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Nachrichten

Donnerstag, 25. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die weltweite Bankenkrise wird nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zu tiefgreifenden Umwälzungen auf dem Kapitalmarkt führen. Die USA würden ihren Status als Supermacht des Welt-Finanzsystems verlieren, prophezeite Steinbrück in einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag. Zugleich stimmte er die Bundesbürger auf niedrigere Wachstumsraten sowie eine ungünstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein. Inwieweit der Bundeshaushalt durch die Finanzkrise betroffen sein werde, sei ungewiss, so der Minister. Den USA warf er schwere Versäumnisse vor. Bei der Einführung strenger Regelungen des Finanzverkehrs seien die Amerikaner nur zögerlich vorgegangen, so der SPD-Politiker. Forderungen, auch in Deutschland ein Rettungspaket für marode Banken aufzulegen, lehnte Steinbrück abermals ab.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat die Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama für Donnerstag ins Weiße Haus eingeladen. Mit den beiden Kandidaten sowie den Führern von Repräsentantenhaus und Senat soll eine rasche Lösung im Streit um das Rettungspaket für die US-Banken gefunden werden. Obama und McCain sagten ihre Teilnahme zu. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten sie, beide Parteien müssten zusammenarbeiten, um die USA aus der Krise zu führen. Arbeitsplätze und Ersparnisse der US-Bürger stünden auf dem Spiel. Die Demokraten im Kongress einigten sich derweil auf einen eigenen Gesetzentwurf. Danach sollen die geplanten 700 Milliarden Dollar schrittweise bereitgestellt werden. Gefordert werden Kontrollen über die Verwendung.

NEW YORK: Die internationale Krisendiplomatie leidet nach dem Krieg in Georgien unter den Spannungen zwischen dem Westen und Russland. Die russische Regierung sagte ein geplantes Treffen der Außenminister der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands zum umstrittenen iranischen Atomprogramm ab. Frankreich setzte sich gleichwohl für schärfere Sanktionen gegen Teheran ein. Außenminister Bernard Kouchner sagte am Rande der UN-Vollversammlung in New York, der jüngste Iran-Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde zeige eine so gefährliche Situation, dass man reagieren müsse.

BERLIN/PARIS: Die EU will nach neuen Angaben rund 300 Beobachter nach Georgien schicken, die über die Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens zwischen Tiflis und Moskau wachen sollen. Diese Zahl teilte das französische Außenministerium mit. Bislang war von mindestens 200 Beobachtern die Rede gewesen. Deutschland beteiligt sich nach Angaben der Bundesregierung mit 20 Polizisten und 20 zivilen Experten. Die EU-Vertreter sollen am 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen. Sie sollen die Waffenruhe in den abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien kontrollieren und sicherstellen, dass sich die russischen Truppen - wie vereinbart - aus den Pufferzonen zurückziehen.

NEW YORK: Indien und Pakistan wollen noch in diesem Jahr ihre Gespräche über einen Frieden für die umstrittene Region Kaschmir fortsetzen. Das vereinbarten der indische Regierungschef Manmohan Singh und der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari bei einem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Die Gespräche über eine Annäherung der beiden verfeindeten Staaten waren 2004 begonnen worden. Seitdem sind einige so genannte vertrauensbildende Maßnahmen umgesetzt worden, wie etwa die Eröffnung von grenzüberschreitenden Straßen- und Bahnverbindungen. In der Kaschmir-Frage gab es bislang kaum Fortschritte. Um die Region haben beide Staaten zwei Kriege geführt.

BERLIN: Deutschland verstärkt seine Hilfe für den Aufbau der Polizei in Afghanistan. Das Bundeskabinett beschloss, das deutsche Kontingent innerhalb der europäischen Mission 'EUPOL Afghanistan' von 60 auf 120 Beamte zu verdoppeln. Zusätzlich soll die Zahl der deutschen Polizeiberater schrittweise von 10 auf 20 erhöht werden. – Der afghanische Präsident Hamid Karsai warb bei der UN-Vollversammlung in New York abermals um weitere Hilfe zum Aufbau der Sicherheitsstrukturen in seinem Land. Um den Kampf gegen den Terror zu verstärken, müsse die Weltgemeinschaft die Zuwendungen verdoppeln, forderte Karsai.

KAIRO: Für die entführten Teilnehmer einer Wüstensafari zeichnet sich immer noch keine Lösung ab. Beim Auswärtigen Amt in Berlin laufe die Arbeit des Krisenstabes weiter auf Hochtouren, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in New York. Man stehe in ständigem Kontakt. Nach Angaben der ägyptischen Behörden sollen die verschleppten Touristen, unter ihnen fünf Deutsche, bei guter Gesundheit sein. Die Sicherheitskräfte im Sudan belagern die Entführer, um sie an einer Flucht in die Krisenprovinz Darfur zu hindern. Das Außenministerium in Khartum teilte mit, Sicherheitskräfte hätten den etwa 25 Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernten Ort, an dem die Geiseln festgehalten würden, abgeriegelt.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das Mandat für die Blauhelmtruppe im Tschad um ein halbes Jahr verlängert. Sie hat den Auftrag, die Grenze zwischen dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik und dem Sudan zu sichern. Zusätzlich ist eine personell deutlich stärkere Schutztruppe der EU im Tschad stationiert, um für die Sicherheit der 400.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur zu sorgen. Das Mandat der UN-Truppe wurde am Mittwoch in New York zunächst nur bis zum 15. März 2009 verlängert. Danach sollen internationale Kräfte die EU-Soldaten ablösen. Die von Frankreich geführte EU-Truppe umfasst rund 4.000 Mann. Im Hauptquartier der Truppe sind auch einige deutsche Offiziere tätig.

PEKING: Durch Ausläufer des Taifuns "Hagupit" und tagelangen sintflutartigen Regen sind in China mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende wurden von den Behörden in Sicherheit gebracht, fast 20 000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Das berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Besonders heftig wütete "Hagupit" in der südlichen Provinz Guangdong: Dort starben mindestens drei Menschen. Fast 8.000 Häuser wurden zerstört, rund fünf Millionen Menschen suchten Schutz vor den Naturgewalten.

STOCKHOLM: Die schwedische Polizei hat einen 16-Jährigen wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen. Zuvor hatte sie einen Hinweis bekommen, dass der Jugendliche im Internetportal YouTube ein verdächtiges Video platziert hatte. Am Dienstag hatte ein 22-Jähriger in der west-finnischen Stadt Kauhajoki bei einem Amoklauf an einer Berufsschule neun Mitschüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst getötet. Die finnische Polizei hatte ihn nach einem Hinweis auf ein verdächtiges Internet-Video einen Tag zuvor verhört. Er wurde aber nach Hause geschickt; seine Waffe durfte er behalten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen heiter oder locker bewölkt. Im Süden und Südosten zeitweise Regen. Temperaturen zwischen zehn und 18 Grad Celsius.

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