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Nachrichten

Donnerstag, 23. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Deutschland steht nach Einschätzung von Wirtschaftsfachleuten vor dem stärksten Abschwung seit Jahrzehnten. Bereits vor Veröffentlichung der Frühjahrsprognose wurde bekannt, dass die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute einen Einbruch der Wirtschaft von sechs Prozent in diesem Jahr erwarten. Hinzu kommt laut Medienberichten der Verlust von mehr als einer Million Arbeitsplätzen. Im Herbst werde die Arbeitslosigkeit die Vier-Millionen-Marke überschreiten, heißt es. Auch die Bundesregierung rechnet mit einem Einbruch von mindestens fünf Prozent. Forderungen der Gewerkschaften nach einem dritten Konjunkturpaket wies Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Krisengipfel mit Wirtschaftsverbänden und Firmenvertretern zurück. DGB-Chef Michael Sommer warnte vor sozialen Unruhen.

BERLIN: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Unternehmen aufgefordert, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Jugendliche auszubilden. Ansonsten fehlten beim Aufschwung die Fachkräfte, sagte Schavan in der Bundestagsdebatte zum Berufsbildungsbericht der Regierung. Arbeitsminister Olaf Scholz ( SPD) sagte, nach Zusagen aus der Industrie und dem Handwerk erwarte er, dass trotz der Wirtschaftskrise in diesem Jahr wieder 600.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen werden. Weiteres Thema im Bundestag ist die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu der knapp vor einer Pleite bewahrten Immobilienbank Hypo Real Estate. Der Ausschuss soll klären, ob die Regierung für deren Milliarden-Verluste mit verantwortlich ist. Die HRE wird nur dank staatlicher Garantien von 87 Milliarden Euro am Leben gehalten.

HANNOVER: Unterstützt von ihren französischen Kollegen haben mehrere tausend Continental-Beschäftigte lautstark gegen geplante Werksschließungen protestiert. Anlässlich der Hauptversammlung des Reifenherstellers in Hannover waren mehr als tausend Arbeiter aus dem französischen Werk in Clairoix bei Paris angereist. Dort war es am Dienstag bereits zu Ausschreitungen wütender Conti-Arbeiter gekommen. In dem französischen Werk und am Stammsitz in Hannover will Continental zwei Fabriken für die Produktion von Pkw- und Lkw-Reifen schließen und insgesamt 1.900 Arbeitsplätze abbauen. Der Conti-Vorstand hatte erklärt, wegen des dramatischen Einbruchs auf dem Reifenmarkt bliebe ihm keine andere Wahl.

BAMAKO: Nach dreimonatiger Geiselhaft in Nordafrika sind zwei Touristinnen aus Deutschland und der Schweiz wieder frei. Nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin befindet sich die 77-jährige Deutsche in der Obhut der Behörden in Mali. Sie sei von den Strapazen der Verschleppung gezeichnet. Steinmeier dankte zudem der malischen Regierung für ihre Vermittlung. Mit den Touristinnen ließen die Geiselnehmer auch zwei kanadische Mitarbeiter der Vereinten Nationen gehen. Zu den Entführungen hatte sich der nordafrikanische Zweig des Terror-Netzwerkes 'El Kaida' bekannt.

BRÜSSEL: In der belgischen Hauptstadt hat unter Vorsitz von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine internationale Geberkonferenz zu Somalia begonnen. Die Vereinten Nationen hoffen auf Zusagen für Mittel von bis zu 200 Millionen Euro. Die Gelder sollen für die Stabilisierung des von einem Bürgerkrieg zerrissenen Landes wie auch zur Bekämpfung der Schiffspiraterie eingesetzt werden. Geplant ist unter anderem, die in Somalia stationierte Friedenstruppe der Afrikanischen Union von 4300 auf 8000 Mann aufzustocken und eine Polizei aufzubauen.

JOHANNESBURG: Südafrikas Regierungspartei ANC steht nach ersten Stimmenauszählungen erwartungsgemäß vor einem weiteren Wahlsieg. Laut Wahlkommission erzielte der Afrikanische Nationalkongress bei der Parlamentswahl mehr als 60 Prozent. Mit rund 22 Prozent folgt die Demokratische Allianz, der vom ANC abgespaltene Volkskongress COPE kommt auf etwa sieben Prozent. Sollten sich diese Zahlen stabilisieren, würde der ANC seine bisherige Zwei-Drittel-Mehrheit verlieren. Mit dem endgültigen Ergebnis wird nicht vor Freitag gerechnet.

NEU DELHI: Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat die zweite und größte Etappe der Parlamentswahl in Indien begonnen. Fast 200 Millionen Wahlberechtigte sind diesmal aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Gewählt wird im Industriestaat Maharashtra mit der Hauptstadt Mumbai, in Uttar Pradesh und Bihar. In der vergangenen Woche hatte die erste der fünf Wahl-Etappen stattgefunden. Dabei wurden mindestens 19 Menschen durch Angriffe maoistischer Rebellen getötet.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat die tamilischen Rebellen in Sri Lanka aufgerufen, ihre Waffen niederzulegen. Die Kämpfer der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" müssten es zudem ermöglichen, Zivilisten aus dem letzten von ihnen kontrollierten Landstreifen herauszubringen, sagte der amtierende Ratspräsident Claude Heller nach einer informellen Sitzung des Gremiums in New York.

PJÖNGJANG: Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist zu einem zweitägigen Besuch in Nordkorea eingetroffen. Zentrales Thema seiner Gespräche ist das umstrittene Atomprogramm des kommunistischen Staates. Nach Einschätzung politischer Beobachter wird Lawrow versuchen, Nordkorea wieder an den internationalen Verhandlungstisch zu holen. Die Führung in Pjöngjang hatte die Beobachter der Internationalen Atomenergiebehörde aus dem Land gewiesen und erklärt, nicht mehr an den Sechsergesprächen über das Atomprogramm teilzunehmen. Sie reagierte damit auf die weltweite Kritik an dem Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete Anfang dieses Monats.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Norden und Südwesten sonnig. Sonst lediglich Aufheiterungen und starke Schauerneigung. Temperaturen zwischen zehn und 18 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 7 Grad, dunstig;

Berlin und Dresden: 7 Grad, nach Regen;

Köln/Bonn: 9 Grad, bedeckt sowie

Frankfurt am Main und

München: 9 Grad, stark bewölkt.

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