1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JERUSALEM: Israel und der Iran haben erstmals seit drei Jahrzehnten direkte Gespräche über die Atompolitik geführt. Eine Vertreterin der israelischen Atombehörde und ein iranischer Repräsentant hätten sich im September mehrfach in der ägyptischen Hauptstadt Kairo getroffen, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor. Dabei sei es um eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten gegangen. Israel gilt als die einzige Atommacht in der Region, hat aber den Besitz von Nuklearwaffen nie eingeräumt. Die Regierung in Jerusalem hat mehrfach erklärt, ein iranisches Atomwaffenprogramm notfalls durch einen militärischen Angriff stoppen zu wollen.

JERUSALEM: Neun Monate nach dem Ende des Gazakriegs im vergangenen Januar hat Israel erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Wie ein Militärsprecher mitteilte, bombardierte die israelische Luftwaffe eine Waffenfabrik im Norden des Gazastreifens und im Süden zwei Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten. Über mögliche Opfer wurde bisher nichts bekannt. Nach Armeeangaben hatte zuvor die palästinensische Seite eine Rakete aus dem Gazastreifen abgefeuert, die in der israelischen Negevwüste einschlug. Seit dem Ende der israelischen Militäroffensive im Januar wurden nach Angaben aus Jerusalem mehr als 250 Raketen und Granaten aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.

WASHINGTON: Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea bleiben angespannt. Ihr Land werde niemals normale Beziehungen zur Führung in Pjöngjang unterhalten, solange Nordkorea über Atomwaffen verfüge, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Washington. Die Sanktionen würden erst gelockert, wenn das abgeschottete Land überprüfbare und unwiderrufliche Schritte zu völligen Denuklearisierung unternommen habe. US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte, Nordkorea sei noch gefährlicher geworden und stelle eine Bedrohung für die Region dar. Bei einem Besuch in Südkorea sicherte Gates Südkorea weiter den nuklearen Schutzschirm der USA zu. Nordkorea hatte sich kürzlich zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt, fordert aber zuvor einen bilateralen Dialog mit den USA.

WASHINGTON: 106 Millionen Neugeborene konnten im vergangenen Jahr gegen lebensgefährliche Krankheiten geimpft werden, so viele wie nie zuvor. Dennoch muss weiterhin jedes fünfte Kind auf der Welt ohne Impfschutz auskommen, die meisten von ihnen in Asien und Afrika. Dies geht aus dem in Washington vorgestellten Welt-Impfbericht hervor, der jährlich von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Weltbank und dem Kinderhilfswerk UNICEF erstellt wird. Impfungen gegen Masern, Tetanus, Kinderlähmung und Tuberkulose retteten im letzten Jahr 2,5 Millionen Kindern das Leben. Ziel sei es, diesen Schutz für 90 Prozent der Kinder unter fünf Jahren auf der ganzen Welt zu gewährleisten.

DEN HAAG: Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic will seinen Prozess vor dem UN-Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien boykottieren. Der in Den Haag wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord angeklagte 64-Jährige erklärte, ihm sei nicht genügend Zeit zur Vorbereitung seiner Verteidigung eingeräumt worden. Karadzic verteidigt sich auf eigenen Wunsch selbst. Der Prozess soll am kommenden Montag beginnen. - Der Gerichtshof nahm zu den Vorwürfen bislang keine Stellung. In juristischen Kreisen in Den Haag hieß es jedoch, der Prozess könne auch ohne Karadzic eröffnet oder der Angeklagte gezwungen werden vor dem Gericht zu erscheinen.

WIEN: Mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat das österreichische Parlament die Rehabilitierung aller Wehrmachtsdeserteure und anderer Gegner und Verfolgten des Nazi-Regimes beschlossen. Die späte juristische Wiedergutmachung wurde mit den Stimmen der regierenden sozialdemokratischen SPÖ und der konservativen ÖVP sowie der oppositionellen Grünen beschlossen. Dagegen stimmten die rechtsgerichteten Parteien FPÖ und BZÖ. Mit dem Gesetz werden sämtliche Urteile aufgehoben, die der NS-Volksgerichtshof, die Standgerichte und die Sondergerichte in den Jahren 1938 bis 1945 gegen Österreicher und Ausländer fällten. In diesen Jahren gehörte Österreich zu Nazi-Deutschland.

BERLIN: In den Koalitionsverhandlungen sind sich Union und FDP beim zentralen Streitthema Finanzen näher gekommen. CSU-Chef Horst Seehofer sagte in Berlin, man sei sich über Steuersenkungen einig geworden. Einzelheiten dazu nannte er nicht. Auch der CDU-Politiker und niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hatte von einer Annäherung in der Steuerpolitik gesprochen. Im Bereich Energie sind die verlängerten Laufzeiten für Atomkraftwerke abgesegnet worden. - Union und FDP setzen an diesem Donnerstag ihre Beratungen über den Koalitionsvertrag fort. Bis spätestens Samstag soll das Regierungsprogramm stehen.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungericht hat homosexuelle Lebenspartnerschaften in einem weiteren Punkt den Ehen gleichgestellt. Nach der Entscheidung aus Karlsruhe haben auch Partner einer so genannten Homoehe Anspruch auf die Hinterbliebenenversorgung des öffentlichen Dienstes. Die Richter erklärten die bisherige Ungleichbehandlung von Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern für verfassungswidrig. Es lägen keine besonderen Gründe dafür vor, dass der Staat Lebenspartnerschaften schlechter behandle als Ehen, so die Verfassungsrichter. - Ein anderslautendes Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2007 wurde aufgehoben und zur Neuentscheidung zurückverwiesen.

ZUM FUSSBALL: In der Champions-League hat Bayern München seine erste Niederlage kassiert. Die Bayern verloren mit 1:2 beim französischen Meister Girondins Bordeaux und müssen nun um den Einzug ins Achtelfinale bangen. - Der deutsche Meister VfL Wolfsburg spielte gegen Besiktas Istanbul 0:0.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dicht bewölkt und nach Nordosten durchziehender Regen, später vom Rhein her Auflockerungen. Höchsttemperaturen zwischen 8 und 16 Grad.

Audio und Video zum Thema