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Nachrichten

Donnerstag, 26. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

RAMALLAH: Die radikal-islamische Hamas scheint die palästinensische Parlamentswahl gewonnen zu haben. Führende Politiker der bisher regierenden Fatah-Bewegung räumten ihre Wahlniederlage ein. Die Regierung unter Ministerpräsident Ahmed Korei trat zurück. Nach offiziell unbestätigten Berichten aus Ramallah kann die Hamas damit rechnen, im Palästinenser-Parlament künftig die meisten Abgeordneten zu stellen. Die Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses wurde auf Donnerstagabend verschoben. Ein Hamas-Sprecher bekräftigte, dass der Kampf gegen Israel weitergeführt werde. Die Hamas wird von Israel, den USA und der Europäischen Union als Terror-Organisation eingestuft.

BERLIN: Im Zusammenhang mit der neuerlichen Entführung von Deutschen im Irak ist eine Diskussion über eine Beteiligung von Firmen an möglichen Lösegeldzahlungen entbrannt. Der Vize-Chef der CDU/CSU-Fraktion, Wolfgang Bosbach, verlangte im 'Kölner Stadtanzeiger' von der Leipziger Firma der beiden entführten Ingenieure, sich im Falle der Freilassung an den Kosten zu beteiligen. Zuvor waren bereits Vorwürfe laut geworden, die Firma habe die beiden trotz der Gefahrenlage in den Irak entsandt. Die Bundesregierung hat weiter keinen Kontakt zu den Entführern. Der Krisenstab will am Morgen erneut tagen.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat den Jahreswirtschaftsbericht 2006 im Bundestag verteidigt. Zum Auftakt der Debatte darüber sagte Glos, die Wachstumsprognose sei deshalb bewusst vorsichtig ausgefallen, um nachträgliche Korrekturen zu vermeiden. Es bestehe aber die Chance, dass die Wirtschaft noch mehr als die geschätzten 1,4 Prozent wachse. Er rief die Tarifparteien zu maßvollen Abschlüssen auf, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nicht zu beeinträchtigen. FDP-Vizechef Rainer Brüderle entgegnete, er sehe trotz der Prognose noch keine Wende zum Besseren, insbesondere wegen der geplanten Mehrwertsteuererhöhung.

PEKING: Irans Unterhändler bei den Atomgesprächen, Ali Laridschani, ist zu Gesprächen in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen. Hauptziel ist, von dem Weltsicherheitsratsmitglied China Unterstützung im aktuellen Konflikt mit dem Westen zu bekommen. China lehnt wie Russland Sanktionen gegen den Iran wegen der Wiederaufnahme seines Atomprogramms ab. Die USA hatten am Mittwoch bekräftigt, sie hielten an ihrem Vorhaben fest, den Konflikt vor den Weltsicherheitsrat zu bringen. Die neuerliche Bekundung des Iran, sein Uran künftig in Russland anreichern zu lassen, sei nur eine Verzögerungstaktik.

DAVOS: Das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos wird an diesem Donnerstag mit weiteren Beratungen fortgesetzt. Unter anderen wird auch UN-Generalsekretär Kofi Annan zu den mehreren hundert Politikern und Wirtschaftsführern aus aller Welt über die Rolle der Vereinten Nationen sprechen. Gestern hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Antrittsrede angekündigt, das Thema Bürokratieabbau in Europa zum Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 zu machen. Außerdem solle Deutschland in zehn Jahren bei Wachstum, Beschäftigung und Innovationen wieder einen Spitzenplatz in Europa einnehmen. Auch dafür sei weniger Bürokratie eine Grundlage.

PRISTINA: Der am Samstag verstorbene Präsident des Kosovo, Ibrahim Rugova, wird heute in der Hauptstadt Pristina beigesetzt. Zu der Trauerfeier werden auch Staatsgäste aus dem Ausland erwartet. Für Deutschland nimmt Außenminister Frank-Walter Steinmeier teil. Damit unterstreiche die Bundesregierung die herausragende Rolle, die sie der Person und dem Wirken Rugovas beimesse, hieß es in Berlin. Die USA riefen alle Beteiligten im Kosovo auf, auch nach dem Tod ihres Präsidenten Einigkeit bei den anstehenden Verhandlungen über den endgültigen Status der süd-serbischen Provinz zu demonstrieren. Die Verhandlungen sollen im Februar beginnen.

KATHMANDU: In Nepal ist das öffentliche Leben durch einen von allen Oppositionsparteien ausgerufenen Generalstreik weitgehend lahmgelegt. Sicherheitskräfte wurden an wichtigen Kreuzungen und vor dem Universitätsgelände in Kathmandu postiert, um Ausschreitungen zu verhindern. Die Opposition hat vor der Kommunalwahl am 8. Februar ihren Druck auf die Regierung unter König Gyanendra verstärkt. Bereits in der vergangenen Woche kam es zu Protesten gegen den König. Dieser hatte vor fast einem Jahr selbst die Regierungsmacht übernommen. An diesem Donnerstag beginnt die Registrierung der Kandidaten für die Kommunalwahl.

WASHINGTON: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Vorwürfe zurückgewiesen, die amerikanische Armee sei überbeansprucht. Jüngste Militär-Studien entsprächen nicht den objektiven Fakten, betonte Rumsfeld. In den Studien war der Zustand des US-Heeres als Besorgnis erregend beschrieben worden. Insbesondere der Einsatz im Irak belaste das Heer so stark, dass die derzeitige Truppenstärke nicht mehr lange aufrechterhalten werden könne, heißt es. Auch der frühere Verteidigungsminister William Perry hatte vor einer Überbelastung des US-Militärs gewarnt.

MELBOURNE: Angefacht durch Wind und hohe Temperaturen bedrohen Buschfeuer wieder mehrere Städte und Gemeinden im Südosten Australiens. Nach Angaben der Behörden des Bundesstaates Victoria zerstörten die Brände bereits 150.000 Hektar Land. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Opfer der Flammen wurden auch zehntausende Zuchttiere. Um die Brände einzudämmen, sind hunderte Feuerwehrleute im Einsatz.

DÜSSELDORF: Schneefälle und glatte Straßen haben in der Nacht im Westen Deutschlands zahlreiche Unfälle verursacht. Insgesamt wurden mehr als 230 Unfälle gemeldet. Dabei gab es einen Toten und 20 Verletze. Ein LKW-Fahrer starb, als er auf der A 7 ungebremst in eine Unfallstelle fuhr.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise etwas Sonne. Im Südwesten und Richtung Küste Schneefälle. Tageswerte zwischen minus fünf und plus ein Grad.