allerdings mehrten sich die Anzeichen, dass der wirtschaftliche Abschwung den Arbeitsmarkt bald erfassen werde.

LONDON: Die britische Kaufhauskette Woolworths hat Insolvenz angemeldet. Der Vorstand des Traditionsunternehmens teilte mit, die gut 800 Kaufhäuser sollten vorerst weiter geöffnet bleiben. Die Zukunft der mehr als 30.000 Arbeitsplätze sei jedoch unsicher. Das fast 100 Jahre alte Unternehmen hatte Schulden von fast einer halben Milliarde Euro angehäuft. Die deutsche Woolworth-Kette ist unabhängig von dem britischen Konzern.

BRÜSSEL: Reisende in die Schweiz können ihre Ausweise bald stecken lassen. Die EU-Innenminister beschlossen, die Schweiz in die Schengenzone aufzunehmen. Als Folge werden die Grenzkontrollen zwischen der Alpenrepublik und den Nachbarländern Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich am 12. Dezember eingestellt. Die Kontrollen im Luftverkehr sollen Ende März 2009 fallen. Zur Schengenzone gehören bisher 22 EU-Staaten sowie Norwegen und Island. Die EU-Mitglieder Großbritannien, Irland, Rumänien, Bulgarien und Zypern sind bislang nicht dabei.

HAVANNA: Die Europäische Union sichert Kuba für das kommende Jahr bis zu 30 Millionen Euro Entwicklungshilfe zu. EU-Entwicklungsdirektor Stefano Manservisi sagte nach der Unterzeichnung des entsprechenden Vertrags in Havanna, das Abkommen sehe vor, Projekte in den Bereichen Handel, Umwelt, Wissenschaft und Landwirtschaft zu finanzieren. Zwei Millionen Euro sollen verwendet werden, um die Opfer der beiden jüngsten Wirbelstürme "Gustav" und "Ike" zu unterstützen. Im Jahr 2003 hatte die EU die Zusammenarbeit mit Kuba wegen der Verhaftung von 75 Dissidenten ausgesetzt.

CARACAS: Russland und Venezuela wollen ihre beiderseitigen Beziehungen weiter ausbauen. Das vereinbarten der russische Präsident Dmitri Medwedew und sein venezolanischer Kollege Hugo Chavez in Caracas. Unter anderem sagte Medwedew Venezuela Unterstützung beim Start eines Atomenergieprogramms und weitere Waffenlieferungen zu. Während Medwedews Besuch in dem lateinamerikanischen Land halten Marinesoldaten beider Staaten eine gemeinsame Übung vor der venezolanischen Küste ab.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Süden etwas Auflockerungen, ansonsten trübe mit etwas Regen oder Nieselregen. Tageswerte im Süden zwischen null und fünf Grad, sonst zwischen fünf und zehn Grad.

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