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Nachrichten

Donnerstag, 27. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat sich noch nicht auf eine Verurteilung des israelischen Luftangriffs auf einen UN-Beobachterposten im Südlibanon einigen können. Die USA blockierten einen Resolutionsentwurf, in dem von einem vorsätzlichen Angriff gesprochen wurde. Heute soll weiter beraten werden. Australien kündigte an, seine Beobachter, die zu der UNIFIL-Beobachtertruppe gehören, von der Grenze nach Beirut zu verlegen. Bei dem Luftangriff am Dienstag waren vier UNIFIL-Soldaten getötet worden. Nach libanesischen Medienberichten griff Israel einen Armeeposten sowie eine Relaisstation des staatlichen Rundfunks nördlich von Beirut an. Die Hisbollah-Miliz beschoss den Norden Israels wieder mit Raketen. Sie schlugen nahe Safed ein und sollen einen größeren Waldbrand ausgelöst haben.

ROM: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die gestrige internationale Nahost-Konferenz trotz weitgehender Enttäuschung über das Ergebnis als Erfolg bezeichnet. Die Teilnehmer hätten sich sowohl auf Grundlagen für eine Waffenruhe verständigt als auch die Notwendigkeit einer internationalen Friedenstruppe mit UN-Mandat bekräftigt. Ende dieser oder Anfang kommender Woche werde es dazu eine entsprechende Sitzung in den Vereinten Nationen geben. Die Teilnehmer der Nahost-Konferenz hatten sich nicht auf die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe einigen können. Vor allem die USA wollen dafür erst bestimmte Bedingungen erfüllt sehen.

BERLIN: Der Auswärtige Ausschuss des Bundestages beschäftigt sich am Vormittag in einer Sondersitzung mit der Krise im Nahen Osten. Auf Antrag der Grünen soll Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Gremium über die Bemühungen der Bundesregierung zur Lösung des Konflikts unterrichten. Dabei geht es auch um die Beteiligung der Bundeswehr an einer möglichen internationalen Friedenstruppe. Steinmeier hatte eine Entsendung deutscher Soldaten nach der gestrigen Nahost-Konferenz in Rom offen gelassen. In einem Fernsehinterview sagte er, Deutschland werde zunächst im UN-Sicherheitsrat an der Ausarbeitung eines Mandats mitwirken. Die Frage einer Beteiligung stelle sich erst danach.

BERLIN: Amnesty International will ein Team in den Libanon schicken, um mögliche Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen. Das kündigte die Generalsekretärin der deutschen Sektion, Barbara Lochbihler, an. Sowohl Israel wie auch die Hisbollah-Miliz würden das humanitäre Völkerrecht verletzen. Lochbihler forderte die Bundesregierung zur diplomatischen Intervention auf. Vor allem müsse der Einsatz von Streubomben gestoppt werden. Gestern war ein erster Hilfskonvoi des UN-Kinderhilfswerks im Südlibanon angekommen. Das Deutsche Rote Kreuz will heute eine Hilfslieferung starten.

BAGDAD/WASHINGTON: Im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Zentrum der irakischen Hauptstadt sind mehrere Bomben explodiert. Mindestens 25 Menschen wurden getötet und fast 50 verletzt. Regierungschef Nuri al-Maliki hatte zuvor in einer Rede im US-Kongress bekräftigt, der Irak werde dem Terrorismus weiter die Stirn bieten. Die Gewalt im Land werde von Gruppen geschürt, die im Namen des Islam handelten. Er dankte den USA für ihr Engagement zur Befriedung des Landes. Mehrere Kongress-Abgeordnete wollten die Rede wegen al-Malikis Äußerung, Israel sei der Aggressor im Libanon, eigentlich boykottieren. Kurz vor der Rede relativierte Außenminister Hoschijar Zebari jedoch die Position seines Landes.

WASHINGTON: Der amerikanisch-indische Atompakt hat eine erste Hürde genommen. Das Repräsentantenhaus billigte den entsprechenden Gesetzentwurf mit 359 zu 68 Stimmen . Bevor Präsident George W. Bush unterschreibt, muss noch der Senat zustimmen. Bush hatte den Pakt im vergangenen Jahr bei einem Treffen mit Regierungschef Manmohan Singh vereinbart und damit einen Schlussstrich unter ein mehr als 30-jähriges Verbot des Exports von Know-how und Atomtechnologie nach Indien gezogen.

WASHINGTON: Der US-Senat hat die Sanktionen gegen Birma um drei Jahre verlängert. Als Hauptgrund wurde die sich verschlechternde Lage der Menschenrechte genannt. So würden mehr als 1.100 politische Gefangene weiterhin festgehalten; der Hausarrest von Oppositionschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sei durch die Militärführung zuletzt um ein weiteres Jahr verlängert worden. Außerdem sei Birma inzwischen zum zweitgrößten Opium-Produzenten aufgestiegen. Das US-Repräsentantenhaus hatte der Sanktionsverlängerung bereits Anfang des Monats zugestimmt.

MÜNCHEN: Beschäftigte der gesetzlichen Krankenkassen protestieren an diesem Donnerstag erneut gegen die geplante Gesundheitsreform. Die Gewerkschaft Verdi hat in München, Bonn und Mainz zu Demonstrationen aufgerufen. Bereits am Mittwoch waren mehrere tausend Kassen-Beschäftigte in Berlin und Hamburg auf die Straße gegangen. Nach Einschätzung von Verdi sind durch die Gesundheitsreform rund 30.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

BERLIN: In Deutschland leben nach Angaben des Kinderschutzbundes mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche auf Sozialhilfe-Niveau. Die Zahl sei erschreckend und weit höher als erwartet, sagte der Präsident der Organisation, Heinz Hilgers, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Von 15 Millionen Kindern hätten damit 2,5 Millionen kaum Bildungschancen und lebten mit einem hohen Gesundheitsrisiko.

MOSKAU: Kurz nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur ist eine russische Trägerrakete abgestürzt. Sie ging in unbewohntem Gebiet unweit des Startplatzes nieder. Nach ersten Erkenntnissen versagte der Antrieb. Die Rakete sollte 18 Satelliten ins All transportieren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten heiter oder locker bewölkt und meist trocken. Sonst vermehrt Quellwolken, gebietsweise Schauer oder Gewitter. Die Tageswerte liegen bei 32 bis 37 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 27.07.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8rJN
  • Datum 27.07.2006
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