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Nachrichten

Donnerstag, 26. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BASEL: Millionen Fans haben den Einzug der deutschen Fußballnationalmannschaft ins Finale der Europameisterschaft gefeiert. In vielen Städten herrschte Silvesterstimmung; Feuerwerk wurde abgebrannt. In Autokorsos fuhren die Fans hupend durch die Straßen. Bis auf kleinere Zwischenfälle blieb es friedlich; vielerorts feierten türkische Fans zusammen mit Deutschen. Die deutsche Elf um Trainer Joachim Löw hatte mit einem 3:2-Sieg die türkische Mannschaft in Basel besiegt. Der entscheidende Treffer fiel in der 90. Minute durch Philipp Lahm. Der türkische Trainer Fatih Terim erklärte kurz nach der Niederlage seines Teams seinen Rücktritt. Die deutsche Mannschaft trifft im Finale am Sonntag auf den Sieger der Partie Russland gegen Spanien, die an diesem Donnerstag stattfindet.

KYOTO: Die Krisenlage in Afghanistan und in Simbabwe steht ganz oben auf der Tagesordnung von Beratungen der Außenminister aus den sieben größten westlichen Industriestaaten und Russland. Ihre Zusammenkunft im japanischen Kyoto dient der Vorbereitung des G8-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs in der ersten Juli-Woche. Weiteres wichtiges Gesprächsthema sind die international umstrittenen Atomprogramme in Nordkorea und im Iran. Es wird erwartet, dass die Führung in Pjöngjang eine seit langem geforderte Liste mit Einzelheiten zu ihren umstrittenen Atom-Aktivitäten vorlegt. Die USA hatten in Aussicht gestellt, im Gegenzug Schritte einzuleiten, um das kommunistische Nordkorea von einer Liste der Terrorismus-Unterstützer zu streichen.

HARARE: Rund 300 Menschen haben sich in die südafrikanische Botschaft in Simbabwes Hauptstadt Harare geflüchtet. Viele gaben an, sie seien nach Angriffen mutmaßlicher Anhänger von Präsident Robert Mugabe aus ihren Dörfern geflohen. Oppositionschef Morgan Tsvangirai, der nicht mehr an der für den morgigen Freitag geplanten Präsidenten-Stichwahl teilnehmen will, forderte Mugabe zu Verhandlungen in den nächsten 24 Stunden auf. Ansonsten werde er zu einem 'illegitimen Herrscher', verantwortlich für den Tod von Zivilisten. US-Präsident George W. Bush nannte die geplante Stichwahl einen 'Schwindel'. Mugabe gab sich derweil unbeeindruckt. Die Staatszeitung 'Herald' zitierte ihn mit den Worten "In Washington und London könne man so laut schreien wie man wolle, seine Leute würden trotzdem das letzte Wort behalten".

NEW YORK/ KAMPALA: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat an die ugandische Rebellenorganisation Lord's Resistance Army appelliert, entführte Kinderrekruten und Frauen freizulassen. Es gebe Berichte, wonach die Rebellen in jüngster Zeit wieder Kinder im benachbarten Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik entführt und zum Dienst an der Waffe gezwungen hätten. Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks haben die Aufständischen seit 1988 mindestens 25.000 Kinder entführt und als Kämpfer rekrutiert. Die Friedensgespräche zwischen den Rebellen und der ugandischen Regierung sind derweil zum Stillstand gekommen. Der Chef der Aufständischen, Joseph Kony, hatte sich im April geweigert, ein Friedensabkommen zu unterzeichnen.

TEL AVIV: Israel hält den zweiten Tag in Folge alle Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen. Das Verteidigungsministerium begründete dies mit dem Bruch der jüngst vereinbarten Waffenruhe durch militante Palästinenser. Gleichzeitig wurde eine erneute Öffnung für den morgigen Freitag in Aussicht gestellt. Mitglieder der militanten Palästinenserorganisation 'Islamischer Heiliger Krieg' hatten nach einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland am Dienstag drei Raketen auf die Grenzstadt Sderot abgefeuert. Ein Ende der monatelangen Blockade des Gazastreifens und Warenlieferungen sind Bestandteil der Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern.

FRANKFURT AM MAIN: Auf dem Frankfurter Flughafen gedenken Politiker, Militärs und Veteranen an diesem Donnerstag des Beginns der Berliner Luftbrücke vor 60 Jahren. An dem Festakt am Luftbrückendenkmal, der so genannten Hungerharke, werden auch US-Vertreter teilnehmen, unter ihnen der Befehlshaber der US-Luftwaffe in Europa, General Roger A. Brady und US-Botschafter William Timken. Nach dem Festakt wollen sieben ehemalige Piloten mit einem historischen 'Rosinenbomber' nach Berlin fliegen, wo weiter gefeiert wird. Die Sowjets hatten die von den Alliierten kontrollierten West-Sektoren Berlins im Juni 1948 blockiert. Mehr als ein Jahr wurden über die Luftbrücke lebensnotwendige Güter in die Stadt gebracht.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat vor der Bundestagsdebatte an diesem Donnerstag für eine gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen geworben. Jeder Mensch habe Anspruch darauf, dass sein Selbstbestimmungsrecht während seines gesamten Lebens geachtet werde. Dieses Recht, so Zypries, müsse unabhängig vom Stadium einer Erkrankung gelten. Derzeit haben laut Schätzungen etwa acht Millionen Menschen in Deutschland in einer Patientenverfügung festgelegt, wie sie etwa im Falle eines schweren Unfalls oder einer schweren Erkrankung medizinisch versorgt werden wollen. Umstritten ist, wie verbindlich solche Verfügungen letztendlich sein sollen. Im Bundestag wird über einen fraktionsübergreifenden Antrag debattiert, der eine weitgehende Verbindlichkeit gesetzlich festlegen will.

GENF: Die weltweite Produktion von Opium hat sich nach Informationen der Vereinten Nationen in letzter Zeit verdoppelt. Allein in Afghanistan sei der Anbau von etwa 4.000 Tonnen vor drei Jahren auf mittlerweile 8.200 gestiegen, heißt es im neuesten Welt-Drogenbericht. Auf das Land am Hindukusch entfielen mehr als 90 Prozent der globalen Produktion des Rauschgiftes, das unter anderem zu Heroin weiterverarbeitet wird. Der Schlafmohn wird nach UN-Erkenntnissen vor allem in den fünf südlichen Provinzen angebaut, den Hochburgen der radikal-islamischen Taliban. Diese erzielten mit einer zehnprozentigen Steuer auf die Erlöse der Bauern geschätzte jährliche Einnahmen von 100 Millionen US-Dollar.

WIEN: Die italienische Großbank Unicredit baut 9.000 Stellen in Westeuropa ab. Betroffen seien Mitarbeiter vor allem in Italien, aber auch in Deutschland und Österreich, teilte die Muttergesellschaft der Münchner Hypovereinsbank in Wien mit. Damit müssten etwa fünf Prozent der insgesamt gut 180.000 Mitarbeiter gehen. Unicredit plant im Gegenzug zu den Stellenstreichungen im Westen den Aufbau von rund 1.300 neuen Filialen mit mehr als 11.000 Jobs in Osteuropa.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst freundlich und trocken. Später im Süden Quellwolken und örtlich Schauer oder Gewitter. Tageswerte zwischen 20 und 28 Grad.

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