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Nachrichten

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die mutmaßliche Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan erneut scharf verurteilt. Wer sich so verhalte, habe in der Bundeswehr keinen Platz, sagte Jung im Bundestag zum Auftakt einer Debatte über das neue Weißbuch zur deutschen Sicherheitspolitik. Der CDU-Politiker warnte vor einer generellen Verdächtigung der Bundeswehr. Rund 200.000 Soldaten seien inzwischen im Auslandseinsatz gewesen, und ihre Leistungen würden anerkannt. - Die Bundeswehr hat nach eigenen Angaben sechs Beteiligte an der mutmaßlichen Totenschändung ermittelt. Vier gehörten den Streitkräften nicht mehr an, hieß es.

KÖLN: NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer rechnet nicht damit, dass die mutmaßliche Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan die Arbeit der Schutztruppe ISAF negativ beeinflussen wird. Die ISAF-Soldaten, auch die deutschen, seien sehr hoch geschätzt, sagte de Hoop Scheffer im Deutschlandfunk. Der inakzeptable Vorgang sei nicht gut für das Image der NATO, aber eine Ausnahme. - Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, befürchtet in Folge des Vorfalls eine wachsende Gefahr von Anschlägen auf deutsche Soldaten in Afghanistan.

JERUSALEM/BERLIN: Beim Einsatz der Bundesmarine vor der Küste des Libanon im Rahmen der UN-Friedensmission ist es zu einem Zwischenfall mit der israelischen Luftwaffe gekommen. Das israelische Verteidigungsministerium wies jedoch Meldungen zurück, Kampfjets hätten beim Überfliegen eines deutschen Schiffes Schüsse in die Luft abgegeben und Raketenabwehrkörper abgefeuert. Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin hatte einen entsprechenden Bericht des 'Tagesspiegel' zuvor allerdings grundsäzlich bestätigt. Der genaue Ablauf des Zwischenfalls werde noch untersucht, hieß es weiter.

DÜSSELDORF: Vor dem Düsseldorfer Landgericht hat die dritte Runde im Mannesmann-Prozeß begonnen, einem der spektakulärsten Verfahren der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Richter müssen entscheiden, ob Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und drei weitere Angeklagte sich im Zusammenhang mit Zahlungen nach der Übernahme von Mannesmann durch die britische Vodafone der Untreue schuldig gemacht haben. Nach der Fusion im Jahre 2000 waren an Manager von Mannesmann Prämien und Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro gezahlt worden. Der Bundesgerichtshof hatte im Dezember die Freisprüche aus dem ersten Prozeß aufgehoben.

WASHINGTON: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat vom Weltsicherheitsrat die rasche Verabschiedung einer Resolution zum iranischen Atomprogramm verlangt. Dies sei notwendig, damit die internationale Gemeinschaft glaubwürdig bleibe, sagte Rice in Washington. Großbritannien, Frankreich und Deutschland leiteten inzwischen einen ersten Entwurf für eine Iran-Resolution an die USA, China und Russland weiter. In dem Papier wird ein Handelsembargo für jegliches Material gefordert, das zur Uran-Anreicherung beitragen könnte.

BUENOS AIRES: Zwölf Jahre nach dem Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum in der argentinischen Hauptstadt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren iranischen
Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani erhoben. Er stehe in Verdacht, die libanesische Hisbollah beauftragt zu haben, den Anschlag zu verüben, erklärte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in Buenos Aires. Auch gegen sechs weitere iranische Regierungsvertreter und einen ranghohen Hisbollah-Funktionär wurde Anklage erhoben. Zugleich beantragten die Staatsanwälte die Ausstellung internationaler Haftbefehle. Bei dem Anschlag 1994 waren 85 Menschen getötet worden.

NEW YORK: Beim Ringen um die Besetzung des Sitzes der lateinamerikanischen Staaten im UN-Sicherheitsrat ist kein Ende in Sicht. Auch bei sechs weiteren Abstimmungen in der UN-Vollversammlung erhielten weder Guatemala noch Venezuela die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Für Dienstag nächster Woche sind weitere Abstimmungen angesetzt. Beobachter erwarten, dass bis dahin Kompromisskandidaten ins Spiel gebracht werden.

PJÖNGJANG: In der Krise um das nordkoreanische Atomprogramm hat die Führung in Pjöngjang ihre Drohungen verschärft und Südkorea vor einem Krieg gewarnt. Wenn die Regierung in Seoul die internationalen Sanktionen gegen den Norden umsetze, führe dies zu einem Krieg auf der koreanischen Halbinsel, erklärte ein Mitglied der kommunistischen Führung. Ungeachtet dessen bereitet Südkorea Strafmaßnahmen gegen den Norden vor.

PEKING: Der französische Präsident Jacques Chirac ist in Peking mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao zusammengetroffen. Dabei erneuerte Chirac seine Forderung nach einer Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China. Das Waffenembargo war 1989 nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung eingesetzt worden. Außerdem drückten Hu und Chirac ihre Sorge über den Atomtest Nordkoreas aus und forderten den Iran auf, die Anreicherung von Uran gemäß der entsprechenden UN-Resolution auszusetzen.

PEKING: Airbus hat einen weiteren Großauftrag aus China erhalten. Wie der neue Airbus-Chef Louis Gallois mitteilte, bestellte China 150 Airbus A-320 und schloß außerdem eine Kaufoption über 20 Maschinen des künftigen A-350. Wegen der zahlreichen Aufträge sei außerdem die Unterzeichnung über den Bau einer Airbus-Montagefabrik in Nordchina geplant. Das Werk solle in der Stadt Tianjin entstehen.

PARIS: Zum zweiten Mal in dieser Woche haben Jugendliche einen Linienbus in einer Pariser Vorstadt angegriffen. Busfahrer und Passagiere konnten sich unverletzt retten; das Fahrzeug brannte aus. Die Maskierten entkamen. Die Behörden wollen jetzt den nächtlichen Busverkehr in bestimmten Vorstädten einstellen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wolkig, später Schauer. Sonst häufig sonnig und mit Tagestemperaturen zwischen 19 und 26 Grad Celsius für die Jahreszeit deutlich zu warm.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 26.10.2006
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  • Datum 26.10.2006
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