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Nachrichten

Donnerstag, 26. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan tritt zurück. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte im Bundestag, Schneiderhan habe selbst um seine Entlassung gebeten. Er ziehe damit die Konsequenz aus den Vorwürfen, das Verteidigungsministerium habe der Öffentlichkeit und der Staatsanwaltschaft Informationen über zivile Opfer bei dem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff Anfang September auf einen Tanklaster in Afghanistan vorenthalten. Zuvor hatte Außenminister Guido Westerwelle sich für die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan stark gemacht und zugleich "Offenheit und Ehrlichkeit" der Regierung in Bezug auf die Mission angekündigt. Die Bundesregierung will das ISAF-Mandat um ein Jahr bis Ende 2010 verlängern. Die Obergrenze von 4500 Soldaten soll zunächst unverändert bleiben. Allerdings soll es nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" Überlegungen im Verteidigungsministerium geben, den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan auf bis zu 6500 Soldaten auszuweiten.

PEKING: Eineinhalb Wochen vor dem Weltklimagipfel hat nach den USA auch China erstmals konkrete Zahlen zur Minderung der Treibhausgase vorgelegt. Die Volksrepublik wolle die Menge des Kohlendioxidausstoßes gemessen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um bis zu 45 Prozent unter das Niveau von 2005 drücken, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Regierungschef Wen Jibao wird zum Klimagipfel nach Kopenhagen fliegen. China ist der größte Produzent von Treibhausgasen weltweit. Am Mittwoch hatten die USA ihren Beitrag zur Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe vorgestellt. Geplant ist, den Ausstoß der Treibhausgase bis 2020 um 17 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama schließt - entgegen einer Erklärung vom Dienstag - den völligen Verzicht auf Landminen nun doch nicht mehr aus. Die Regierung überprüfe derzeit die bisherige Haltung der USA, teilte das Außenministerium in Washington mit. Ob die Vereinigten Staaten der internationalen Konvention zum Verbot der Minen beitreten, sei noch nicht entschieden. Zunächst hatte es geheißen, Obama wolle an der Landminen-Politik seines Vorgängers George W. Bush festhalten. Dies war von Menschenrechtlern und auch von Mitgliedern der regierenden Demokraten scharf kritisiert worden. - Die USA sind das einzige NATO-Land, das die Anti-Personenminen-Konvention aus dem Jahr 1997 bisher nicht unterzeichnet hat. Andere wichtige Staaten wie Russland, China und Indien sind dem Abkommen ebenfalls nicht beigetreten.

SANTIAGO DE CHILE: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat zugesagt, bis zu den nächsten Wahlen im Amt zu bleiben. Sobald es mit der rivalisierenden Hamas-Organisation, die den Gazastreifen kontrolliert, eine Einigung gebe, könne ein Datum für die Abstimmung festgelegt werden, sagte Abbas am Rande seines Besuchs in Chile. Ursprünglich sollte am 24. Januar im Westjordanland und Gazastreifen gewählt werden. Abbas wirbt derzeit auf einer Lateinamerika-Reise um Unterstützung gegen die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten, einem der größten Streitpunkte im festgefahrenen Nahost-Friedensprozess. - Die israelische Regierung hatte am Mittwoch beschlossen, den Bau neuer Siedlungen im Westjordanland für zehn Monate auszusetzen, Ost-Jerusalem allerdings von dem Moratorium ausgeschlossen.

CARACAS: Mit einem demonstrativen Schulterschluss haben die Präsidenten Venezuelas und des Iran, Hugo Chavez und Mahmud Ahmadinedschad, ihre "strategische Partnerschaft" bekräftigt. Bei einem Treffen in Caracas bezeichnete Ahmadinedschad die Rolle des venezolanischen Staatschefs in Lateinamerika als "bewundernswert". Chavez würdigte seinen Gast als - so wörtlich - "Gladiator des antiimperialistischen Kampfes". Iran und Venezuela gehören zu den schärfsten Kritikern der USA und ihres engen Verbündeten Israel. - Venezuela war die letzte Station einer Lateinamerika-Reise Ahmadinedschads, die ihn zuvor auch nach Brasilien und Bolivien geführt hatte.

MANILA: Nach dem Massaker im Süden der Philippinen mit mindestens 57 Todesopfern hat sich der mutmaßliche Drahtzieher des Blutbads der Polizei gestellt. Innenminister Ronaldo Puno teilte mit, Andal Ampatuan Junior, der Bürgermeister einer Stadt ist und Sohn des gleichnamigen Gouverneurs der Provinz Maguindanao, sei zu Befragungen in die Hauptstadt Manila gebracht worden. Er wird verdächtigt, zusammen mit mehreren Polizeichefs, Polizisten und Bewaffneten den Konvoi eines politischen Rivalen überfallen zu haben. Der mächtige Ampatuan-Clan, der eng mit Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verbunden ist, wies die Vorwürfe zurück. Bei den Opfern des Blutbads vom Montag handelt es sich um Angehörige des rivalisierenden Mangudadatu-Clans und etwa 20 begleitende Journalisten, die unterwegs waren, um Unterlagen für die Gouverneurswahl im Mai einzureichen.

MUMBAI: Ein Jahr nach den Terroranschlägen von Mumbai wird mit Mahnwachen und anderen Aktionen der 166 Todesopfer in der westindischen Finanzmetropole gedacht. An mehreren Plätzen in der Millionenstadt versammelten sich Menschen zum Gebet und zündeten Kerzen an. Unter den 26 ausländischen Opfern waren drei Deutsche. Terroristen hatten zwei Luxushotels, einen Bahnhof und andere Orte angegriffen und hunderte Menschen als Geiseln genommen. Den Sicherheitskräften gelang es erst nach drei Tagen, die letzten Angreifer zu überwältigen. Die indische Regierung macht die von Pakistan aus operierende militante Islamisten-Gruppe Lashkar-e-Taiba für den Terrorangriff verantwortlich. Der einzige überlebende Attentäter steht derzeit in Indien vor Gericht.

BERLIN: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar lehnt die zwischen der EU und den USA geplante Weitergabe von Bankdaten ab. In der "Frankfurter Rundschau" sprach er von einem massiven Grundrechtseingriff. Das Abkommen soll sicherstellen, dass die USA auch künftig auf Überweisungen und andere private Bankverbindungsdaten zugreifen können, um mutmaßliche Terroristen ausfindig zu machen. Die Daten-Weitergabe ist auch in der schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin weiter umstritten. Das Justizministerium teilte mit, die kritische Haltung von Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) habe sich nicht verändert. Nach Informationen des "Handelsblatts" will sich die Bundesregierung bei der entscheidenden Abstimmung der EU-Innenminister am kommenden Montag enthalten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Süden meist freundlich und trocken. Sonst mehr Wolken, örtlich Schauer, auch in Alpennähe etwas Regen. Höchstwerte neun bis 14 Grad.

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