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Nachrichten

Donnerstag, 22. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Das pakistanische Verfassungsgericht hat den Weg für eine weitere fünfjährige Amtszeit von Präsident Pervez Musharraf frei gemacht. Die Richter wiesen auch den letzten Einspruch zurück, mit dem die Rechtmäßigkeit von Musharrafs Wiederwahl am 6. Oktober durch die Parlamente des Landes angezweifelt worden war. Der Staatschef hatte nach Verhängung des Ausnahmezustands Anfang November seine Kritiker am Verfassungsgericht durch ihm gewogene Richter ersetzt. Die Vereidigung wird voraussichtlich am Freitag oder Samstag stattfinden. Pakistans Generalstaatsanwalt Malik Mohammed Qayyum bekräftigte nochmals, vorher werde Musharraf wie zugesagt vom Amt des Armeechefs zurücktreten und damit einer zentralen Forderung der Opposition nachgeben.

SINGAPUR: Die Europäische Union und die südost-asiatische Staatengemeinschaft ASEAN haben die Militärjunta in Birma aufgefordert, umgehend demokratische Reformen einzuleiten. Außerdem müssten die seit Jahren unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sowie tausende andere politische Gefangene freigelassen werden, heißt es in einer in Singapur veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatte vor den Gesprächen mit ASEAN-Vertretern betont, der Militärführung müsse mit 'Zuckerbrot und Peitsche' begegnet werden. Sollten die verhängten Sanktionen Wirkung zeigen, könne sich die EU auch im Kampf gegen die Armut in Birma engagieren. Birma ist Mitglied der ASEAN-Gruppe, die Strafmaßnahmen gegen das Land mit der Begründung ablehnt, dadurch würden die Chancen für einen Demokratisierungsprozess geschmälert.

WASHINGTON: Die USA streben noch vor dem Ende der Amtszeit von Präsident George W. Bush im Januar 2009 ein Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern an. Diesen Zeitrahmen gab US-Außenministerin Condoleezza Rice wenige Tage vor der Nahost-Konferenz in Annapolis vor. Mit Skepsis reagierte Israels Präsident Schimon Peres auf die Äußerung. Niemand sollte sich Illusionen über das Ergebnis der internationalen Beratungen am Dienstag in den USA machen, sagte Peres. Aber immerhin bedeute das Treffen ein Neuanfang in den Friedensverhandlungen. - Die Außenminister der arabischen Staaten entscheiden an diesem Donnerstag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo über ihre Teilnahme an der Konferenz.

BERLIN: Der neue Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) will in den kommenden Wochen für ein "geschlosseneres Auftreten" der schwarz-roten Koalition sorgen. Einen Dauerwahlkampf könne man sich in den kommenden zwei Jahren nicht leisten, sagte der Außenminister im ZDF. Er betonte die Verantwortung der großen Koalition für Deutschland und für Europa. Zugleich erklärte er, wenn die SPD Profil zeigen müsse, werde er helfen, dies nach außen zu repräsentieren. - Steinmeier hatte am Mittwoch die Nachfolge des bisherigen Arbeitsministers Franz Müntefering als Stellvertreter von Bundeskanzlerin Angela Merkel angetreten. Neuer Arbeitsminister wurde der bisherige SPD-Parlamentsgeschäftsführer Olaf Scholz.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifstreit zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL müssen Zugreisende bis mindestens Montag nicht mit weiteren Streiks rechnen. Dann will der erweiterte Gewerkschafts-Vorstand entscheiden, ob formelle Tarifverhandlungen mit dem Konzern aufgenommen werden sollen. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben ein deutlich verbessertes Tarifangebot vorgelegt, das die GDL jetzt prüft. Zu dem Inhalt der Offerte äußerten sich beide Seiten nicht. Bisher lagen die Positionen weit auseinander. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte, er sei „sehr vorsichtig optimistisch“, dass weitere Streiks abgewendet werden könnten.

PARIS: Bei den Streiks im öffentlichen Dienst in Frankreich deutet sich nach ersten Verhandlungen eine Entspannung an. Die staatlichen Bahngesellschaften sollen den Gewerkschaften weitreichende Ausgleichsleistungen angeboten haben. Vertreter der Gewerkschaft CGT sprachen von einem "Wendepunkt". Dennoch bleibt der Nah- und Fernverkehr am neunten Tag in Folge erheblich eingeschränkt. Züge ins Ausland fahren jedoch planmäßig.

MÜNCHEN: Angesichts dramatisch gestiegener Benzinpreise hat Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein zur Entlastung der Autofahrer eine Senkung der Mineralölsteuer angeregt. Die Einnahmeausfälle des Staates sollten mit der Einführung einer Pkw-Vignette zum Preis von 120 Euro pro Jahr ausgeglichen werden, sagte der CSU-Politiker der 'Bild'-Zeitung. Nach seinem Vorschlag sollte die Mineralölsteuer um zehn bis 15 Cent gesenkt werden. Mit dem Kauf einer Vignette würden auch alle ausländischen Verkehrsteilnehmer einen Beitrag zur Instandhaltung der Straßen in Deutschland leisten, sagte Beckstein.

STRAßBURG: Der Fall des in der Türkei angeklagten 17-jährigen Deutschen Marco W. hat im Europa-Parlament für Empörung gesorgt. Die Vorsitzenden aller Fraktionen forderten in Straßburg EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn auf, sich bei der Regierung in Ankara für ein rechtsstaatliches Verfahren einzusetzen. Einen Minderjährigen sieben Monate lang in Untersuchungshaft gefangen zu halten, verstoße gegen sämtliche rechtsstaatlichen Prinzipien der EU, betonte die Vizechefin der Liberalen im Europa-Parlament, Silvana Koch-Mehrin. Nach Informationen der 'Bild'-Zeitung will sich die Bundesregierung der von den Anwälten des Schülers angekündigten Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anschließen, falls beim Gerichtstermin am 14. Dezember in Antalya wieder keine Entscheidung fallen sollte. Marco wird sexueller Missbrauch einer 13-jährigen Britin vorgeworfen. Der 17-Jährige bestreitet dies.

BOGOTÁ: Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hat seinem linksgerichteten Kollegen Hugo Chávez aus Venezuela das Mandat für Vermittlungsgespräche mit der größten kolumbianischen Rebellengruppe FARC entzogen. Chávez versuchte seit September, einen Austausch von 50 von FARC-Kämpfern verschleppten Politikern und Polizisten gegen inhaftierte Rebellen zu erreichen. Unter den Geiseln ist auch die frührere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Uribe begründete seine Entscheidung mit einem Telefonat, das Chávez mit dem Chef der kolumbianischen Streitkräfte, Mario Montoyas, geführt habe. Damit habe Venezuelas Staatschef die Abmachung verletzt, keinen direkten Kontakt zu kolumbianischen Militärs aufzunehmen.

MOSKAU: Russland baut im Fernen Osten einen neuen Weltraumbahnhof. Wie die Regierung in Moskau mitteilte, soll die Station mit dem Namen Wostotschnyi bis zum Jahr 2015 fertiggestellt sein. Ab 2018 könnten von dem Kosmodrom in der Region Amur auch bemannte Weltraummissionen starten, heißt es. Bisher nutzt Russland den Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur für seine bemannten Raumflüge.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt; im Südwesten und in der Mitte etwas Regen. Im Osten und Südosten verbreitet Nebel oder Hochnebel. Höchstwerte sechs bis 14 Grad.

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