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Nachrichten

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Der Vorstand der angeschlagenen Bayerischen Landesbank hat nach massiver Kritik aus der Politik die Vertrauensfrage gestellt. Das uneingeschränkte Vertrauen des Verwaltungsrats und der Anteilseigner der BayernLB sei unabdingbare Voraussetzung für ihre weitere Arbeit, schrieben die sechs Vorstandsmitglieder in einem Brief an Finanzminister Erwin Huber. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Landesbank muss zudem härtere Sparmaßnahmen durchführen als bisher geplant. Statt jährlicher Kostensenkungen von 150 Millionen Euro seien nun Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Euro notwendig, sagte BayernLB-Chef Michael Kemmer dem 'Handelsblatt'. Er schloss zugleich nicht aus, dass die Bank mehr als die 5,4 Milliarden Euro brauchen könnte, die sie bisher aus dem Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch genommen hat.

DÜSSELDORF: Die Fehlspekulationen in der Finanzbranche führen zu ersten Sanktionen gegen deutsche Bankmanager. Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank IKB hat den ehemaligen Vorstandschef Stefan Ortseifen auf Rückzahlung von Tantiemen in Höhe von 805.000 Euro verklagt, wie ein Sprecher mitteilte. Zudem gehe die IKB gegen drei weitere Ex-Manager vor, die bis zum Monatsende Summen zwischen 450.000 und 600.000 Euro zurückzahlen sollten. Die Bank behalte deshalb schon seit Mai Pensionszahlungen ein, die mit dem Rückforderungsanspruch verrechnet würden. Ein nach wie vor zum IKB-Vorstand gehörender Manager habe dagegen der Bank knapp 560.000 Euro erstattet, hieß es in Düsseldorf weiter.

FRANKFURT AM MAIN: Druck von den Börsen in Übersee und weitere Sorgen über eine drohende Rezession haben sich auch im deutsche Aktienhandel wieder bemerkbar gemacht. An der Frankfurter Börse verlor der Deutsche Aktienindex zum Handelsbeginn rund ein Prozent. Auch in London und Paris rutschten die Kursbarometer ins Minus. Negative Vorgaben des New Yorker Akteinmarkts hatten zuvor die asiatischen Börsen auf Talfahrt geschickt. An der Leitbörse in Tokio ging der Nikkei-Index mit einem Minus von 2,5 Prozent aus dem Handel, nachdem er zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit fast fünfeinhalb Jahren gefallen war. Sorgen über eine weitere Verschlechterung der Weltwirtschaft führten auch in Hongkong, Südkorea, Australien und Neuseeland mitunter zu herben Verlusten.

PEKING: Zum Auftakt ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Interesse Deutschlands an einer engen wirtschaftlichen Kooperation mit der Volksrepublik bekräftigt. Beim Besuch eines Gemeinschaftsunternehmens des Autokonzerns Daimler in Peking sprach Merkel von einem "guten Stück deutsch-chinesischer Wirtschaftsbeziehungen". Im Laufe des Tages kommt sie dann mit Ministerpräsident Wen Jiabao zusammen. Zentrales Thema ihrer Gespräche wird die Finanzkrise sein. Die CDU-Vorsitzende will aber auch die Menschenrechtsproblematik ansprechen. Protibetische Organisationen hatten die Kanzlerin aufgefordert, sich bei Chinas Führung für die Rechte der Tibeter einzusetzen. Am Freitag und Samstag nimmt Merkel in Peking mit rund 40 weiteren Staats- und Regierungschefs am siebten Asien-Europa-Gipfel teil.

STRASSBURG: Der chinesische Dissident Hu Jia soll mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des Europaparlaments ausgezeichnet werden. Nach Angaben der Fraktion der Grünen fiel die Entscheidung für Hu Jia in der Konferenz der Präsidenten, der neben Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering die Chefs der Fraktionen angehören. China hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung protestiert. Die Auszeichnung würde die Beziehungen zwischen der Volksrepublik und der EU ernsthaft schaden, erklärte der chinesische Botschafter bei der Europäischen Union, Song Zhe.

BAGDAD: Bei einem Sprengstoffanschlag auf den irakischen Arbeitsminister sind in Bagdad mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben blieb der Minister unverletzt. Er ist parteilos und gehört der Schiiten-Allianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki an.

ISLAMABAD: Bei einem Luftangriff auf eine Koranschule im Nordwesten Pakistans sind nach Angaben von Geheimdienstmitarbeitern vier Menschen ums Leben gekommen. Die Schule im Grenzgebiet zu Afghanistan wird einem Geistlichen zugerechnet, der den extremistischen Taliban nahesteht. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach grenzüberschreitende Angriffe der amerikanischen Truppen in Afghanistan gegeben. Die Region Waziristan gilt als Hochburg der Taliban. Dort wird auch Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden vermutet.

ABIDJAN: Wegen des tödlichen Giftmüllskandals in der Elfenbeinküste vor zwei Jahren sind zwei einheimische Verantwortliche zu 20 und fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen. Ein von einem internationalen Konzern gechartertes Schiff hatte im August 2006 mehr als 500 Tonnen Giftmüll in die Millionenstadt Abidjan gebracht. Infolge der Umweltvergiftung starben 17 Menschen, mehr als 100.000 mussten ärztlich behandelt werden. Im Februar 2007 zeigte sich der Konzern bereit, 152 Millionen Euro für eine Entschädigung der Opfer zu zahlen.

TEGUCIGALPA: Durch tagelange schwere Unwetter sind in Mittelamerika zahlreiche Menschen ums Leben gekommen und mehr als 200.000 Bewohner obdachlos geworden. In jüngsten Berichten ist von etwa 40 Toten die Rede. In Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Guatemala und El Salvador seien durch Regen und Überschwemmungen rund 10.000 Häuser zerstört worden, berichten Korrespondenten. Auch Straßen und Brücken wurden beschädigt. Tausende Hektar Ackerland können nicht mehr genutzt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach örtlichem Nebel heiter bis wolkig und trocken. Am Alpenrand noch wolkig und etwas Regen. Höchsttemperaturen acht bis 14 Grad.

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