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Nachrichten

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HANNOVER: Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat einen möglichst raschen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert. Käßmann sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", der Krieg in Afghanistan sei auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche so nicht zu rechtfertigen. Die deutschen Soldaten sollten deshalb möglichst bald das Land verlassen. Zugleich verteidigte Hannovers Landesbischöfin den Einsatz von Militärseelsorgern in Afghanistan. Damit werde kein Krieg abgesegnet, sondern es würden Menschen begleitet.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die Bürger zu einem achtsamen Umgang im Miteinander und mit der Umwelt aufgefordert. In seiner Weihnachtsansprache, die am 1. Feiertag in Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlt wird, erklärt Köhler, achtsam leben heiße, sich für eine gerechte Ordnung in Deutschland und der Welt einzusetzen, sorgsam mit den natürlichen Lebensgrundlagen umzugehen und sich für die Nächsten und die Allgemeinheit zu engagieren. Scharfe Kritik übte Köhler an der Finanzbranche. Maßlosigkeit der Finanzakteure und Mängel bei der staatlichen Aufsicht hätten die Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Nötig seien Ehrbarkeit und bessere Regeln in der Finanzwirtschaft, sagte der Bundespräsident.

PEKING: Wegen ihrer Beteiligung an den blutigen Unruhen in der westchinesischen Provinz Xinjiang im vergangenen Sommer sind erneut zehn Menschen zum Tode verurteilt worden. Bei fünf davon wurde der Vollzug für zwei Jahre ausgesetzt, wie die Behörden mitteilten. Anfang November waren neun zum Tode Verurteilte hingerichtet worden. Dabei soll es sich vorwiegend um Angehörige der Minderheit der Uiguren gehandelt haben. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und der Mehrheit der Han-Chinesen wurden nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und mehr als 1600 verletzt.

ISLAMABAD: Ein Selbstmordattentäter hat in der nordwestpakistanischen Stadt Peschawar mindestens vier Menschen mit in den Tod gerissen. Etwa 20 Personen wurden nach Angaben der Polizei bei der Explosion in einem belebten Geschäftsviertel verletzt. Der Attentäter zündete den Sprengsatz an einem Kontrollposten der Polizei. In den vergangenen Monaten haben militante Islamisten immer wieder Anschläge in Peschawar verübt. Erst am Dienstag waren bei einer Bombenexplosion vor dem Presseclub der Stadt drei Menschen getötet worden.

SANAA: Im Jemen hat das Militär nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei einem Luftangriff mindestens 30 mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer getötet. Die Extremisten hätten Anschläge auf in- und ausländische Öl-Anlagen geplant, hieß es. Ziel des Angriffes sei eine Versammlung der Islamisten in der östlichen Provinz Shabwa gewesen. - Erst in der vergangenen Woche hatte das Militär nach eigenen Angaben bei einem Angriff auf ein Al-Kaida-Ausbildungslager in der südlichen Provinz Abjan bis zu 30 Extremisten getötet.

ATHEN: Das griechische Parlament hat den Haushalt für das Jahr 2010 verabschiedet. Er sieht vor, das Staatsdefizit von 12,7 auf 9,1 Prozent zu senken. Erreicht werden soll das mit Einschnitten bei den öffentlichen Ausgaben und einer Senkung des Verteidigungsbudgets. Der Haushaltsplan sieht außerdem Lohnkürzungen bei Staatsbediensteten von bis zu vier Prozent und einen Einstellungsstopp vor. Geplant sind auch Erhöhungen der indirekten Steuern bei Tabak, Spirituosen und Treibstoffen sowie eine stärkere Besteuerung von Immobilien. Die regierenden Sozialisten im griechischen Parlament stimmten geschlossen für den Haushalt, die Opposition dagegen. - Griechenland hat Rekordschulden von rund 300 Milliarden Euro angehäuft.

BERLIN: Angesichts der kritischen Lage auf dem Arbeitsmarkt erwartet der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes - DGB -, Michael Sommer, dass das kommende Jahr zur Bewährungsprobe für den Sozialstaat wird. Der "Mittelbayerischen Zeitung" sagte Sommer, 2010 werde zur Nagelprobe, bei der sich zeige, ob der Sozialstaat trägt. Der DGB-Vorsitzende lobte ausdrücklich das Handeln der Politik in der Wirtschaftskrise, forderte für 2010 aber zusätzliche Anstrengungen, um die Folgen der Krise für den Arbeitsmarkt zu mindern.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat in einem Fernsehinterview zum ersten Mal Verständnis für die Unzufriedenheit über den Klima-Konsens von Kopenhagen geäußert. Er wertete aber als Fortschritt, dass Vorgaben für alle Länder vereinbart worden seien, nicht nur für die USA und Europa, sondern auch für China und Indien, die einmal die größten Emittenten der Welt sein würden. Kurz nach Ende des Gipfels hatte Obama das Ergebnis von Kopenhagen noch als "wichtigen Durchbruch" bezeichnet. - Der Weltklimagipfel war vergangene Woche nur mit einem Minimal-Konsens zu Ende gegangen. Die Staaten nahmen zur "Kenntnis", dass die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden solle. Sie vereinbarten aber keine allgemeinverbindlichen, international kontrollierbaren Maßnahmen für den Weg dorthin.

WASHINGTON: Nach monatelanger Debatte will der US-Senat an diesem Donnerstag über eine weitreichende Reform des US-Gesundheitswesen abstimmen. Es wird erwartet, dass das innenpolitische Kernprojekt von US-Präsident Barack Obama bei dem Votum nach einigen Kompromissen die nötige Mehrheit erhält. Die Vorlage soll den meisten der bislang unversicherten 36 Millionen US-Bürger mit staatlicher Hilfe Zugang zum Versicherungsschutz im Krankheitsfall gewähren. Die oppositionellen Republikaner lehnen den Entwurf als zu teuer und ineffektiv ab. - Nach dem Senatsvotum muss die Vorlage noch in einem Vermittlungsverfahren mit dem zum Teil abweichenden Entwurf des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Dies dürfte mehrere Wochen dauern.

GENF: An der so genannten Schweinegrippe sind weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bislang rund 11.500 Menschen gestorben. Bestätigte Fälle seien aus 208 Ländern gemeldet worden, teilte die WHO in Genf mit. Die UN-Organisation sieht aber in der nördlichen Hemisphäre in den meisten Ländern den Höhepunkt der Grippewelle erreicht. So gehe unter anderem in Deutschland und Österreich die Zahl der Infektionen zurück.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und gebietsweise Regen, im Norden teils auch Schneeregen. Nur in Alpennähe und an der Nordseeküste etwas Sonne und meist trocken. Tageshöchstwerte von Nord nach Süd minus ein bis plus acht Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: Minus 3 Grad, dunstig;

Berlin: 0 Grad, dunstig;

Dresden: Plus 1 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: Plus 2 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: Plus 1 Grad, dunstig und

München: 0 Grad, dunstig.

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