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Nachrichten

Donnerstag, 24. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei

BERLIN: Zum Auftakt der abschließenden Debatte über den EU-Reformvertrag hat Kanzlerin Angela Merkel im Deutschen Bundestag das Projekt als solide Grundlage für Europa gewürdigt. Der so genannte Vertrag von Lissabon sichere die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit der 27 Mitgliedsstaaten, betonte Merkel. Sie hob hervor, im Kampf gegen grenzüberschreitende Verbrechen werde die Zusammenarbeit der Innen- und Justizministerien erleichtert. Auch hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Aspekte sei das Vertragswerk gut für Deutschland und für Europa. SPD-Chef Kurt Beck warb ebenfalls für das Projekt und verwies zugleich auf den schwierigen Prozess, bis dieser Kompromiss in der EU zustande gekommen sei. Die Zustimmung der Abgeordneten mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gilt als sicher. Am 23. Mai stimmt noch der Bundesrat über das Paket ab. Bisher haben neun der 27 EU-Mitgliedsländer das Vertragswerk ratifiziert.

MÜNCHEN: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April deutlich verschlechtert. Nach Angaben des Münchner ifo-Instituts sank der ifo-Geschäftsklimaindex auf 102,4 Punkte nach 104,8 Punkten im März. Ausschlaggebend hierfür sind die anhaltende internationale Finanzkrise und der starke Euro. Die befragten 7.000 Unternehmen bewerteten auch die Erwartungen für das kommende halbe Jahr erheblich schlechter als noch vor einem Monat.

BERLIN: Wegen der Bespitzelung einer Journalistin des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' durch den Bundesnachrichtendienst BND hat das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags für diesen Donnerstag eine weitere Sitzung einberufen. Es geht darum, was BND-Präsident Ernst Uhrlau über den Fall wusste. Nach der ersten Sitzung am Mittwoch hatten Politiker von CSU, Grünen und FDP personelle Konsequenzen verlangt. Uhrlau hat sich bereits bei der Reporterin dafür entschuldigt, dass 2006 ihre E-Mail-Kontakte zu einem ranghohen afghanischen Politiker überwacht worden seien. Nach Informationen der 'Berliner Zeitung' wurden 2007 deutsche Journalisten in Afghanistan vom BND ausgespäht.

MÜNCHEN: Die Siemens-Korruptionsaffäre kostet einen weiteren Top-Manager des Konzerns den Posten. Der langjährige Medizintechnik-Chef und Konzernvorstand Erich Reinhardt werde Ende des Monats sein Amt niederlegen, weil jetzt auch in seiner Sparte Regelverstöße entdeckt worden seien, gab Siemens bekannt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, über Konten unter anderem in Dubai seien fragwürdige Zahlungen in Höhe von fast 70 Millionen Euro abgewickelt worden.

WASHINGTON: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat in einem Gespräch mit US-Außenministerin Condoleezza Rice mangelnde Fortschritte im Nahost-Friedensprozess beklagt. Fünf Monate nach den Nahost-Friedensverhandlungen in Annapolis bleibe die Kluft zwischen den palästinensischen und israelischen Positionen groß, so Abbas. Die Zeit dränge zum Handeln. Haupthindernis für eine Einigung seien die fortgesetzten israelischen Siedlungstätigkeiten im Westjordanland.

NEW YORK: Bei Beratungen im Weltsicherheitsrat über die Lage im Nahen Osten hat es einen Eklat gegeben. Nachdem der libysche UN-Botschafter Giasalla Ettalhi die Situation im Gazastreifen mit Konzentrationslagern der Nazis verglichen hatte, stand sein französischer Kollege Jean-Maurice Ripert auf und verließ den Saal. Die Botschafter anderer westlicher Länder folgten seinem Beispiel. Eine von Costa Rica gewünschte Stellungnahme zur Lage im Gazastreifen kam nicht zustande.

KATHMANDU: Zwei Wochen nach der Parlamentswahl in Nepal liegt das endgültige Ergebnis vor. Nach Angaben der Wahlkommission gewannen die früheren Rebellen, die Maoisten, 217 der 601 Sitze. Maoistenführer Prachanda forderte, dass Nepals König Gyanendra schnell sein Amt aufgeben müsse. Die Maoisten hatten bereits im Vorfeld angekündigt, die 240 Jahre alte Monarchie so schnell wie möglich abschaffen zu wollen. Die Wahl war die erste landesweite Abstimmung seit 1999.

NEW YORK: Die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben Russland vor einer Verletzung der Souveränität Georgiens gewarnt. Die vier westlichen Staaten zeigten sich besorgt über die Absicht Russlands, offizielle Beziehungen zu den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien aufzunehmen. In einer in New York veröffentlichten Erklärung wird die Regierung in Moskau aufgefordert, die Entscheidung zurückzunehmen. Abchasien und Süd-Ossetien hatten sich nach dem Ende der Sowjetunion von Georgien gelöst und für unabhängig erklärt. Völkerrechtlich gehören sie aber weiterhin zu Georgien.

ERIWAN: Mit einem Fackelzug haben tausende Menschen an die blutigen Massaker an Armeniern im Ersten Weltkrieg erinnert. Vor allem junge Demonstranten zogen durch die armenische Hauptstadt Eriwan und forderten von der Türkei, die Massaker endlich als Völkermord anzuerkennen. Für diesen Donnerstag, den 93. Jahrestag des Beginns der Massenverfolgung, hat die armenische Regierung eine offizielle Gedenkveranstaltung angesetzt. Bei Massakern und Vertreibungen im damaligen Osmanischen Reich waren bis zu eineinhalb Millionen Armenier ums Leben gekommen. Die Türkei lehnt eine Einstufung des Verbrechens als Völkermord strikt ab.

CANBERRA: Begleitet von Demonstrationen ist das Olympische Feuer durch die Hauptstadt Australiens getragen worden. Nach Angaben der Polizei versuchten Tibet-Aktivisten, Wasserflaschen und andere Gegenstände auf die Fackelläufer zu werfen. Um diese zu schützen, war die 16 Kilometer lange Laufstrecke mit Barrikaden abgesperrt worden. Dahinter lieferten sich Kritiker der chinesischen Tibet-Politik Rangeleien und Wortgefechte mit regierungstreuen Chinesen. Mehrere Personen wurden festgenommen.

ZUM FUSSBALL: Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League kam Manchester United beim FC Barcelona zu einem 0:0 unentschieden. ManU-Star Cristiano Ronaldo verschoss in der 3. Minute einen Elfmeter.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten oft sonnig. Von Westen her neuer Regen, örtlich Gewitter. Tageswerte zwischen 13 und 20 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 9 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 8 Grad, fast wolkenlos;

Dresden: 5 Grad, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 11 Grad, nach Nebel;

Frankfurt am Main: 10 Grad, leichter Regen und

München: 8 Grad, stark bewölkt.


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