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Nachrichten

Donnerstag, 26. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Woche vor dem NATO-Jubiläums-Gipfel in Straßburg und Baden-Baden die Bedeutung des Militärbündnisses betont. In einer Regierungserklärung im Bundestag sagte sie, gerade Deutschland habe der NATO und der Solidarität der Verbündeten viel zu verdanken. Auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer dürfe das Leben in Freiheit nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. Merkel kündigte an, dass auf dem Treffen der 26 NATO-Staats- und Regierungschefs mit den Arbeiten für ein neues strategisches Konzept begonnen werden solle. Bei dem Jubiläumsgipfel zum 60. Jahrestag des Bündnisses wollen die Teilnehmer auch über den Einsatz in Afghanistan beraten. Frankreich wird bei dem Treffen am 3. und 4. April offiziell in die Kommandostruktur der NATO zurückkehren.

BERLIN: In der Opposition stößt die geplante Verlängerung der Abwrackprämie für Altautos auf Kritik. Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, sprach in einem Zeitungs-Interview von einem ökonomischen Unfug. Wer jetzt mit Staatsgeldern dafür sorge, dass Nachfrage vorgezogen werde, sorge gleichzeitig dafür, dass sie in den Folgejahren fehle. Auch die FDP bleibt bei ihrer Ablehnung. Die große Koalition könne sich nur noch auf Geldausgeben einigen, kritisierte der Vorsitzende des Haushaltsauschusses, Otto Fricke. Das Umweltbundesamt forderte die Bundesregierung auf, die Abwrackprämie umweltfreundlich nachzubessern. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Abwrackprämie zur Ankurbelung der Autoindustrie länger laufen zu lassen als geplant. Sie vereinbarten aber auch, dass die Prämie keinesfalls über 2009 hinaus gewährt wird.

WASHINGTON: Die US-Regierung plant eine massive Verschärfung der Finanzmarktkontrollen. Im Mittelpunkt steht nach Angaben aus Regierungskreisen die Schaffung einer Regulierungsbehörde für systemisch wichtige Unternehmen. Diese Behörde solle das Recht erhalten, Finanzunternehmen wie etwa Hedgefonds genauer unter die Lupe zu nehmen. Außerdem ist vorgesehen, dass sich Hedgefonds künftig bei der Börsenaufsicht SEC registrieren lassen müssen. US-Finanzminister Timothy Geithner wird die Vorschläge an diesem Donnerstag im Repräsentantenhaus vorstellen. - Sie sollen auch Grundlage für die Diskussionen beim Weltfinanzgipfel am 2. April in London sein. Dort wird die internationale Regulierung der Finanzmärkte eines der wichtigsten Themen sein.

WASHINGTON: Als Reaktion auf einen anscheinend bevorstehenden Raketentest Nordkoreas hat die US-Marine zwei Kriegsschiffe in die Gewässer vor Japan verlegt. Weitere Schiffe könnten folgen, teilte die Marine mit. Nordkorea hatte für Anfang April den Start eines Satelliten ins All angekündigt. Die USA und andere Länder werfen dem stalinistisch regierten Land vor, unter dem Deckmantel des Satellitenstarts eine Langstreckenrakete testen zu wollen. Raketentests sind Nordkorea jedoch laut einer UN-Resolution verboten. US-Außenministerin Hillary Clinton sprach von einer "Provokation".

BANKOK: In der thailändischen Hauptstadt sind etwa 30.000 Gegner von Regierungschef Abhisit Vejjajiva zu dessen Amtssitz marschiert. Sie protestierten gegen die Politik Abhisits, der ihrer Auffassung nach illegal an die Macht gekommen ist. Der Regierungssitz wurde von etwa 7.000 Polizisten abgeschirmt. Abhisit von der neu gegründeten Demokratischen Partei war erst Mitte Dezember von den Oppositionsparteien und Überläufern der bisherigen Regierungspartei PPP gewählt worden. In Thailand tobt seit der Absetzung des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra durch das Militär im Jahr 2006 ein Machtkampf. Im vergangenen Jahr hatten PPP-Gegner aus Protest das Regierungsviertel monatelang belagert und zeitweise die Flughäfen Bangkoks besetzt.

