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Nachrichten

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Lokführer haben zum vierten Mal den Regional- und S-Bahnverkehr in Deutschland fast lahmgelegt. Im Westen fuhr nur jeder zweite Zug. Im Osten ging fast gar nichts mehr. Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch sprach von einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen. Bereits jetzt habe man Kunden verloren, die nur schwer zurückzugewinnen seien. Nach viermonatigem Arbeitskampf haben die Lokführer der Gewerkschaft GDL einen Streik begonnen, der länger als einen Tag dauert. Noch bis morgen acht Uhr muss trotz eines Notfahrplanes mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Die Fronten sind weiter verhärtet. Die GDL lehnte den Vorschlag der Bahn ab, auf Basis des vorhandenen Angebots weiterzuverhandeln. Sie besteht auf einem eigenen Tarifvertrag.

NOORDWIJK: Die vor einem Jahr eingerichtete Schnelle Eingreiftruppe der Nato wird vorerst verkleinert. Die Verteidigungsminister der Allianz beauftragten bei ihrem Treffen im niederländischen Noordwijk Militärexperten, ein Konzept für eine Art Rumpf-Reserve zu entwickeln. Dieses Kontingent soll weiter innerhalb von fünf Tagen an jedem Ort der Welt einsetzbar sein. Bei größeren Krisen solle die Truppe, so Nato-Sprecher James Appathurai, aber bis zu ihrer ursprünglich vereinbarten Stärke von 25.000 Elitesoldaten aufgestockt werden können. Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung. Wie Deutschland sind viele Bündnispartner angesichts der zunehmenden Belastung insbesondere in Afghanistan nicht mehr bereit, eine hohe Zahl von Soldaten für die Eingreiftruppe in Reserve zu halten.

ANKARA: Im Kampf gegen die verbotene kurdische Untergrund-Organisation PKK sind türkische Kampfflugzeuge in den nordirakischen Luftraum eingedrungen. Entsprechende Augenzeugen-Berichte wurden von einem Regierungsbeamten in Ankara bestätigt. In erster Linie nahm die Luftwaffe aber wieder Stellungen kurdischer Rebellen auf türkischem Territorium ins Visier. Seit Sonntag wurden nach Militär-Angaben mindestens 34 PKK-Kämpfer getötet. Präsident Abdullah Gül sagte in Ankara, die Regierung verliere die Geduld mit den Rebellen und sei entschlossen, die von der PKK im Nordirak ausgehende Bedrohung zu beenden. Zu Gesprächen über den Konflikt wird an diesem Donnerstag eine ranghohe irakische Delegation in Ankara erwartet.

MANILA: Der frühere philippinische Präsident Joseph Estrada ist nur einen Monat nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft von Staatschefin Gloria Macapagal Arroyo begnadigt worden. Der 70-Jährige bekommt zudem alle bürgerlichen und politischen Rechte zurück. Im September hatte ein Gericht in Manila es als erwiesen angesehen, dass Estrada während seiner Präsidentschaft umgerechnet mehr als 60 Millionen Euro staatlicher Gelder abgezweigt hat. Estrada, der 1998 an die Macht kam, war Anfang 2001 mit Unterstützung der Armee aus dem Amt gejagt worden und stand seitdem unter Hausarrest.

WASHINGTON: Der US-Senat hat eine Gesetzesinitiative blockiert, die Kindern illegaler Einwanderer zu einem legalen Status verhelfen soll. Bei dem Votum fehlten acht Stimmen von 60, die für eine abschließende Entscheidung der Kongress-Kammer erforderlich gewesen wären. Anhänger des Vorhabens argumentieren, die USA seien moralisch dazu verpflichtet, den betroffenen Kindern zu helfen. Schließlich könnten sie nichts dafür, dass sie als Nachkommen illegaler Einwanderer im Land seien. Kritiker halten dagegen, es sei viel wichtiger, die US-Grenzen vor Immigranten zu schützen, die illegal in die Vereinigten Staaten wollten. Gesetzeswidriges Verhalten dürfe nicht noch belohnt werden.

SAN DIEGO: Im Süden Kaliforniens wächst die Hoffnung, dass die verheerenden Wald- und Buschbrände bald eingedämmt werden können. Nach Angaben der Meteorologen flaute der heiße Ostwind ab, der die Flammen immer weiter vorangetrieben hatte. Außerdem erwartet die Feuerwehr verstärkte Hilfe aus anderen US-Staaten. Die Brände bei Los Angeles konnten inzwischen gelöscht werden. Weiter südlich im Bezirk San Diego bedroht ein Feuer allerdings noch mehr als 8.000 Häuser. US-Präsident George W. Bush, der sich an diesem Donnerstag über das Ausmaß der Schäden informieren will, sicherte den Betroffenen Unterstützung zu.

MEXIKO-STADT: Beim Zusammenstoß zweier Erdöl-Plattformen im Golf von Mexiko sind mindestens 18 Arbeiter ums Leben gekommen. Mehrere ihrer Kollegen werden noch vermisst. Seit der Kollision, die sich bereits am Dienstag während heftiger Sturmböen ereignete, strömt Öl ins Meer. Der staatliche Konzern Pemex arbeitet daran, leckgeschlagene Rohre zu reparieren.

STRAßBURG: Der sudanesische Anwalt und Menschenrechtler Salih Mahmoud Osman wird mit dem Sacharow-Preis für Geistesfreiheit des Europaparlaments ausgezeichnet. Die Parlamentarier in Straßburg erklärten zur Begründung, der Rechtsanwalt aus der Region Darfur habe durch seine Arbeit für die Sudanesische Anti-Folter-Organisation seit zwei Jahrzehnten Opfern von Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich beigestanden. Er habe Angeklagte erfolgreich vor der Todesstrafe und vor Amputationen bewahrt. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Dezember in Straßburg überreicht. 2005 wurde Osman von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geehrt.

SINGAPUR: Das größte Passagierflugzeug der Welt, der neue Airbus 'A380', hat seinen Premierenflug ohne Probleme absolviert. Die mit 500 Menschen an Bord in Singapur gestartete Maschine landete planmäßig im australischen Sydney. Viele Passagiere hatten ihre Tickets für den 'Singapore Airlines'-Flug im Internet ersteigert. Der Erlös von rund 1,2 Millionen Dollar geht an wohltätige Zwecke. Von Sonntag an wird der 'A380' im regulären Linienverkehr zwischen Singapur und Sydney eingesetzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im äußersten Süden und Südwesten länger heiter; sonst überwiegend bewölkt oder neblig-trüb. Tageswerte zwischen sechs und 13 Grad.

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