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Nachrichten

Donnerstag, 25. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, hat sich für eine stärkere staatliche Regulierung der Wirtschaft ausgesprochen. Dem ungebremsten Treiben der Finanzmärkte müsse entgegengetreten werden, sagte Sommer in seiner Grundsatzrede auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin. So sollten etwa die Möglichkeiten von Aktionären beschnitten werden, die sich nur kurzfristig in Unternehmen einkauften. Außerdem müsse die Wettbewerbs- und Fusionskontrolle in Europa verstärkt werden. Im Laufe des Tages wollen noch Vizekanzler Franz Müntefering und der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Oskar Lafontaine, zu den Delegierten des Gewerkschaftskongresses sprechen.

BERLIN: Im Tarifstreit der Ärzte an deutschen Unikliniken soll der Streik in der kommenden Woche wieder voll aufgenommen werden. Wie die Ärztegewerkschaft Marburger Bund mitteilte, wollen die Mediziner künftig abwechselnd eine Woche streiken und eine Woche pausieren. Auf diese Weise sollten neue Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder erzwungen werden, sagte ein Sprecher. Nach der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst sehen die Arbeitgeber den Tarifstreit für die Klinikärzte als beendet an. Der Marburger Bund beharrt dagegen auf einem eigenen Tarifvertrag.

WASHINGTON: Der Iran hat sich im Streit um sein Atomprogramm offenbar bereiterklärt, für mehrere Jahre auf die umstrittene Uran- Anreicherung zu verzichten. Dem Vorschlag, ein entsprechendes Abkommen mit zu treffen, habe die Regierung in Teheran grundsätzlich zugestimmt, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, El Baradei. - Es gebe allerdings noch Gesprächsbedarf. Wie El Baradei weiter mitteilte, gab es bei den Beratungen der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands über das weitere Vorgehen im Atomstreit erste Fortschritte.

DOHA: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat auf der Halbinsel Katar einen neuen Industriekomplex besucht, auf dem derzeit die beiden größten Gasverflüssigungsanlagen der Welt errichtet werden. Katar verfügt nach Russland und dem Iran über die drittgrößten Gasvorkommen der Welt. Energiefragen dürften ebenso im Mittelpunkt seiner anschließenden politischen Gespräche mit Repräsentanten von Staat und Regierung stehen wie der Atomkonflikt mit dem Iran. Katar ist die letzte Station der Reise Steinmeiers durch mehrere Golfstaaten.

SOTSCHI: EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat trotz bestehender Differenzen das freundschaftliche Verhältnis der EU zu Russland betont. Vor Beginn des heutigen bilateralen Gipfeltreffens in der russischen Schwarzmeer-Stadt sagte sie, man sei wegen des Streits über die Energieversorgung nicht in einer -so wörtlich- anti-russischen Stimmung. Beide Seiten beschuldigen sich, ihre Energiemärkte abzuschotten. Bei dem Gipfel soll unter anderem auch über den Iran und die Lage im Nahen Osten gesprochen werden. Geplant ist ferner die Unterzeichnung zweier Abkommen über Visaerleichterungen und die Rücknahme illegaler Einwanderer.

LONDON: Der britische Premierminister Tony Blair hat erneut eine innerparteiliche Niederlage hinnehmen müssen. Bei der entscheidenden dritten Lesung einer Schulreform stimmten 46 Labour-Abgeordnete gegen die Vorlage der Regierung. Eine derart große Zahl von Abweichlern hatte es zuletzt 1947 gegeben. Das Gesetz, das den Schulen mehr Eigenständigkeit zubilligt, wurde dennoch mit Hilfe der konservativen Opposition verabschiedet. Blair steht wegen seiner Irak-Politik, des schlechten Abschneidens seiner Labour-Partei und wegen Skandale mehrerer Kabinettsmitglieder in der Kritik.

DILI: In der Hauptstadt Ost-Timors ist es zu neuen Gewaltausbrüchen gekommen. Entlassene und aktive Soldaten der Armee beschossen sich gegenseitig; Häuser und Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Mindestens sechs Menschen sind in dieser Woche bereits bei den Unruhen ums Leben gekommen. Nach Neuseeland und Australien will auch Malaysia Soldaten zur Stabilisierung der Lage schicken. Etwa 150 australische Soldaten trafen inzwischen in Dili ein, um den internationalen Flughafen der Hauptstadt abzusichern. Auslöser der Unruhen war die Entlassung von rund 600 Soldaten wegen eines Streiks. Die Soldaten verlangen ihre Wiedereinstellung.

GÜTERSLOH: Der Medienkonzern Bertelsmann kauft die Minderheitsbeteiligung des belgischen Aktionärs 'Groupe Bruxelles Lambert' zurück. Der Preis für die Anteile im Umfang von 25,1 Prozent betrage 4,5 Milliarden Euro, teilte Bertelsmann in Gütersloh mit. Damit wird sich der westfälische Medienkonzern bald wieder vollständig im Besitz der Familie Mohn und der eigenen Stiftung befinden. Die Familie hat auf diese Weise einen Börsengang verhindert. Die Transaktion soll zum 1. Juli erfolgen und zunächst über einen Kredit mehrerer Banken finanziert werden.

KARLSRUHE: Nur einen Tag nach der Freilassung ist einer der beiden Tatverdächtigen von Potsdam wieder festgenommen worden. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, wurde auf Antrag von Generalbundesanwalt Kay Nehm abermals Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen. Es gebe neue Beweise, dass der Mann an der Gewalttat beteiligt gewesen sei, hieß es weiter. Die beiden Männer waren wegen des Verdachts in Untersuchungshaft genommen worden, am Ostersonntag einen Deutsch-Äthiopier zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt zu haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bewölkt und regnerisch, nur im äußersten Norden und in Südbayern scheint ab und zu die Sonne. Höchstwerte 14 bis 19 Grad.