JERUSALEM: Der Iran hat nach Erkenntnissen des israelischen Geheimdienstes die "technologische Schwelle" zur Herstellung von Atomwaffen überschritten. Der tatsächliche Bau einer Atombombe hänge nun "vor allem von politischen Entscheidungen des Irans ab", sagte der Chef des Militärgeheimdienstes, Amos Yadlin. Der Kampf, einen "atomaren Iran" zu verhindern, sei aber noch nicht verloren. Mit der "richtigen Mischung aus Verhandlungen und Sanktionen" könne der Bau einer iranischen Atombombe nach wie vor verhindert werden, meinte der israelische Geheimdienstchef.

KANDAHAR: Bei einem Angriff auf einen Polizeiposten im Süden Afghanistans sind neun Polizisten getötet worden. Wie das Innenministerium in Kabul mitteilte, geschah der Überfall in der Unruheprovinz Helmand. Die afghanische Armee habe einen Großeinsatz eingeleitet, um die Angreifer aufzuspüren. Bei einem weiteren Gefecht zwischen Polizisten und Taliban-Milizionären in der Provinz Ghazni seien vier Kämpfer getötet und sechs Polizisten verwundet worden.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden wurden zahlreiche Menschen verletzt. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der Region Süd-Waziristan, einer Hochburg des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud. Hintergrund der Tat war möglicherweise eine Auseinandersetzung rivalisierender Extremistengruppen. - Bei einem Raketenangriff in Nord-Waziristan wurden mindestens vier islamische Extremisten getötet. Pakistanische Geheimdienstmitarbeiter vermuten, dass die Raketen von einer US-Drohne abgefeuert wurden. Bei einem ähnlichen Vorfall waren am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden.

NEW YORK: Wenige Tage vor dem G20-Gipfel in London hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an die teilnehmenden Industrie- und Schwellenländer appelliert, ein umfangreiches Hilfspaket für ärmere Staaten zu schnüren. Gerade in diesen Ländern könne die globale Wirtschaftskrise die politische Stabilität gefährden, erklärte Ban in New York, wo er den britischen Premierminister Gordon Brown empfing. Dieser forderte ebenfalls mehr Unterstützung für Entwicklungsländer. Auf dem G20-Gipfel müsse gehandelt werden, betonte Brown. Wie es heißt, beziffert Ban das erforderliche Volumen des Hilfspakets auf eine Billion Dollar. Die Hälfte dieser Summe solle dem Stopfen von Liquiditätslöchern in den ärmsten Ländern dienen. Außerdem sollten dort Infrastukturprojekte finanziert werden.

CARACAS: In Venezuela hat Präsident Hugo Chávez ein Sparprogramm für den öffentlichen Dienst auf den Weg gebracht: Angesichts sinkender Einnahmen aus dem Ölgeschäft unterzeichnete Chávez ein Dekret, das eine Begrenzung der Regierungsausgaben vorsieht. Danach ist die Anschaffung neuer Dienstwagen und exklusiver Möbel bis auf Weiteres untersagt. Dies gilt auch für kostspielige PR-Kampagnen. Venezuelas Staatshaushalt hängt stark vom Erdölexport ab. Seit Juli vergangenen Jahres ist der Ölpreis um 64 Prozent eingebrochen.

BERLIN: Die Kauflaune der Deutschen ist trotz der Krise weiterhin stabil. Nach Angaben der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung hält sich die Kauflust der Verbraucher auf einem guten Niveau. Gründe dafür seien die niedrige Inflationsrate sowie die finanziellen Anreize des zweiten Konjunktur-Pakets.

ZUM SPORT: Das deutsche Eislaufpaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy hat bei der Eiskunstlauf-WM in Los Angeles seinen Titel verteidigt. Mit ihrer Kür zur Filmmusik von "Schindlers Liste" gewannen sie vor dem Duo aus China und Russland. Es ist der erste Sieg in Folge seit 45 Jahren. Zuletzt hatten Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler 1963 und 64 zweimal hintereinander WM-Gold gewonnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten etwas Sonne, sonst vereinzelt Regen, in höheren Lagen auch Schnee. Tageswerte um vier Grad im Allgäu und bis zehn Grad am Rhein.

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